L.A. Guns - Diamonds

LA Guns Black DiamondsDas letzte Studioalbum der L.A. GUNS, „Checkered Past“, ist erst knapp 15 Monate alt und war ein verdammt starkes Album. Und anscheinend läuft es gut seit der Wiedervereinigung der einst zerstrittenen Mitglieder, dem Gitarristen/Gründungsmitglied Tracii Guns und dem Shouter Phil Lewis. Nun folgt am 14. April 2023 der nächste Streich, „Black Diamonds“. Und die Scheibe ist wahrlich ein Diamant und folgt dem Vorgänger auf gleichem Niveau.

Phil Lewis hat nie zuvor auf so hohem Level gesungen, Tracii Guns war nie entspannter und versierter an seiner Gitarre und Ace Von Johnson (Gitarre), Johnny Martin (Bass, Gitarre), Shawn Duncan (Drums)/Adam Hamilton (Studio-Drums) komplettieren die Band zu einer Einheit, die sich in der L.A-Szene nicht mehr beweisen müssen und ihre musikalische Leidenschaft mehr denn je ausleben.

Der Glam- und Sleaze-Rock der Achtziger ist nur noch rudimentär vorhanden; manchmal lebt er in einem Song noch auf, beim üblen Styling- und Outfit einzelner Bandmitglieder ist er noch vorhanden. Die L.A. GUNS waren eh nie die schönen Vorzeige-Jungs der Sunset-Strip-Szene. Da muss man sich gleich mal das knüppelharte „Shame“ anhören. Phil Lewis schreit sich mit Inbrunst die Seele aus dem Leib. Das hat wesentlich mehr von LED ZEPPELIN als von MÖTLEY CRÜE. Der Midtempo-Song „Gonna Lose“ erinnert noch intensiver an Robert Plant. Abwechslungsreich finden wir harte, gängige Nummern mit schnellem Vorwärtsdrive und gutem Chorgesang auf der Scheibe, z.B. „Shattered Glass“ oder „Got It Wrong“, und verdammt starke Balladen wie „Diamonds“, dass es locker mit „The Ballad Of Jayne“ aufnehmen kann. Traci Guns spielt treffgenau seine Soli- und Rhythmus-Parts und bildet eine perfekte Einheit mit Ace Von Johnson. Man merkt, dass die Chemie hier stimmt.

Das Album überzeugt mich auf ganzer Linie. Die Songs sind hammerhart und schnell. Purer Rock`N Roll mit geilem Sechziger und Siebziger Jahre Touch. Der Opener „You Betray“ kommt wie ein Sturm; düster und schleppend, mit donnernden Drums; die LED ZEPPELIN-Reminiszenz zum „Immigrant Song“ ist unbestreitbar… und verdammt geil. Ich frag mich nur, wo Lewis die Stimmgewalt herholt. Mit „Wrong About You“ folgt ein Ausflug in die Achtziger. Der Song ist rotzig, punkig und doch noch ein wenig „sleazy“.

Mein Favorit ist tatsächlich die Ballade „Diamonds“; der melancholische Beginn mit klassischer Achtziger-Attitüde und verdammt guten Harmonien. „Shame“ ist ein schöner, schleppender und elektrischer Blues. Lewis schreit erneut in Robert Plant Manier immer wieder theatralisch die Worte „Shame On You“ dem Zuhörer entgegen und die Gitarren vermitteln ein psychedelisches Feeling.

Fazit: Eine großartige Platte. Die L.A GUNS haben sich „im Alter“ unglaublich weiterentwickelt und bedienen abwechslungsreich unterschiedliche Genres des klassischen Hardrocks. Sie sind in bestechender Form und bleiben uneingeschränkt auf dem Niveau von „Checkered Past“. Absolute Kaufempfehlung, Anspieltipps: „Diamonds“ oder „Shame“. (Bernd Eberlein)

 

Bewertung:

Ebi9,5 9,5 / 10

Label: Frontiers Music
Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 41:14 min
Veröffentlichungstermin: 14.04.2023

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