yoshua kriegerdernachtAuch wenn ich neben den ganzen „Hard & Heavy“-Sachen auch ganz gut was mit Deutschpop und Künstlern wie BOSSE, JOHANNES OERDING, REVOLVERHELD u.ä. anfangen kann, bin ich normalerweise nicht unbedingt auf der Suche nach aufstrebenden Newcomern in diesem Bereich, allzu häufig tendiert da dann eh alles in eine ähnliche Richtung und das wird dann auch schnell wieder langweilig.

Alles andere als uninteressant und langweilig präsentiert sich aktuell der Hamburger Sänger YOSHUA, der in Zusammenarbeit mit dem über Genregrenzen hinaus bekannten Produzenten und Musiker Sven Bünger, gerade seine erste EP herausgebracht hat. Diese enthält fünf Stücke und bringt es auf eine Spielzeit von etwa 20 Minuten, was, wie man sieht, mehr ist als die übliche maximale 3 Minuten Grenze in der Popmusik.

Ja, auf eine gewisse Art und Weise präsentiert uns JOSHUA Popmusik, diese tendiert aber auch stark in eine Singer/Songwriter Richtung, gepaart mit der mal rockig gestalteten, mal elektronisch gehaltenen Produktion, hat das Ganze auch etwas von New Wave oder Dark Wave.

Das ist nun insofern interessant, weil es genau das Gegenteil von dem ist, was man normalerweise erwartet. Hört man das öffentlich-rechtliche Radio, dann kann man feststellen, dass Popmusik durchaus auch eine dezent melancholische Seite haben darf, sofern auch Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Bei YOSHUA ist es hingegen so, dass die Musik nicht nur melancholisch ist, sondern in der Tat düster daherkommt und wenn man sich die Songs und die Themen von „Scheinwelt“ und „Ich Hab Dich“ vor Augen führt, dann sind diese wirklich negativ geprägt ohne dass sie Hoffnung entfalten können.

Von daher bewegt sich YOSHUA mit seiner Musik und seinen Texten näher an der eigentlichen Intention von Kunst als andere Musiker und Sänger, die mit deutschsprachiger Pop/-Rockmusik ihre Brötchen verdienen. Auf dieser ersten EP funktioniert das Schema dann auch ausgesprochen gut, ob es YOSHUA auch schaffen kann, dieses Niveau bei einem Album mit zehn oder mehr Songs zu halten, oder ob das Material dann auf die Dauer doch zu destruktiv und depressiv wirken würde, das wird die Zukunft zeigen. Für den Moment ist YOSHUA auf jeden Fall ein Newcomer, der es verdient hätte, stärker ins Auge der Öffentlichkeit zu kommen. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 20:00 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 04.05.2018

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