Swallow The Sun - Moonflowers

swallowthesun moonflowersSWALLOW THE SUN gehören zu den Bands, die in Coronazeiten besonders produktiv sind. Bereits Anfang des Jahres ist das Livealbum „20 Years of Gloom, Beauty and Despair – Live in Helsinki“ erschienen, nun kommt noch im gleichen Jahr die neue Scheibe „Moonflowers“ auf den Markt. Das letzte Album der Finnen, „When A Shadow Is Forced Into The Light“ war extrem emotional und traurig, verarbeitete dort Gitarrist Juha Raivio doch den Tod seiner Partnerin Aleah Stanbridge. Nun erscheint also mit „Moonflowers“ das Nachfolgealbum – in dem noch immer viel Schmerz enthalten ist.

SWALLOW THE SUN haben für dieses Album nicht einzelne Songs als Single mit Video ausgekoppelt, sondern mittlerweile kann man sich im Internet das komplette Album samt Video zu jedem einzelnen Song anhören. Dabei wird die Geschichte der Songs fortlaufend erzählt, so dass man im Grunde einen Film mit Musikuntermalung ansieht. Damit sind Album und Video zu einem absolut empfehlenswerten Gesamtkunstwerk geworden.

Ich hatte zuerst echt Schwierigkeiten, in dieses Album reinzukommen. Es hat schon einige Hördurchgänge gebraucht, aber dann war es plötzlich, als sei ein Schalter umgelegt worden. Was für ein Album! Dabei fängt die Scheibe mit dem quasi-Titelsong „Moonflowers Bloom In Misery“ schon verdammt stark an. Ruhig, langsam und sanft gleitet die Musik dahin, nur um nach rund zwei Minuten brutal zu eskalieren. Dabei geben die harten Growls dem ansonsten eher sanften Song eine gesunde Portion Aggression.

Und diese perfekte Balance zwischen wunderschönen, ruhigen Melodien und harten, aggressiven Parts findet man sehr oft auf dem Album. Und wenn schon der Opener stark war, so kann der zweite Song das noch einmal steigern. „Enemy“ ist einfach ein intensiver, großartiger Song mit einer fabelhaften Melodien und fantastischen Growls. In „Woven Into Sorrow“ herrschen eher die ruhigen Töne vor, hier schafft man es perfekt, Heavyness und Sanftheit zu verbinden – und wenn es heavy wird, dann so richtig.

Bei „All Hallow’s Grief“ fällt zu allererst das gewagt-geniale Wortspiel im Titel auf, was mich eher abgeschreckt hat. Doch dann – dann entwickelt sich der Song zu einem der Höhepunkte auf diesem ohnehin schon großartigen Album. Hier steuert Cammie Gilbert (OCEANS OF SLUMBER) mit anfangs zarter, zerbrechlicher Stimme ihren großartigen Gesang bei, der in wunderschönen Duetten mit Mikko Kotamäki gipfelt. Ein toller Song, den ich anfangs fast etwas zu kitschig fand, aber mittlerweile gehört er zu meinen Favoriten. Mit einem absoluten Ohrwurmrefrain wartet das eher ruhige „The Void“ auf.

„The Fight Of Your Life“ erinnert mich nach dem ruhigen, akustischen Beginn in den heftigeren Parts oft, insbesondere vom Gesang her, an AMORPHIS. Den härtesten, oder vielleicht eher den extremsten Song hat man sich für das Ende des Albums aufgehoben. Dabei macht es zunächst gar nicht mal einen so harten Eindruck. Streicher leiten das Stück sanft ein, bevor es dann in Gewalt explodiert. Hier gibt es nicht nur Growls, sondern auch Screams, die Doublebass kommt so richtig zum Einsatz – und plötzlich wird es wieder ganz ruhig.

Diese Gegensätze sind es, die den Reiz dieses Songs, ja des ganzen Albums ausmachen. Trauer und Wut wurden hier in Perfektion vertont und auch wenn ich mich zu Beginn mit „Moonflowers“ schwergetan habe, so liegt das Album nun ganz vorne bei meinen Alben des Jahres. Was für ein fantastisches Stück Musik! (Anne)

Bewertung:

Anne9,0 9 / 10


Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 52:40 min
Label: Century Media Records
Veröffentlichtungstermin: 19.11.2021

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