foreigner withthe21centuryorchestraGeht man mit einer negativen Intention an dieses Album heran, dann kann man die Theorie in den Raum werfen, dass der britischen AOR/Melodic Rock Band im vierzigsten Jahr des Bestehens anscheinend nichts Besseres eingefallen ist als nun wie viele andere Rockbands zuvor mit einem Orchester und einem Chor zusammenzuarbeiten. Geht man mit einer positiven Herangehensweise an dieses Projekt heran und macht sich bewusst, dass die Band zusammen mit Dirigent Ernst van Tiel etwa ein Jahr an Arbeit investiert hatte, um dann im Mai 2017 zwei Shows in kompletter Besetzung in Luzern zu spielen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus und man kann erkennen, dass „With The 21th Century Orchestra & Chorus“ kein Schnellschuss ist.

Wenn man Band, Dirigent, Orchester und Chor zusammennimmt, dann reden wir hier über mehr als 120 Musikerinnen und Musiker und das ist schon eine ganz beachtliche Anzahl und weit mehr als sonstige Kollaborationen von Rockmusik mit klassischer Musik benötigt haben. Hört man sich nun auf der heimischen Anlage dieses Konzert an, welches mir in der Audioversion vorliegt, zu der DVD-Variante werde ich mich hier also nicht äußern können, dann lässt das Gebotene eigentlich nur einen Schluss zu, es hat sich definitiv gelohnt, soviel Zeit und Energie in dieses Projekt zu investieren.

Normalerweise hört man Livealben vielleicht ein paar Mal und dann macht man einen Haken dahinter, aber dieses hier spielt in einer ganz anderen Liga. Die Band selber präsentiert sich in absoluter Topform, erwähnenswert sind insbesondree auch Jeff Pilson (Bass) und Chris Frazier (Schlagzeug), die hier deutlich mehr sind als nur ein solides Rhythmusduo, das Orchester und der Chor dürfen an vielen Stellen brillieren, stehen aber zum Glück auch nicht permanent im Fokus des Geschehens. Manche der 14 auf der CD enthaltenen Songs werden recht nahe am Original präsentiert, manch andere hingegen leben von einer geänderten Dynamik durch die Unterstützung durch das Orchester und den Chor. Interessant sind diesbezüglich zum Beispiel die Intros zu den beiden großen Hits „Urgent“ und „Juke Box Hero“, bei denen man eigentlich befürchten würde, dass das Orchester den Songs die Energie rauben könnte.

Je häufiger ich dieses Album höre, desto begeisterter werde ich, und man kann es nun drehen und wenden wie man will, neben JOURNEY gibt es echt nicht so viele Bands, die diese Art der radiotauglichen Rockmusik so perfektioniert haben. Neben der „Overture“ finden sich auf diesem Album ohne wenn und aber 13 Hits, die man vielleicht nach all den Jahren schon in und auswendig kennen mag, die aber trotzdem einfach zeitlos und noch spannend sind, in diesen Versionen sowieso. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als vor circa 10 Jahren beim Bang Your Head Festival der ganze Platz Kopf stand als FOREIGNER in „Juke Box Hero“ einstiegen.

Man merkt schon, an diesem Tondokument gibt es kaum etwas zu bemängeln, bedauerlich ist, dass man nicht das komplette Konzert auf ein Doppelalbum gepackt hat, außerdem wirken die Publikumsreaktionen gemessen an der Qualität der beteiligten Musiker und der Musik, erschreckend zurückhaltend, vielleicht sind sie aber auch nur mit Absicht recht weit in den Hintergrund gemischt worden. Bei einer Nummer wie „Urgent“ müsste eigentlich auch in einer klassischen Location mit Sitzplätzen der Punk abgehen, nun ja sei’s drum.

Erwähnen möchte ich noch, dass Kelly Hansen als Sänger hier sein Meisterstück abgeliefert hat, wer jetzt noch Lou Gramm nachtrauert, dem ist echt nicht mehr zu helfen, besonders gefreut habe ich mich zudem über die Integration von „Starrider“ in die Setlist, ist dieses Stück vom Debütalbum der Band vermutlich auch mein Lieblingssong von FOREIGNER. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20169,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 78:00 min
Label: earmusic/Edel
Veröffentlichungstermin: 27.04.2018

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