primordial exileamongsttheruinsSchon lange habe ich auf dieses Album gewartet. Vorab haben PRIMORDIAL bereits drei Songs mit zugehörigen Videos veröffentlicht, die alle Lust auf mehr machen. Und dabei ist der erste veröffentlichte Song, „Stolen Years“ im ersten Moment eher ungewohnt. Deutlich ruhiger als sonst gehen die Iren zu Werke und statt eines neunminütigen Epos bekommt man mit knapp 5 Minuten Spielzeit schon fast eine Radiosingle. Aber eben nur fast. „Stolen Years“ hat viel, viel mehr Charakter und Charisma als 90% der Songs, die heutzutage so im Radio laufen. Die sparsame Instrumentierung bringt dabei die Botschaft des Stücks hervorragend zur Geltung.

Die dritte Single, der Titelsong „Exile Amongst The Ruins“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist jedoch sogar noch intensiver, noch fatalistischer. Und geht mehr in die Richtung der für PRIMORDIAL typischen, langen Stücke. Auch hier herrschen über weite Strecken die Instrumente vor, aber wenn Alan dann einsetzt, so bohrt sich seine Stimme direkt in den Gehörgang. Nur wenige Sänger können Gefühle und Stimmungen so gut rüberbringen wie er. Wer auch auf visuelle Reize steht, dem sei das Video zu diesem Song empfohlen, das die Stimmung des Stücks perfekt umsetzt.

Und in diesen Gefilden findet sich auch das gesamte Album wieder. „Exile Amongst The Ruins“ ist über weite Strecken ein eher ruhiges Album, oft steht Alans Stimme im Mittelpunkt, insbesondere zum jeweiligen Beginn sind die Songs sehr ruhig und atmosphärisch. Und das langweilt mich ehrlich gesagt auf Dauer. Dieser immer mehr oder weniger gleiche Aufbau der einzelnen Songs, bei denen man dann ziemlich schnell raus hat, was wann passieren wird. Schade. Denn im Grunde ist jeder einzelne Song hörenswert.

Auch der Opener, bei dem es um Luther geht, beginnt zunächst ruhig und atmosphärisch, mit thematisch passenden Glockenklängen untermalt. Immer beschwörender wird der Gesang von Alan, bevor sich der Song im typischen PRIMORDIAL-Sound entlädt.

Einen echten Lichtblick hat man jedoch an den Beginn des Albums gesetzt. Die zweite Single „To Hell Or The Hangman“ (bei der ich mir nicht sicher bin, ob der Titel nun dem angeblich von Oliver Cromwell getätigtem Ausspruch „To Hell Or To Connacht“ angelehnt ist oder nicht) begeistert mit einem galoppierenden Groove, der sich durch den ganzen Song zieht und sich tief im Hirn einnistet. Nur Alans intensiver Gesang geht noch tiefer. Diesen geradezu beschwörenden Song bekommt man so schnell nicht mehr aus dem Kopf und es ist definitiv mein Favorit auf dem Album. Auch wenn der ein oder andere monieren könnte, dass dieser Song vielleicht eine Spur zu eingängig ist. Mir egal. Ich finde dieses Stück absolut großartig.

Das Album in seiner Gesamtheit dagegen finde ich sehr, sehr schwierig zu bewerten. Auf der einen Seite ist der für PRIMORDIAL so typische, unverkennbare Sound, den keine andere Band hat, ihre unverwechselbare Art, Songs zu schreiben und auch auf diesem Album ist nicht ein einziger Ausfall zu finden. Jeder Song für sich betrachtet ist unglaublich gut, intensiv und eindringlich. In der Masse des Albums ist es jedoch fast ein wenig zu viel. Und wie oben schon beschrieben langweilt mich auf Dauer der immer ähnliche Aufbau der Songs. Da fehlt mir einfach die Dynamik und die Abwechslung. Aber ist „Exile Amongst The Ruins“ deshalb ein schlechtes Album? Ich glaube nicht. Aber auch keines, das mich absolut vom Hocker haut. (Anne)

Bewertung:

Anne7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 65:34 min
Label: Metalblade
Veröffentlichungstermin: 30.03.2018

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