cavalera_conspiracy.jpgDie Cavalera-Brüder Max und Iggor (Nein, kein Tippfehler...er besteht mittlerweile auf die Schreibweise mit Doppel-G) sind nun auch musikalisch wiedervereint.
Die Querelen aus der SEPULTURA-Zeit scheinen ad acta gelegt und nach Iggor´s Ausstieg bei Selbigen war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Brüder wieder gemeinsam musizieren würden.
Als Verstärkung der CAVALERA-Verschwörung nahm man sich SOULFLY-Axtmann Mark Rizzo und GOJIRA-Brüllwürfel Joa Duplantiner für den Viersaiter, die mit dem Bruderpaar bei Logan Mader (Ex-MACHINE HEAD und SOULFLY) im Studio  "Inflikted" einbolzten.
Aber wie klingt nun die Reunion der wiedergeborenen Familienbande? Geht man den Schritt zurück zum SEPULTURA-Thrash? Oder handelt es sich nur um einen SOULFLY-Klon? Ich kann euch hier schon verraten: Die Mischung macht´s!

Im Voraus veröffentlichte man bereits den Titeltrack und "Sanctuary", die beide als repräsentativ für den Rest der Scheibe anzusehen sind. "Inflikted" steht für den SOULFLY-Spirit, den sich Maxl über die Jahre angeeignet hat. "Sanctuary" ist ein brutaler Thrasher, der trotzdem nicht direkt mit den "Beneath the Remains"/"Arise"-Zeiten vergleichbar ist, aber die Energie und das Hardcore-Punk-Feeling der früheren SEPULTURA-Zeiten ins Hier und Jetzt transferiert. Zur Anstachelung der Neugier auf den Rest der Scheibe waren diese Tracks  jedenfalls die beste Wahl.
Aber alle, die jetzt Tribal-Drumming und ausschweifende Jam-Sessions befürchten, dürfen aufatmen. Dezente Hinweise auf die südamerikanische Herkunft gibt es nur beim rhythmischen Beginn von "Terrorize" und bei "Black Ark". Ansonsten sind die Songs ohne Umschweife auf den Punkt gebracht und brettern brachial in weniger als 3 Minuten durchs Gehölz. "Hex" und "Nevertrust" beispielsweise sind aggressive Schnellgeschosse, die irgendwo in der Mitte von Thrash und Hardcore zu finden sind.
Zu "Ultra-Violence" steuerte sogar Rex Brown (Ex-PANTERA, DOWN) die Basslinien hinzu, auch wenn ich den im Infoblatt beschriebenen Death Metal-Vibe nicht so recht nachvollziehen kann - dazu ist immer noch zuviel Groove in dem Song. Weiterhin punkten können die Songs "Bloodbrawl" (Stampfer erster Güte mit akutischem Outro) und der Rausschmeisser "Must Kill".

Aber letzten Endes muss ich doch sagen, daß dieser Scheibe irgendetwas fehlt. Man nickt zwar durchgehend die Dreiviertelstunde mit, zieht den Hut ob der musikalisch-technischen Leistung (Rizzo ist wirklich begnadet!) und der druckvollen Produktion, aber bis mal wirklich etwas hängen bleibt, braucht man schon mehrere Durchläufe. So richtige 10-Punkte-Hits, die in Zukunft beim ersten Ton die Tanzflächen füllen werden, vermisse ich dann doch. Natürlich war vorauszusehen, daß hier kein zweites "Chaos A.D." oder gar "Arise" entstehen würde, aber ein wenig mehr hatte ich mir dann doch erwartet.
Auf die Live-Feuertaufe auf den europäischen Festivals bin ich allerdings schon SEHR gespannt.

(Brix)

Bewertung: 7,5 / 10 

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 42:28 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 28.03.2008

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to Twitter
Anmelden

Neckbreaker präsentiert

Neckbreaker auf Facebook

nb recruiting 2015

nb forum 2015

nb gallery 2015