abigailsghost_dletion.jpgJa ist denn heut schon September, mag man sich bei den ersten Klängen des Openers der zweiten ABIGAIL'S GHOST Scheibe „D_Letion“ denken, der so dermaßen nach PORCUPINE TREE klingt, dass man meint, man höre einen Song vom kommenden PORCUPINE TREE Album „The Incident“, das bekanntermaßen am 22. September das Licht der Welt erblicken wird. Nein, meine Freunde, wir haben erst Juli und die Alternative-Progger von ABIGAIL'S GHOST sind definitiv nicht die Zwillingsband von PORCUPINE TREE, auch wenn man zu Beginn diesen Eindruck gewinnen kann. Aber wer sind eigentlich diese ABIGAIL'S GHOST, die bislang an mir komplett vorbeigegangen sind, und ich denke, da bin ich nicht der Einzige!

Bei ABIGAIL'S GHOST handelt es sich um ein recht junges Quintett aus dem amerikanischen Südstaat Louisiana, das im Jahre 2007 mit „Selling Insincerity“ debütierte (das die zweifelhafte Ehre hatte, im Rock Hard mit 1 Punkt verrissen zu werden). Musikalisch orientiert man sich unüberhörbar an den Protagonisten der Modern Prog Szene, PORCUPINE TREE, TOOL und A PERFECT CIRCLE, um mal ein wenig Namedropping zu betreiben. Ganz besonders die Briten um Steven Wilson („In Absentia“, „Deadwing“ - nicht die Frühphase!) standen auf „D_Letion“ Pate, allerdings gehen ABIGAIL'S GHOST deutlich songorientierter zu Werke, was sich vor allem in den detailliert ausgearbeiteten Refrains und den überschaubaren Songlängen von 4-5 Minuten niederschlägt. Sonderlich innovativ ist das nicht gerade, aber das soll dann auch schon der einzige Makel an „D_Letion“ sein!

Selbst nach über 10maligem Genuss des zweiten ABIGAIL'S GHOST Albums finde ich unter den 11 Songs keinen einzigen auch nur ansatzweise schwachen! Jede Komposition hat Hand und Fuß und weiß für sich genommen zu gefallen, ganz egal, ob man jetzt mehr Wert auf Härte, auf Emotion, auf Dynamik, auf Atmosphäre oder auf Melancholie legt. Von daher ergibt sich bereits, dass „D_Letion“ in seiner Gesamtheit nur ein hervorragendes Werk sein kann; auch wenn sich unterhalb der Oberfläche ein paar klitzekleine Kritikpunkte offenbaren.

So verheizen ABIGAIL'S GHOST ihr Pulver an metallischen Songs bereits im ersten Drittel („D_Letion“, „Romantique Life“, „Plastic Soul“), was ein wenig schade ist. Nicht weil die anderen Songs schlechter wären, sondern weil dies für den Fluss des Albums bzw. für die Abwechslung ein wenig schädlich ist. Auf vier relativ harte Songs am Anfang folgen mit „Cinder Tin“, „Gemini Man“ (sehr stark), „Sneak Peek“ (dito), „Visceral“ und „Easy A“ (fast schon Pop) fünf deutlich ruhigere Songs, die wie gesagt allesamt richtig gut, in der Summe dann aber doch zu viel sind. Wenigstens das vorletzte und mit über sieben Minuten längste „Annie Enemy“ setzt härtetechnisch noch einmal Akzente, wohingegen das abschließende „Grave Concerns“ den niederschmetternden Ruhepol bildet.

Unterm Strich haben ABIGAIL'S GHOST aber mit „D_Letion“ eine wirklich starke Scheibe abgeliefert, an der Anhänger moderner Prog Klänge eigentlich nicht vorbeikommen, so dass man ABIGAIL'S GHOST am Ende des Jahres mit Sicherheit zu den Entdeckungen desselbigen zählen werden muss. PORCUPINE TREE werden sich eine Menge Mühe geben müssen, um mit ihrem neuen Werk das hier zu überflügeln! Schaffen werden sie's bestimmt, nicht umsonst sind sie die Nummer 1, an der Qualität von „D_Letion“ würde aber auch das rein gar nix ändern. (Maik)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 53:06 min
Label: Aesperus Music/Just For Kicks
Veröffentlichungstermin: 23.06.2009
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