Symphony X - Paradise Lost Mit "Paradise Lost" legen die Prog-Metaller von SYMPHONY X ihr langersehntes siebtes Studiowerk vor. Mal abgesehen vom GUNS´N´ROSES-Album "Chinese Democracy" ist schließlich kaum ein anderes Album so häufig verschoben worden und immerhin datiert der Vorgänger "The Odyssey" ja auch schon aus 2002. Gitarrist und Bandkopf Michael Romeo hat zudem lange am Material gefeilt - schließlich soll jeder Song (Zitat:) "einen geradewegs anspringen und sofort auf den Punkt kommen". Der wichtigste Mann neben Romeo ist Sänger Russell Allen, der sich in der SYMPHONY X-"Pause" u. a. mit ex-MASTERPLAN-Mastermind Jorn Lande auf zwei genialen Alben Gehör verschaffen konnte. Satte 61 Minuten Spielzeit und die eigene Aussage, es handele sich um die "bis dato aggressivste Scheibe" von SYMPHONY X lassen den Silberling mit hohen Erwartungen im Player verschwinden...

Bevor SYMPHONY X aber wie angekündigt "sofort auf den Punkt kommen" lassen es die Herren mit dem Instrumentalintro "Oculus Ex Inferni" zunächst beschaulich angehen und den Spannungsbogen für den ersten richtigen Track "Set The World On Fire" langsam aber kontinuierlich immer weiter aufbaut. Dieser Track gibt Romeo aber tatsächlich auf der ganzen Linie recht. Die Nummer zielt heavy und aggressiv direkt auf die Zwölf - unterstützt von einem hervorragend agierenden Russell Allen, der mal zürnt und mal melodiös clean überzeugt. "Domination" ist zunächst ein Vorzeigetrack für die Fingerfertigkeiten der Saitenhexer bevor auch hier wieder Mr Allen shoutet, was die Lungen hergeben. Fast nahtlos geht man zum rasant-eingängigen "Serpent´s Kiss" über, das insbesondere durch den hohen Abwechslungsreichtum zwischen dynamischer Strophe, straighten Riffs und einem innovativen Mittelteil überzeugt. Mit dem Titeltrack "Paradise Lost" beweisen SYMPHONY X schließlich ganz großes Können - schließlich ist die insgesamt eher ruhig angelegte Nummer ein sechseinhalb-minütiges Lehrstück "wie schreibe ich eine mitreißende Ballade". Erfreulicherweise verliert man sich hier zu keiner Zeit in irgendwelche Frickeleien, sondern bleibt durchgängig am Thema. Das hohe Niveau des bisherigen Albums kann das etwas bemüht wirkende "Eve Of Seduction" nicht ganz halten, ganz im Gegensatz zum düsteren "The Walls Of Babylon" das trotz intensivem Background Chor auf ausgiebigen acht Minuten mächtig eingängige Gitarrenriffs ausbreitet. Das ebenfalls treibende "Seven" geht wieder keine Kompromisse ein und zieht ein fettes Riff nach dem anderen aus dem Hut. Die erneut einzigartigen Vocals tun ihr Übriges. Ein Überbleibsel aus den Allen/Lande-Sessions und fast genau so auch auf "The Battle" oder "The Revenge" finden könnte man "The Sacrifice". Ein hervorragend eingängiger Song, bei dem Mr Allen ein weiteres Mal seine Klasse unter Beweis stellt. Der mit Abstand längste Song "Revelation" beendet dann in einem furiosen Finale das beeindruckende Songfeuerwerk. Nach dem etwas steril geratenen "The Odyssey" wirkt die lange Pause für SYMPHONY X wie ein Jungbrunnen. "Paradise Lost" ist ein wahrer Lichtblick im Progressive-Bereich. SYMPHONY X zeigen, dass man problemlos gute Songs abliefern kann, die mit Prog-Elementen durchsetzt sind, ohne sich in Frickeleien zu verlieren - Dass Ausnahmeshouter Russell Allen ein gewisses Quäntchen Power-Metal dazu tut, schadet in keinster Weise.

Anspieltipps: "Domination", "Paradise Lost", "Seven"

Bewertung:   8 / 10

Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 61:04 min
Label: Inside Out / SPV
Veröffentlichungstermin: 22.06.2007

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