Gray Cover Feral Hymns

Die Vorfreude, wenn der Lieblingsmusiker ein neues Projekt ankündigt, gemischt mit der Angst, dass es nicht das wird, was man sich davon erhofft. NATHAN GRAY Fans kennen diese Momente der Spannung, da der Sänger ja durchaus schon einige Projekte am Start hatte. Wer jedoch BOYSETSFIRE und THE CASTING OUT mag, wird auch mit dem Solo Album “Feral Hymns” seine Freude haben.

In dem Moment, als bei “As the waves crash down” die Gitarren einsetzen, Nathan anfängt zu singen und weit und breit keine Elektroklänge zu hören sind, ist die Welt für mich wieder wunderbar und in Ordnung. Ja, ich muss gestehen, nach dem NATHAN GRAY COLLECTIVE war ich skeptisch, was da nun kommen mag. Wobei auch dieses Projekt durchaus nicht schlecht war, nur eben anders als erwartet.

 

Die Fans, die Nathan und seine Arbeit schon länger begleiten, werden auf “Feral Hymns” durchaus einige vertraute Klänge erleben, denn nicht alle Lieder wurden für das Album neu geschrieben; Songs, die auch schon für THE CASTING OUT, BOYSETSFIRE und NATHAN GRAY COLLECTIVE eingespielt wurden, sind hier nun im neuen Gewand mit Akustikgitarre vertreten. So z. B. “Across five years” vom BSF Album “After the Eulogy”, welches in dieser reduzierten Umgebung unglaublich gut funktioniert. Oder “Quixote’s last ride” und “Ebbing of the tide”, beide von THE CASTING OUTs “Go Crazy, throw fireworks” - es waren nie schlechte Songs, aber leider ein wenig langweilig. Und beide haben in dieser neuen Version unheimlich an Charme und Atmosphäre zugelegt. Was die ‘wiederaufbereiteten’ Versionen angeht, ist aber “Alone” mein persönlicher Favorit. Nathan versteht es, viel Gefühl in seine Stimme zu legen und diese Emotionen werden akustisch nochmals vom Cello unterstützt.

 

Aber auch die neuen, extra für dieses Projekt geschriebenen Songs sind durch die Bank - Knaller wäre irgendwie aufgrund der Atmosphäre der Lieder das falsche Wort - aber doch durchweg einfach nur schön. Zum Hinsetzen, in Ruhe zuhören und die Gedanken schweifen lassen. Sich von den Texten mitnehmen lassen. Das Gefühl haben, dass es in Ordnung ist, auch mal melancholisch zu sein, es auch anderen so geht, diese Zeiten aber auch wieder vorübergehen. Genau das war auch die Intention beim Schreiben - Nathan selbst beschreibt insbesondere “As the waves crash down” und “Light & Love” als lebensbejahende Songs, die inspirierend sein sollen, die dem Zuhörer sagen ‘Hey, du kannst das. Du musst dich davon nicht zu Boden werfen lassen.’ (s. hierzu auch das Interview mit Nathan http://neckbreaker.de/interviews/10473-interview-mit-nathan-gray) “Walk”, “Shades of grey” und “Damascus” dagegen haben einen eher verzweifelten Grundtenor.

 

Ich hätte im Voraus nicht gedacht, dass mir die Instrumente wie Schlagzeug und Bass nicht fehlen würden, aber “Feral Hymns” funkioniert hervorragend mit Akustikgitarre, hin und wieder auch einer elektrischen Gitarre, Cello und Piano. Hier wird eine Intimität zwischen Sänger und Zuhörer geschaffen, die ich so bisher nur selten erlebt habe und die insbesondere im Rahmen der kleinen Clubs, in denen die Tour im Februar stattfinden wird durchaus an manchen Stellen zu einem Ausbruch der Emotionen führen könnte - und sollte.

 

Bewertung:

Sabrina9,0 9 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 39:22 min
Label: End Hits Records
Veröffentlichungstermin: 19.01.2018

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