cavaleraconspiracy psychosisMit „Pandemonium“ (2014) rissen mich CAVALERA CONSPIRACY seinerzeit nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hin. Ehrlich gesagt fand ich die Scheibe damals ziemlich enttäuschend. Dies lag nicht nur am ziemlich suboptimalen Klang, welcher von Max und Iggor Cavalera jedoch genauso gewollt war, sondern auch am Songwriting. Im Nachhinein blieben mir dann mit „Babylonian Pandemonium", „Not Losing The Edge" und dem vom damaligen Bassisten Nate Newton gesungenen „The Crucible" nur 3 Songs überhaupt im Gedächtnis. Die damalige Intention der Band, ein möglichst raues und ungeschliffenes Album aufzunehmen, kann ich zwar stellenweise nachvollziehen, doch das Ergebnis war einfach erschreckend schwach.

Inzwischen sind 3 Jahre vergangen, in denen die Cavaleras alles andere als untätig waren. So veröffentlichte Max 2015 mit „Roots, Karma, Chaos – Mein Leben mit Sepultura und Soulfly“ seine offizielle Autobiografie und war als Gast auf dem letzten Werk von BODY COUNT zu hören. Nicht zu vergessen natürlich die „Return to Roots – Tour“, die die Gebrüder Cavalera 2016 zum zwanzigsten Jubiläum des SEPULTURA Klassikers durchzogen. Mit „Psychosis“ erscheint nun am 17.11. das vierte Album aus dem Hause CAVALERA CONSPIRACY. Ich gebe offen zu, dass meine Erwartungen an die Platte relativ gering waren.

Doch so kann man sich täuschen. Bereits mit dem Opener „Insane“ gibt es gewaltig was vor den Schädel. Die Nummer hätte sich sicherlich auch gut auf „Arise" gemacht. Sofort fällt auf, dass die Hinzuziehung von Arthur Rizk als Produzenten, welcher hier auch den Bass eingespielt hat, die beste Entscheidung war, die CAVALERA CONSPIRACY treffen konnten. Iggors Schlagzeug hämmert wie lange nicht, während Max keift und bellt wie in seinen besten Zeiten und Gitarrist Marc Rizzo haut hier gleich zu Anfang ein Solo raus, das Kerry King zur Ehre gereichen würde. Mit „Insane“, dem leicht psychedelischen „Terror Tactics“ und dem knüppelharten „Impalement Execution“ eröffnen CAVALERA CONSPIRACY „Psychosis“ mit einem Trio, für das so manch anderer Musiker glatt seinen rechten Arm geben würde. Auch „Spectral War“ überzeugt. Aber was ist das? Man glaubt es kaum, aber bei der Nummer bauen die Musiker erstmals seit langer Zeit wieder Tribal-Elemente in ihre Musik ein. Mit dem folgenden „Crom“ bei dem sich ETERNAL CHAMPION – Sänger Jason Tarpey die Ehre gibt, findet sich dann die ungewöhnlichste der neun Nummern auf „Psychosis“.

Doch nicht alle der Songs sind gelungen. So ist „Hellfire“ leider nur typische Standardkost und „Judas Pariah“ auf dem Iggors Ältester Christian Drehleier spielt, ist zwar irgendwie schräg, wirkt aber auch ziemlich unstrukturiert, um nicht zu sagen chaotisch. Auch das titelgebende Instrumental „Psychosis“ ist zwar recht nett, mehr aber auch nicht. Mit dem finalen „Excruciating“ findet sich jedoch ein weiterer Höhepunkt des Albums.
Wie bereits erwähnt, bin ich mit nicht allzu hohen Erwartungen an „Psychosis“ rangegangen. Doch CAVALERA CONSPIRACY belehren einen hier schnell eines Besseren. Ein überragendes Album legen sie hier zwar nicht vor, jedoch ein richtig gutes Stück Thrash Metal. (Matthias)

Bewertung:

Matthias8,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 39:50 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 17.11.2017

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