Soziedad Alkoholika - Mala SangreWas bringt ihr genau mit Spanien in Verbindung? Ihr denkt wohl auch, wie ich, zuerst an Stierkämpfe, weite Strände, warmes Klima und versetzt euch gleich in ein Urlaubsfeeling. Doch wer würde an eine, in Spanien gar nicht unbekannte, Hardcore Kapelle denken, die bereits vor 18 Jahren ihre erste Demo mit dem Namen „Intoxikazion Etilika“ veröffentlichten? Seit dieser Zeit ist bei den Spaniern von SOZIEDAD ALKOHOLIKA einiges passiert und sie veröffentlichten nun ihren bereits achten Longplayer mit dem Namen „Mala Sangre“ („böses Blut“). Geboten wird von den fünf Jungs recht klassischer Hardcore, in welchen aber auch Metal-, Thrash- und Punkelemente Einfluss gefunden haben.

In Spanien sind SOZIEDAD ALKOHOLIKA keineswegs unbekannte des Genres und haben sich im Laufe der Zeit eine große Fangemeinde erspielt. Allein die Verkaufszahlen der bisher veröffentlichten Alben sprechen mit 350.000 CDs die über die Ladentheke gingen doch für sich. Auch Touren durch Japan, Europa oder Südamerika haben die Spanier bereits hinter sich gebracht. Ihr schließlich achtes Album ist die erste Scheibe, die unter dem bekannten Label Roadrunner Records veröffentlicht wird. Die Musiker mussten jedoch für ihren neuesten Streich eine fünfjährige Zwangspause hinnehmen, da ihre Texte meist sehr kritisch sind, beispielsweise die spanische Politik anprangern, dies allerdings gewissen rechten Abgeordneten nicht gepasst hat und sie schließlich mit der Beschuldigung mit Terroristen zu sympathisieren und zusammenzuarbeiten vor Gericht zerrten. Ein ganz schön harter Rückschlag für die Band. Doch nun sind sie zurück und machen mit ihrer kritischen Art und Weise sogleich weiter.

Während das Intro von „Mala Sangre“ eher metaltypische Riffs und Melodien liefert und sich in ruhiger Manier fortbewegt, wird in dem ersten wirklichen Song „Sangre al Fin“ ein wahres Kontrastprogramm aufgefahren. Sogleich schallen harte Melodien aus den Lautsprechern, welche durch druckvolle Drumms nach vorne katapultiert werden. Der Gesang von Juan wirkt jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Er hat weder etwas shoutendes, noch etwas von screaming. Auf mich wirkt das ganze eher wie ein Gröhlen, was es Fans durchaus erleichtern dürfte mitzu“singen“. Wirklich spektakulär wirkt dieser Track jedoch nicht. Recht monoton plätschert er vor sich hin und bietet leider nichts, was man nicht schon einmal gehört hätte.

Schon anders sieht die Sache bei „Dirección Propia“ aus, indem gleich zu Beginn die Musik extrem punkig wirkt. Ein Groove der sofort ins Blut geht und eine Melodie die sich schnell im Ohr festsetzt sind ein starkes Kennzeichen dieses Tracks. Hierzu passt der gröhlende Gesang auch bedeutend besser als bei dem vorangegangen Song. Viel Abwechslung wird bei diesem dritten Stück allerdings auch nicht geboten. Die Struktur ist sehr einfach gehalten und es handelt sich meiner Meinung nach um einen Track, der ziemlich für die breite Masse bestimmt ist. Er wird sehr leicht verinnerlicht, hat durch seine Melodien einen gewissen Ohrwurmcharakter aber bietet sonst nichts Ungewöhnliches.

„Mala Sangre“ verhält sich im weiteren Verlauf genau in diesem Schema. Punkangehauchter flotter Hardcore schallt aus den Lautsprechern. Eine wirkliche Abwechslung ist leider nicht gegeben und es macht sich schnell eine Monotonie in der Musik breit. Bei dem einen oder anderen Song, wie beispielsweise „Por El Odio“, hat man im Refrain durchaus das Gefühl, man würde sich gerade eine spanische Version der BÖHSEN ONKELZ zu Gemüte führen.

Die Intention des letzten Tracks bleibt mir jedoch auch verborgen. Ich persönlich verstehe nicht wirklich, warum man einen Hip-Hop/Rap Remix von dem Song „Politicia del Miedo“ auf einer Hardcore-Scheibe braucht. Aber manchmal muss man wohl einfach Sachen hinnehmen und hinterfragt sie lieber nicht.

Alles in Allem ist es schon ein gutes Album, das die Spanier unter ihrem Roadrunnerdebüt präsentieren. Es ist für eine breite Masse an Zuhörern ausgelegt und die punkigen Passagen machen Spaß. Für Abwechslung, etwas Neues oder Unverbrauchtes ist man hier aber leider Fehl am Platz. Wer einfach nicht genug von Hardcore und weiteren Einflüssen bekommen kann, kann durchaus ein Ohr riskieren. (Sebastian)

 

Bewertung: 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 15
Spielzeit: 47:44 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 01.08.2008

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