leeaaron diamondbabybluesNachdem ich unlängst erst mit Leather Leone eine der 80er Jahre Heavy Metal Heldinnen zum Review auf dem Tisch hatte, kommt nun mit der kanadischen Sängerin LEE AARON eine weitere Künstlerin an die Reihe, die Anfang bis Mitte der 80er Jahre für Aufsehen sorgen konnte in einer damaligen Hardrock und Heavy Metal Szene, in der Frauen eigentlich kaum etwas zu melden hatten.

Ihre Alben „Metal Queen“ (1984) und „Call Of The Wild“ (1985) gelten heutzutage als Klassiker, wenngleich man bei der Erwähnung dieser Titel auch starke Assoziationen zu einer gewissen Doro Pesch weckt. Eine Riesenkarriere war der Sängerin zwar nicht vergönnt, aber immerhin kann sie auch mit Mitte 50 noch Alben veröffentlichen und auf Tour gehen und nachdem sie eine ganze Zeit lang sich eher der Jazz Musik gewidmet hatte, steht nun der Rock n Roll wieder hoch im Kurs bei der Kanadierin.

Das am 27.04. erscheinende neue Studioalbum der Sängerin steht aber nicht komplett im Zeichen der härteren Klänge, sondern hat wie der Titel „Diamond Baby Blues“ es erahnen lässt, auch starke Blueseinflüsse. Das führt auf jeden Fall dazu, dass dieses Album einiges an Abwechslung aufbietet, „Diamond Baby Blues“ vermittelt dabei den Eindruck eines Compilationalbums, denn neben eigenen Kompositionen, interpretiert LEE AARON auch diverse Songs anderer Künstlerinnen und Künstler.

So finden sich auf diesem Album zum Beispiel bluesgetränkte Varianten von „Mistreated“ (DEEP PURPLE), „My Babe“ (WILLIE DIXON/LITTLE WALTER) oder „Black Cat“ (JANET JACKSON), was man vielleicht auch noch kennen kann.
Auffällig ist, dass sich diese Coverversionen gut im gesamten Gefüge des Albums machen, die Songs sind gut gemacht, vor allem weil LEE AARON nach wie vor eine gute Sängerin ist.

Schaut man sich die Eigenkompositionen an, dann stechen hier insbesondere das im Bluesrock angesiedelte Titelstück „Diamond Baby“ sowie die emotionale Halbballade „Best Thing“ hervor, auch das funkige „American High“ weiß zu gefallen, interessanterweise hätte ich bei diesem Stück eher gedacht, dass das keine Eigenkomposition ist, das Stück kommt einem nämlich vertraut vor und geht direkt ins Ohr.

Unterstützt wird LEE AARON bei diesem Album von den Musikern Sean Kelly (Gitarre), John Cody (Schlagzeug) und Dave Reimer (Bass), gerade Kelly kann hier einige fulminante Leads beisteuern, ansonsten agiert die Band wie nicht anders zu erwarten, songdienlich, ohne groß positiv oder negativ aufzufallen.

Ich muss sagen, beim ersten Hören von „Diamond Baby Blues“ fand ich die Platte noch etwas träge, aber inzwischen kann ich sagen, dass es sich hierbei um ein wirklich gelungenes Studioalbum der kanadischen Sängerin handelt, das am Ende etwas damit zu kämpfen hat, dass die letzten paar Songs nicht mehr ganz das Niveau der ersten sieben Songs halten können. Trotzdem empfehlenswert, weil dieser Mix aus Hardrock und Blues eigentlich zeitlos ist und insgesamt auch gut funktioniert. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 52:00 min
Label: Metalville/Rough Trade
Veröffentlichungstermin: 27.04.2018

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