boy acousticcollectionPrinzipiell bin ich überhaupt kein Anhänger davon, wenn Musik nur rein digital vertrieben wird. Erstens leidet darunter die Soundqualität der Musik, zweitens geht dabei ein Stück weit die emotionale Komponente verloren und drittens will ich als Musikliebhaber auch einfach etwas Greifbares kaufen können. Im Falle dieser „Acoustic Collection“ von BOY kann ich zumindest verstehen, dass sie nur digital erhältlich ist, wenngleich das hoffentlich früher oder später einmal anders sein wird. Eine limitierte Vinylpressung hätte zum Beispiel Charme.

Dass ich dieses Album hier nun vorstelle, hat also vor allem persönliche Motive, insofern, dass ich das Duo bestehend aus Valeska Steiner und Sonja Glass mit ihrem Zweitwerk „We Were Here“ sehr schätzen gelernt habe und es kommt wirklich nicht häufig vor, dass ich 2015 und 2016 die Gelegenheit nutzen konnte, mir drei Konzerte der „We Were Here“ Tourneen anschauen zu können.

Der Hauptgrund dafür, sich dieses Album anzuhören, liegt aber ganz eindeutig in der Qualität der Songs. Die Musik des deutsch-schweizerischen Duos mag stellenweise etwas überproduziert klingen, aber textlich wie musikalisch interessante Songs schreiben, das können die beiden Damen.
Die Songs des ersten Albums „Mutual Friends“ (2011) und des zweiten Albums „We Were Here“ (2015) funktionieren auch im reduzierten Gewand richtig gut.
Wobei sowieso gar nicht so viel übrig bleibt, wenn man sich diese „Acoustic Collection“ genauer anschaut. Die beiden im Original bereits recht basisch gehaltenen Stücke „Into The Wild“ vom „We Were Here“ Album und „July“ vom Debütalbum befinden sich hier in der originalgetreuen Version. Dazu gesellt sich noch ein Cover des AIR Songs „Playground Love“, das auch problemlos als Eigenkomposition durchgehen könnte.

Damit bleiben dann mit „Drive Darling“, „Boris“, „Skin“, „Little Numbers“ und „Oh Boy“ fünf weitere Stücke vom Debüt sowie mit „Hit My Heart“ lediglich eines vom „We Were Here“ Album übrig. Diese Aufteilung kommt etwas überraschend, denn mit „Fear“ oder „No Sleep For The Dreamer“ hätten sich auch noch weitere Songs vom „We Were Here“ Album aufgedrängt.

Sei’s drum, am besten funktioniert die Reduzierung der Instrumente bei der Nummer „Boris“, dessen Thematik ganz gut in die heutige Zeit und in aktuelle Diskussionen passt, sowie bei „Skin“, das auch live bereits akustisch gespielt worden ist.

Viel mehr hat diese etwa 35-minütige Zusammenstellung dann auch gar nicht zu bieten. Man kann natürlich nun zu Recht argumentieren, dass dieses Album reichlich unnötig daherkommt, auf der anderen Seite habe ich diese „Acoustic Collection“ in den vergangenen Wochen weit häufiger gehört als ich mir das eigentlich vorgenommen habe. Die Songs passen eben super in den Herbst. Und wenn man sich anschaut, dass BOY im November zwei besondere Konzerte in Zürich und in Hamburg (Elbphilharmonie!) gespielt haben, dann hat man vielleicht auch den passenden Anlass für diese Compilation gefunden.
Auf eine Bewertung verzichte ich aus naheliegenden Gründen. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20160,0 - / -

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 35:00 min
Label: Grönland Records
Veröffentlichungstermin: 10.11.2017

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