Frederkisen - Denander - Baptism By Fire „Baptism By Fire“ ist ein gemeinsames Album von zwei Herren, die so viel Erfahrung im Musikbusiness haben, wie kaum jemand anders. Sänger Dennis „Fergie“ Frederiksen“ kann auf eine bewegte Vergangenheit als Frontmann bei TOTO oder Trillion zurückblicken, wird aber von der schieren Anzahl an über 1000 (!) Alben des Multiinstrumentalisten Tommy Denander noch an Erfahrung übertroffen. Der Gute werkelt nicht nur bei seiner eigenen Band RADIOACTIVE, sondern spielt auch Gitarre/Keyboards/Bass auf Alben von Paul Stanley, Jimmy Page oder Eddie Van Halen. Ganze drei Jahre hat es gedauert, bis das Songwriting stand und das Album eingezimmert war – hören wir mal, ob sich die Mühen gelohnt haben. Die ersten Takte des Openers „Let Him Go“ lassen das Schlimmste befürchten – pures Synthie-Geplänkel piepst durch die Boxen. Wenn aber dann das erste Riff einsetzt und Mr frederiksen die Stimme erhebt, sind die ersten Sekunden schnell vergessen. Kraftvoller Melodic Rock aus dem Lehrbuch, getragen von Frederiksens charismatischer und vielseitiger Stimme, der sofort ins Ohr geht. Deutlich ruhiger lassen es die Beiden dann mit „Right Heart, Wrong Time“ angehen. Auch diese durchdachte Ballade lebt von der grandiosen Stimme. Insgesamt erinnert die Nummer ein wenig an frühere SURVIVOR (kein Wunder, schließlich hat SURVIVOR-Kopf Jim Peterik auch bei einigen Songs am Songwriting mitgewirkt…). Das Intro zu „Silver Lining“ täuscht zunächst an, dass es noch einen Zahn ruhiger werden kann, doch auch hier legen Denander & Co. alsbald ein fettes Riff nach und rocken in bester JOURNEY-Manier daher. Nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung von TRW´s Michael Thompson bislang eindeutig die eindrucksvollste Nummer auf dem Album. Von Anfang an rockig zu Werke geht man mit „Crossing Over“, wenngleich die zwischenzeitlichen Synthieläufe ein wenig zu sehr an die Achtziger erinnern, bleibt die Nummer auch gefahrlos im grünen Bereich, was das nachfolgende seichte „Written In Stone“ nicht ganz wiederholen kann. An Frederiksens Stimme ist wieder nichts auszusetzen, aber die Backings und das gesamte Songgerüst sind doch ein wenig schmalzig geraten. Wieder auf der rockigen Seite fährt „My Saving Grace“, bei dem Mr Denander einige knackige Licks aufbietet. Mit dem Titeltrack „Baptism Of Fire“ übertreffen Frederiksen/Denander sich selbst – abwechslungsreich, eingängig, durchweg hinreichend Drive, genialer Refrain – die Nummer hat alles, was einen guten Track ausmacht. Ganz große Musik! Ein Schüppchen Härtegrad packen die beiden dann mit „Can´t Get Enough“ auf die Verstärker, erneut kann Gitarrist Denander einige fette Riffs aufbieten und auch Fergie Frederiksen zeigt sich stimmlich von seiner aggressivsten Seite. Und auf diesem Niveau bleibt man erfreulich mit „Never Try To Love Again“ – zumindest, was das Riffing angeht – gesanglich lässt man es hier doch deutlich sanfter angehen, was nach dem vielversprechenden Intro fast schade ist. Auch bei „Dead End“ vermutet man, dass es nach wenigen Takten mit der Aggressivität vorbei ist, aber der Track rockt nicht nur zu Beginn so einiges in Grund und Boden, sondern bleibt durchgängig hart am Gas – für „Melodic Rock“ schon fast jenseits der Genregrenzen. Nach dem hervorragenden Triple wird man mit „Keep A Light On“ nochmal richtig 80er-Jahre-mäßig mainstreamig, bevor man mit dem balladesken, aber irgendwie etwas sperrigen „Left With Nothing“ das Dutzend Tracks beschließt. Frederiksen/Denander überraschen mit einem durchdachten und gelungenen Album, dass nur an wenigen Stellen das sonst sehr hohe Niveau verfehlt. Stimmlich ist Fergie Frederiksen nachwievor eine Bank und die Riffs von Tommy Denander zielen fast immer punktgenau auf die Zwölf. Etwas weniger Keyboardeinsatz und den ein oder anderen Backingschmalz auslassen – dann wäre „Baptism By Fire“ ein Jahrhundertwerk. So bleibt aber immerhin eine überdurchschnittliche Scheibe, die deutlich aus der Masse der Melodic-Rock-Veröffentlichungen herausragt.

Anspieltipps: „Silver Lining“, „Baptism Of Fire”, „Can´t Get Enough”

 

Bewertung:   7,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 53:38 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 08.06.2007

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