Dollhazard Transatlantic MeltdownWenn wir uns die Entwicklungen in der Rockszene im Speziellen und der Musikindustrie im Allgemeinen anschauen, dann gibt es zweifelsohne viel zu beklagen, Kommerzialisierung, Digitalisierung, Authenzitätsverluste (tatsächliche und auf Mythen beruhende) wären drei Stichworte, die mir auf Anhieb einfallen. Allerdings bieten die neuen technischen Entwicklungen auch Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren als „nette Idee, aber unrealisierbar“ gegolten hätten. Zum Beispiel, dass zwei Menschen an völlig unterschiedlichen Orten auf diesem Planeten Erde sitzen - 7200 Kilometer um genau zu sein - und gemeinsam ein Album aufnehmen. Ein solches Ergebnis liegt mit „Transatlantic Meltdown“ aktuell in unseren Händen. UND WAS FÜR EINS.

DOLLHAZARD, das sind Chris Damien Doll aus der norwegischen Hauptstadt Oslo und Sandy Hazard aus dem kanadischen Vancouver. Die beiden verbindet eine nunmehr langjährige Freundschaft, so dass sie vor zwei Jahren gemeinsam auf die Idee kamen gemeinsam ein Album aufzunehmen. Das Ergebnis sind zehn Tracks, die es in sich haben. Doll zeichnet sich für Gitarre und Bass verantwortlich, Hazard steuert das Schlagzeug bei und der Gesang wurde kurzerhand aufgeteilt. Pah, wer sagt denn, dass man zu zweit keine vollständige Band sein kann?

Aufmerksamen Leserinnen dieses Magazins wird nicht entgangen sein, dass die im April diesen Jahres erschienen Alben der anderen Bands der beiden Musiker – „Downtown Eastside“ von DIRTBAG REPUBLIC und „Suicide Idols“ von den SUICIDE BOMBERS - bei mir (erwartungsgemäß) auf großes Wohlgefallen stießen. Umso gespannter war ich natürlich auf das Ergebnis dieser Kollaboration. Und, hell yeah, das nenn ich einen gelungenen Jahresabschluss!

„No Valentine Cards“ ist ein gnadenloser Ohrwurm und weckt sofort schöne Erinnerungen an die guten alten Zeiten in denen es meine schwer vermissten Helden von den TRASHCAN DARLINGS noch gab. „Fire & Gasoline“ ist straight in yer face („I`m a molotov cocktail looking for a light“). Die lyrischen Talente werden bei „Doghouse“ (“I never meant to hurt you or cause any pain, I forgot about the verse and went straight for the refrain”) ausgespielt.

“I hear the call of Rock`n`Roll wherever I go” („21 Grams (Off My Shoulders)“) – in der Tat, diese beiden können gar nicht anders als gute Musik zu machen. „Transatlantic Meltdown“ ist mal mehr Hardrock, mal mehr Punk – aber alles durchgängig auf von den Protagonisten gewohnt hohem Niveau. Verdammt gute Typen, verdammt gute Mucke, verdammt gute Wahl für jede Plattensammlung. (Manu)


Bewertung:

Manu8,5 8,5 / 10


Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 37:14 min
Label: TrainWreckords
Veröffentlichungstermin: November 2017

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