dontdropthesword pathtoeternityEs gibt Momente, da kann ich die Strategie der Plattenfirmen, wenn es darum geht, Bands einen Vertrag anzubieten, beim besten Willen nicht verstehen. Oftmals werden da Gruppen unter Vertrag genommen, die wie die tausendste Kopie von [hier bitte einen beliebigen Bandnamen eintragen] klingen, während Künstler, bei denen hörbar Talent vorhanden ist, ihre Werke nicht selten in Eigenregie aufnehmen und auch veröffentlichen müssen. Ein solcher Fall sind auch DON’T DROP THE SWORD aus dem bayrischen Erding. Diese konnten mich bereits mit ihrer im Januar erschienenen EP „Into The Fire“ überzeugen.

Mit „Path To Eternity“ legen Anti (Gesang), Maxi (Leadgitarre, Rhythmusgitarre, zusätzlicher Gesang), Alvin (Rhythmusgitarre, Leadgitarre), Mathias (Bass) und Dom (Schlagzeug) nun ihr erstes Album vor, welches seit dem 30.11. erhältlich ist. Wie schon für die EP war auch hier wieder Bonifaz Prexl für die Produktion zuständig. Wobei er dieses Mal Unterstützung von Maximilian Pfaff erhielt. Und wie schon bei „Into The Fire“ gibt es auch bei „Path To Eternity“ klangtechnisch nichts auszusetzen. Aber auch die 14 auf dem Album enthaltenen Stücke können sich absolut hören lassen.

Bereits der Opener „Guardians Of Light“ lässt aufhorchen und erinnert einmal mehr an ganz frühe BLIND GUARDIAN. Danach folgt mit „Rotten Wings“ ein Ohrwurm par excellence. Textlich ist die Nummer wohl vom Hobbit inspiriert, während sich der Refrain im Kopf festsetzt und da auch so schnell nicht wieder rausgeht. Der Song ist ganz klar eines der Highlights der Scheibe. Allerdings noch lange nicht das Letzte. Auch „To The Proud A Grave“ bei dem es um den Untergang Morias geht, ist eine richtig starke Nummer. Allerdings lassen sich DON’T DROP THE SWORD lyrisch nicht alleine von den Werken Tolkiens oder von Game Of Thrones beeinflussen. Genauso wenig wie ihr einziger musikalischer Einfluss BLIND GUARDIAN ist. Aufgrund von Antis Gesang, der teilweise schon stark an Hansi Kürsch erinnert, jedoch genug Eigenständigkeit besitzt, um nicht wie eine Kopie zu klingen, drängt sich dieser Vergleich zwar auf, aber bei „Siren Song“, welches für mich klar das stärkste Lied auf „Path To Eternity“ ist, zeigt der Sänger, dass da noch weit mehr in ihm steckt. Die Nummer erinnert nicht nur wegen ihrer Sirenengeschichte dezent an ALESTORM. Das darauf folgende rein akustische „Jester’s Tears“ muss den Vergleich mit „The Bard’s Song“ keineswegs scheuen.

Kaum zu glauben, dass DON’T DROP THE SWORD erst 2016 gegründet wurden. Man merkt jedoch sofort, dass die Bandmitglieder nicht erst seit gestern Musik machen und ihr Handwerk absolut verstehen. Wie schon bei „Into The Fire“ von dem leider kein Song auf „Path To Eternity“ zu finden ist, sind die musikalischen Einflüsse nach wie vor herauszuhören. Dies ist jedoch von den Erdingern auch durchaus beabsichtigt. Auch kann man sich schlechtere Vergleiche vorstellen als den des Gesangs von Anti mit Hansi Kürsch. Der Krefelder zählt nämlich meiner Meinung zusammen mit Michael Kiske und Ralf Scheepers zu den besten Sängern, die der deutsche Metal hervorgebracht hat.

Letztendlich sollte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis jemand DON’T DROP THE SWORD einen Plattenvertrag anbietet. Bereits mit ihrer EP wussten die Jungs zu überzeugen. Mit „Path To Eternity“ legen sie die Latte noch ein klein wenig höher. Nach „Valley Of Shadows“ von CONJURING FATE ganz klar das zweitstärkste Debüt des Jahres. (Matthias)

Bewertung:

Matthias7,5 8 / 10

Anzahl der Songs: 14
Spielzeit: 61:48 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 30.11.2017

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