dokken returntotheeastIn den Achtzigern waren die Hard Rock - Hair Metalbands im Land der aufgehenden Sone gern gesehen Gäste. Auch die wohl talentierteste Combo aus der Los Angeles-Küche feierte die ganz großen Erfolge in Japan. Auf dem Höhepunkt ihres Schaffens nahm die Truppe um Poserikone Don Dokken dort das Livealbum "Beast From The East" auf, welches heute als Klassiker gilt. Leider trennte man sich danach erstmal und fand erst später in unterschiedlichen Formationen wieder zusammen. 2016 kam das Original-Line-Up noch einmal für eine Tour in das Land ihrer größten Erfolge zusammen und spielte dort unter anderem auf dem Loudpark Festival. Davon gibt es nun einen Mitschnitt unter dem Titel "Return To The East Live (2016)".

Aufgezeichnet wurde das Spektakel am 8 Oktober in der Saitama Arena, in der an dem Wochenende ein Hammerbilling über die Bretter ging, WHITESNAKE, SCORPIONS, ARMORED SAINT, QUEENSRYCHE, BLIND GUARDIAN, AMORPHIS und NIGHTWISH seien nur exemplarisch genannt. Dennoch bleibt die Frage warum man keinen regulären Gig der Tournee für das Album auswählte, bei denen mehr Songs gespielt wurden, aber eventuell setzte man auf das unüberhörbar große Publikum des Festivals. Wie schon damals gab es einen Studiobonustrack, wobei "It´s Another Day" bei weitem nicht a die Klasse von "Walk Away" heran reicht. Das Riff fällt dem geneigten Fan zu modern aus, wobei sich die Herren ewig streiten werden, wer denn für diese Einflüsse, vor alem auf dem Totalausfall "Shadowlife" verantwortlich ist. Zumindest Dokkens melancholisches Timbre kann im Refrain noch etwas rausreißen.

Sich nun Gedanken über die Setlist zu machen, erübrigt sich bei dieser Band ohnehin, ähnlich wie bei UFO wird die Live-Großtat diese bis in alle Ewigkeiten bestimmen. Ab und an taucht mal ein Titel von "Erase The Slate" auf oder mit "Too High To Fly" der beste Titel der Ära nach "Best From The East", doch das war es schon, spätere Scheiben bleiben komplett außen vor. Von den sechzehn Songs findet sich immer ein gutes Dutzend im Programm wieder, das war auch bei den Konzerten, die ich erleben durfte so.
Meist wird noch "The Hunter" vom Überwerk "Under Lock And Key" eingebaut, wie auch an dem Abend, ansonsten schafft es allenfalls noch "Paris Is Burning" vom Debüt in die Phalanx dieser fast eingemeißelten Liste. Das einzige Album, von dem öfter etwas weg gelassen wird, ist "Back For The Attack", bei dem "Dream Warriors" und der etatmäßige Opener "Kiss Of Death" gesetzt sind. Der Fokus liegt natürlich auf der erwähnten Großtat und "Tooth And Nail".

Dabei präsentiert sich die Band natürlich in richtig guter Verfassung, auch wenn die Chemie untereinander nicht so gestimmt haben soll auf der Bühne. Das macht sich vielleicht dahingehend bemerkbar, dass die Musiker vielleicht nicht ganz so tight agieren wie noch zu ihren Glanzzeiten, speziell in den mehrstimmigen Gesängen hakt es ab und an. An Druck jedenfalls mangelt es ihnen nicht, dazu wurde das Ganze soundtechnisch sehr gut eingefangen, ein Qualität, die ja auch schon beim Vorbild zu erwähnen war. "Wild" Mick Brown drischt wie eh und je in die Felle und treibt seine Jungs mächtig an.
Don Dokken ist gut bei Stimme, auch wenn er die ganz hohen Töne nicht mehr packt und auch nicht mehr ganz seine frühere Brillanz hat. George Lynch hingegen zeigt, warum er seinerzeit als Gitarrengott gehandelt wurde, seine Soli sind immer noch großartig, wenn er am Ende von "Tooth And Nail" die Skala runterdudelt, ist das immer noch ganz großes Kino. Auch die knackigen Riffs, die heute noch gegen alles bestehen was im Hard Rock kam, haut er mit Power in die Menge.
Diese nimmt dankend an und gibt ihrerseits viel zurück, zwar hält sich der Japaner erfahrungsgemäß mit Anfeuerungen zurück, doch zum Mitsingen müssen die Anwesenden nicht extra ermuntert werden. Besonders bei der Killerballade "Alone Again" übertönen die Fans fast die Kapelle, was sehr schön anzuhören ist. Die Begeisterung für DOKKEN hat nicht arg abgenommen bei den Söhnen Nippons, weswegen sie auch die Ultimate Stage headlinen durften. Die Energie wurde hier spürbar eingefangen, oft hört man die im Takt mitklatschenden Zuschauer, welche mit fortlaufender Spieldauer, die Band pushen.

Dafür gibt es am Ende noch eine nette Zugabe auf der Konserve, denn mit "Heaven Sent" sowie "Will The Sun Rise" wurde je ein Track der absoluten Klassikeralben in tollen akustischen Fassungen aufgenommen, wobei ersterer ja schon Bestandteil von "Beast From The East" war. So sind es doch wieder Studiotracks, welche diese Scheibe abschließen, bei denen Lynch noch einmal seine Klasse und sogar Bluesfeeling beweist. "Return To The East Live (2016)" zeigt, dass die Band immer noch starke Shows zu spielen vermag, wenn sie sich zusammen rauft und auch auf europäischen Festivals abräumen dürfte, doch an die ganz große Klasse des 88er Outputs reichen sie nicht heran. (Pfälzer)

Bewertung:

Pfaelzer7,5 7,5 / 10


Anzahl der Songs:15
Spielzeit: 69:24 min
Label: Frontiers Records
Veröffentlichungstermin: 20.04.2018

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