neorite oversleepNEORITE sind eine extrem junge Band, die erst 2016 zunächst als Zwei-Mann-Projekt gegründet wurde, das sich dann aber noch im selben Jahr wieder trennte. 2017 folgte dann die Formierung zu einer echten Band mit vier Mitgliedern. Schon nach wenigen Monaten nahm man gemeinsam die EP „Oversleep“ auf, die nun im Oktober veröffentlicht wurde. Das finde ich persönlich nun sehr ambitioniert. Ich hätte mir da ja doch etwas mehr Zeit gegeben um erst einmal als Band zusammenzufinden und –zuwachsen.

Aber mal sehen, was dabei rauskommt. Der Opener „Dayfly“ startet jedenfalls mit einem schönen Groove, wird gegen Ende dann etwas experimentell und hat einen schönen, OASIS-angehauchten Schlusspart. Der Gesang ist mir einen Ticken zu dumpf abgemischt und die Chöre sind nicht zu 100% synchron. Wobei ich zugeben muss, dass ich da sehr empfindlich bin.

Auf den kürzesten Song folgt der längste Song der Platte. „At The Coming Of Night“ greift die Stimmung des Openers noch einmal auf, wird aber sehr viel düsterer. Im Mittelteil hat das Stück allerdings einige Längen, die ständige Wiederholung des immer gleichen Motivs macht es eben nicht gerade spannend. Gegen Ende nimmt das Stück dann aber doch noch einmal Fahrt auf. In „Hypersomnia“ gewährt man dann den Grungeanteilen mehr Raum, erinnert phasenweise an NIRVANA, bleibt insgesamt aber eher ruhig. Die Ruhe, die die Instrumente ausstrahlen, schiebt den Gesang in den Vordergrund und der zeigt leider einige Schwächen, insbesondere in den etwas roheren Parts.

Der Titelsong „Oversleep“ beginnt leicht und federnd, sanfte Gitarren leiten den Song ein, der dann – über weite Strecken instrumental – vor sich hin plätschert (und das meine ich jetzt positiv). Dieses Stück ist gerade instrumental sehr schön geraten, ein Lied zum Träumen und Entspannen. Leider ist auch hier wieder der Gesang die Schwachstelle des Songs. Der „Jackass March“ beschließt dann die Scheibe und alleine vom Namen her würde ich annehmen, dass man hier einen richtigen Arschtritt verpasst bekommt. Und in der Tat ist es wohl neben dem Opener der schnellste Song der Platte, für meinen Geschmack aber immer noch etwas langsam. Dafür ist er aber wieder schön düster. Aber auch „Jackass March“ verliert über seine Länge etwas an Tempo und Spannung.

Insgesamt ist „Oversleep“ eine ganz gute EP geworden, die aber doch noch ein paar Schwächen hat. Insbesondere der Gesang gefällt mir oft nicht, das Spektrum des Sängers ist mir einfach zu enggesteckt. Auch der Sound des Albums ist für meinen Geschmack etwas dumpf geraten und hat einen leichten Proberaumtouch. Jetzt will ich das jungen Bands gar nicht mal vorwerfen, denn es kann sich ja nicht jeder eine teure Produktion leisten. Andererseits bekommen das viele mit ähnlichem Budget besser hin. „Oversleep“ ist nicht schlecht, aber ausbaufähig. Und ich bin sicher, dass die Band das, wenn sie sich etwas mehr eingespielt, etwas mehr zu einer Einheit zusammengewachsen ist, auch besser hinbekommt. (Anne)

Bewertung:

Anne5,0 5 / 10

Anzahl der Songs: 5
Spielzeit: 32:12 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 06.10.2017

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