udo_dominator.jpgIch hätte nie gedacht, dass ein Album von U.D.O. einmal unter die KategoMehrfach-Wertung der Redaktionrie „umstritten“ fällt. Doch bei seinem zwölften Werk „Dominator“ ist genau das der Fall, doch was passiert? Hat Herr Dirkschneider seinen auf dem Vorgänger dezent eingeschlagenen Modernisierungskurs allzu deutlich fortgesetzt. Dann hätte er aber auch bei seiner alten Formation ACCEPT bleiben können, denn damals waren es zu offensichtliche Trendanbiederungen, die den Mann aus Solingen weg trieben.
Mit seiner früheren Truppe hat das Ganze aber etwas zu tun, denn die hat sich mit dem US-Amerikaner Mark Tornillo (ex-TT QUICK) wieder zusammen getan und plant ein neues Album aufzunehmen. Udo wäre zwar die erste Wahl gewesen, doch der hatte schlicht keine Zeit, weil er eben einen neuen Rundling am Start und eine Welttournee vor Augen hat. Schlechtes Timing fürwahr, doch sind nicht U.D.O. in den letzten Jahren zu den legitimen Nachlassverwaltern der Ur-Teutonenmetalband avanciert. Immer mehr Stücke von der Legende finden den Weg in die Setlist, während eigene Nummern oft hinten anstehen müssen. Zumal sich neben dem Meister selbst mit Stefan Kaufmann ein weiteres Originalmitglied in seinen Reihen befindet. Und damit steht es gegenüber Hoffmann/Baltes unentschieden, die beiden haben aber in den Neunzigern den Weg verlassen, dafür immer noch den Namen. Wer sind nun die wahren ACCEPT? Hören wir mal rein!

Die ersten Töne sind ein wenig ungewohnt, doch schon auf „Mastercutor“ war der RAMMSTEIN-Marsch öfter zu hören, weswegen auch „The Bogeyman“ als typische Nummer durchgeht. Denn wo U.D.O. draufsteht ist auch Udo drin, seine Reibeisenstimme ist halt unverkennbar und prägt auch das Album.
Der folgende Titelsong tönt dann altbewährt aus den Boxen, gut nach vorne treibend mit den ebenfalls als Markenzeichen etablierten mehrstimmigen Chören. Hätte auch schon vor 25 Jahren von einem Werk aus der Stahlschmiede stammen können.

Im weiteren Verlauf findet man die klassische Mischung, welche bislang alle seine Veröffentlichungen ziert. Auf der einen Seite stehen schwer treibende, groovige Hymnen der „Balls To The Walls“-Kategorie wie etwa das starke, programmatische „Heavy Metal Heaven“. Denen stehen mit Nummern wie dem Titeltrack der Vorab-EP „Infected“ von der DoubleBass nach vorne gepeitschte Up-Tempo-Kracher gegenüber.
Da dürfen natürlich auch die bekannt atmosphärischen Balladen wie „Whispers In The Dark“ nicht fehlen, welche aber alle zu weit hinten auf dem Album konzentriert sind. Dafür können sie mit den ebenfalls stilprägenden pumpenden Bässen und spanischen Gitarren punkten.
Ansonsten stechen noch „Doom Ride“ und „Devil´s Rendezvous“ hervor, ersteres weil es nicht so schleppend ist wie der Namen vermuten lässt. Der andere markiert den Fun-Song in der Tradition von „Cut Me Out“ und „Trainride Through Russia“.

Wie aber mein Kollege Maik im Review zu „Infected“ schon andeutete, hat man U.D.O. schon besser gehört. Die Kompositionen kommen nicht so ganz aus der Hüfte, die Melodien sind nicht so zwingend wie zum Beispiel auf „Man And Machine“. Das liegt unter anderem auch an der etwas seltsamen Produktion, die Rhythmus-Gruppe entwickelt nicht den nötigen Druck. Dazu klingen die Gitarren zahnlos geschliffen wie auf dem auch eher durchschnittlichen „No Limits“. Die Riffs können zwar zum Großteil überzeugen, sind aber irgendwie schon öfter gehört, ebenso die immer noch starken Soli von Igor Gianola.
Auch bei den Arrangements wäre etwas mehr Mut und Einfallsreichtum nötig gewesen, „Dominator“ ist zwar gradlinig, aber ohne jeden Widerhaken oder Wendung im Songaufbau. Klar sind alle Markenzeichen vorhanden, nur die Umsetzung hat ein paar Mängel. Die sollten die Fans aber nicht vom Kauf abhalten, denn solide Kost bieten Udo Dirkschneider und seine Mannen immer noch. ACCEPT sollten aber in der Lage sein, das zu Toppen, zumindest musikalisch, fragt sich nur ob sie es tatsächlich schaffen, dann kann der Kampf in die nächste Runde gehen. (Pfälzer)  

Bewertung: 7 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 45:12 min
Label: AFM Records Veröffentlichungstermin: 21.08.2009

Wertung der Redaktion
Brix Mika Holger Maik David Bernie Seb
6 6 5,5 6,5 7,5 7 8
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