traitor kneedeppinthedeadWer heutzutage noch den Achtzigern nachtrauert, hat sie entweder – Hut ab vor dieser Leistung – erfolgreich verdrängt oder hat sie gar nicht erst erlebt. Wer wie ich zu dieser Zeit aufwuchs, erinnert sich mit Grausen an solche Auswüchse wie Aerobic, Klamotten in Neonfarben, Stulpen, Vokuhilafrisuren, Popper, MODERN TALKING usw.

Doch es gab natürlich auch positive Dinge wie den Walkman, die ersten Heimcomputer und die Entwicklung in der Musik. Besonders in der amerikanischen Bay Area um San Francisco brodelte es, Bands wie EXODUS, METALLICA oder SLAYER wurden gegründet und es entstand der Sound, den die Welt heute als Thrash Metal kennt. Und der in Deutschland von Gruppen wie KREATOR, SODOM und DESTRUCTION dankend angenommen und in deren ureigener Art und Weise interpretiert wurde.

Mit ihrem am 27.04. erschienenen dritten Album „Knee-Deep In The Dead“ zollen TRAITOR dieser Zeit Tribut und nehmen den Hörer mit auf eine Zeitreise in die Achtziger. Auf der erneut von Vagelis Maranis produzierten und von niemand anderen als Ed Repka mit einem stilechten Cover versehenen Scheibe, hagelt es einmal mehr Old School Thrash Metal. Textlich huldigen TRAITOR hierbei in Nummern wie „Predator (Skinned Alive)“, „Nuke 'Em All“, „Demonic Posession“, dem Titelsong und „Xenomorph“ Filmklassikern wie „Predator“, „Der Exorzist“ und „Alien“ sowie den Videospielklassikern „Duke Nuke 'Em“ und „Doom“. Man darf also sicher sein, dass hier lyrisch auch wirklich jedes Klischee bedient wird und einem TRAITOR Worte wie "Fire", "Blood-Rain", "Balls Of Steel" und so weiter und so fort nur so um die Ohren hauen.

Das alles ist vollkommen gerechtfertigt und spielerisch sind die Schwaben eh über jeden Zweifel erhaben. Auch der ihnen von Vagelis Maranis verpasste Sound gibt keinerlei Grund zur Beanstandung. Dennoch muss ich meine bereits beim Vorgänger „Venomizer“ (2015) geäußerte Kritik wiederholen, selbst wenn sie nicht überall auf Gegenliebe stoßen mag.

Das was TRAITOR musikalisch machen, machen sie wirklich gut, trotzdem würde man sich ab und zu mehr Mut zum Blick über den Tellerrand des Thrash Metal wünschen. Auch ähneln sich die hier enthaltenen Songs in ihrer Struktur leider viel zu sehr, wodurch sich „Knee-Deep In The Dead“ leider recht schnell abnutzt. Das RAMONES Cover „Blitzkrieg Bop“ ist zwar gut gemeint, aber das Lied zählt nicht umsonst zu denjenigen, die man eigentlich nicht covern sollte.

Trotz aller Kritik ist „Knee-Deep In The Dead“ ein gutes, wenn auch kein exzellentes Stück Old School Thrash Metal einer Truppe von der ich mir für die Zukunft einfach etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit wünschen würde. (Matthias)

Bewertung:

Matthias6,5 6,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 38:56 min
Label: Violent Creek Records
Veröffentlichungstermin: 27.04.2018

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