Mehrfach-Wertung der Redaktionmagnum_intothevalleyof.jpgVor fast genau 30 Jahren erschien mit „Kingdom Of Madness“ das Debütalbum einer britischen Band mit dem verheißungsvollen Namen MAGNUM, die im Laufe ihrer langen Karriere wahrhaft Großes vollbracht hat, und völlig zu Recht zu den wichtigsten Vertretern des Melodic- wie des Symphonic Rock Genres gezählt wird. In den Achtzigern veröffentlichte man mit „Chase The Dragon“, „On A Storyteller's Night“, „Vigilante“ und „Wings Of Heaven“ vier Sternstunden der melodischen Rockmusik, der verdiente Durchbruch auf ganzer Linie blieb allerdings anderen Bands vorbehalten. Spätestens nach dem 1990er Werk „Goodnight L.A.“ war (vermutlich auch deshalb) die Luft raus bei den Briten, als fast schon logische Konsequenz löste man sich Mitte der 90er, zu einem Zeitpunkt, als kein Hahn mehr nach solch einer Musik krähte, auf, um in anderen Projekten (u.a. HARD RAIN) sein Glück zu versuchen. Erfolg brachte auch das keinen, so dass die beiden Köpfe Tony Clarkin und Bob Catley MAGNUM wieder auferstehen ließen, um in den folgenden Jahren die alten wie neuen Fans mit den Alben „Breath Of Life“ (2002), „Brand New Morning“ (2004) und dem überragenden „Princess Alice And The Broken Arrow“ (2007) zu beglücken. Im Frühsommer des Jahres 2009 ist man nun schneller als erwartet mit dem neuen Album „Into The Valley Of The Moon King“ am Start, das nachfolgend genauer unter die Lupe genommen wird!

Eröffnet wird das 14. MAGNUM Studioalbum von einem ruhigen „Intro“ (fällt den Bands nichts besseres mehr ein), das vor allem von den episch-sphärischen Keyboardklängen von Mark Stanway getragen wird. Das „Intro“ geht nach 90 Sekunden ohne Umschweife über in „Cry To Yourself“, ein typischer luftig-lockerer MAGNUM Song mit einem wunderbaren Refrain. An sich eine tolle Nummer, für einen Opener aber etwas zu seicht ausgefallen. Das kann ich von den folgenden beiden „All My Bridges“ und „Take Me To The Edge“ nicht behaupten; MAGNUM müssen anscheinend erst so richtig warm werden. Und anhand dieser beiden Songs kann man sehr schön die Entwicklung der Band erkennen. „All My Bridges“ folgt ganz eindeutig der symphonischen Ausrichtung der 80er Jahre, wohingegen „Take Me To The Edge“ recht bodenständig los rockt. Beim heimlichen Titelsong „The Moon King“ wird’s zum ersten Mal episch, auf einen ruhigen Beginn folgt ein schöner Spannungsaufbau; typisch MAGNUM eben. Mit dem Dreierpack „No One Knows His Name“, „In My Mind's Eye“ und „Time To Cross That River“ folgt der entspannte Mittelteil von „Into The Valley Of The Moon King“. Allesamt solide bis gute und vor allem gut ins Ohr gehende Songs, denen aber ehrlich gesagt das Besondere fehlt; ein Fakt, der im Grunde genommen für das gesamte Album gilt. Bei den MAGNUM im Jahre 2009 machen sich in songschreiberischer Hinsicht leichte Abnutzungserscheinungen bemerkbar.

Nach diesem kleinen Durchhänger präsentieren uns MAGNUM aber zum Glück mit „If I Ever Lose My Mind“ erneut einen Song, der besonders wegen seines kraftvollen Refrains, aus der Masse herausragt, und bestimmt im Liveset der kommenden Tour auftauchen wird; hoffe ich zumindest. Auch die darauf folgende Powerballade „A Face In The Crowd“ weiß zu begeistern, so möchte man MAGNUM hören. Und nachdem man den rockigen Aspekt eine Zeit lang schleifen ließ, versöhnen die beiden letzten Songs von „Into The Valley Of The Moon King“ wieder mit rockigeren Klängen. „Feels Like Treason“ ist einer der wenigen Up-Tempo Songs des Albums, auch wenn man diese Art von Song von MAGNUM schon deutlich besser gehört hat, und der Schlusstrack „Blood On Your Barbed Wire Thorns“ wartet sogar mit einem stumpfen Angus Young AC/DC Riff auf; woher hat Tony Clarkin das denn ausgepackt.

Nach knapp einer Stunde hat man „Into The Valley Of The Moon King“ hinter sich gebracht, und was zurück bleibt, und sich im Laufe jedes weiteren Durchgangs mehr bestätigt, ist ein etwas zwiespältiges Gefühl. Im Gegensatz zum Vorgänger „Princess Alice And The Broken Arrow“ und den oben zitierten Alben aus den Achtzigern, schaffen es MAGNUM nicht mehr, durchgehend ein Topniveau zu halten. Stellenweise plätschert „Into The Valley Of The Moon King“ ein wenig dahin, und es fehlen die Überraschungsmomente, da sind 11 Songs plus Intro dann doch zu viel des guten. Gerade wenn ich „Into The Valley Of The Moon King“ mit den letzten beiden Soloalben von Sänger Bob Catley „Spirit Of Men“ und „Immortal?“ vergleiche, fehlt etwas das Feuer und die Leidenschaft. Beim Genuss des Albums werde ich so das Gefühl nicht los, dass die Band und vor allem Hauptsongwriter Tony Clarkin rundum zufrieden mit der derzeitigen Situation ist, was ein Grund dafür sein könnte, dass viele der Kompositionen so entspannt klingen.
Auf der anderen Seite muss ich, bei all diesen angeführten kleineren Kritikpunkten, aber auch ganz deutlich sagen, dass „Into The Valley Of The Moon King“ trotzdem ein tolles, in sich stimmiges,  Album geworden ist, das man immer wieder gerne auflegt, und das mit Sicherheit auch alles andere als ein Schwachpunkt in der Diskografie der Briten darstellt. Denn die vielseitige Stimme von Bob Catley und das gefühlvolle Gitarrenspiel von Tony Clarkin haben auch im 37. Jahr der Band nichts von ihrer Faszination verloren. Und davon, dass MAGNUM nach wie vor zu den intensivsten Livebands gehören, kann man sich auf der kommenden Herbsttour überzeugen. (Maik)

Bewertung: 8 / 10


Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 58:35 min
Label: Steamhammer/SPV
Veröffentlichungstermin: 12.06.2009

Wertung der Redaktion
Brix Mika Holger Seb Reini Bernie Pfaelzer
7 8 6 8 6,5 7 8
Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015