theother casketcaseTHE OTHER sind nun auch bereits seit 15 Jahren im Geschäft. In dieser Zeit haben sich die Kölner an die Spitze der deutschen Horrorpunkszene gespielt und 6 Alben veröffentlicht. Was die Band hierbei von der Konkurrenz unterscheidet, ist auch der Umstand, dass man eben nicht wie die tausendste Kopie der MISFITS klingt, wobei der Einfluss der Szeneurväter stellenweise auch heute noch in der Musik von THE OTHER erkennbar ist, sondern sich durch die Mischung aus Horrorpunk und Heavy Metal, die ein wesentliches Klangmerkmal der Gruppe ist, seinen eigenen Stil geschaffen hat.

Mit „Casket Case“ erscheint nun am 20.10. das siebte Album von Rod Usher (Gesang), Doc Caligari (Schlagzeug), Ben Crowe (Gitarre, Hintergrundgesang), Pat Laveau (Gitarre, Hintergrundgesang) und Chris Cranium (Bass, Hintergundgesang). Dieses umfasst, für eine Horrorpunkband recht ungewöhnlich, ganze 16 Stücke und bringt es auf eine Spielzeit von über 50 Minuten.

Gleich zu Anfang entführen uns THE OTHER an den Crystal Lake und spinnen mit „A Party At Crystal Lake“ die Geschichte von Jason Voorhees aus „Freitag, der 13.“ weiter. Ob ich eine Einladung zu dieser Party annehmen würde, würde ich mir echt zweimal überlegen. Dennoch bietet die Nummer genau den richtigen Einstieg in die Scheibe und lädt durch das flotte Tempo und die eingängige Melodie geradezu zum Feiern ein. Das Stück hätte locker auch auf einem Album der MISFITS enthalten sein können. „She’s A Ghost“, zu dem es auch bereits ein Video gibt, kann ebenfalls überzeugen, ist jedoch deutlich langsamer ausgefallen und hat einen nicht zu überhörenden DANZIG Einschlag. Besonders gut gefällt mir jedoch das recht düster geratene „End Of Days“. Der Hit auf „Casket Case“ hört jedoch ganz klar auf den Namen „Dead And Gone“, da er alles was THE OTHER besonders gut können, nämlich kompakte Nummern mit eingängiger Melodie und starkem Refrain schreiben, in einem Stück vereint. „Little Black Riding Hood“ bei dem Rod Usher stimmliche Unterstützung von Maitri (CHRISTIAN DEATH) erhält, fällt durch seine harten Gitarren und besonders durch den sanften Gesang Maitris aus dem Rahmen. Was das Lied dann auch zur Überraschung macht.

Mit „Morgen Ohne Grauen“ ist auch wieder eine deutschsprachige Nummer enthalten, die man jedoch getrost in die Rubrik „Wenig überzeugend“ einsortieren kann. Es ist zwar ganz nett Usher in seiner Muttersprache singen zu hören, aber irgendwie plätschert „Morgen Ohne Grauen“ ohne besondere Höhepunkte dahin. Das hat man in der Vergangenheit schon wesentlich besser hinbekommen. So wird „Casket Case“ auch erst wieder mit dem abschließenden und rein akustischem „What It’s Like To Be A Monster“ richtig interessant. Der Großteil der 16 Stücke ist zwar durchaus alles andere als schlecht geraten, bietet aber keine besonderen Höhepunkte.

Alles in allem kann man sagen, dass „Casket Case“ in weiten Teilen ein weiteres gutes Werk aus dem Hause THE OTHER ist. Das Problem des Albums ist jedoch seine Länge. Fast wirkt es so, als hätte die Band versucht jeden Song, den sie in den letzten zwei Jahren verfasst hat, irgendwie auf „Casket Case“ zu verewigen. Was jedoch anfangs wie „Value for Money“ wirkt, hat einen ganz entscheidenden Haken. Man beginnt sich zu wiederholen und nicht wenige Nummern wirken schlicht und ergreifend wie Füller. THE OTHER sind immer dann am besten, wenn sie die Songs kurz und knackig halten. Dies gelingt ihnen hier jedoch nur bedingt. (Matthias)

Bewertung:

Matthias7,0 7 / 10

Anzahl der Songs: 16
Spielzeit: 51:12 min
Label: Drakkar Records
Veröffentlichungstermin: 20.10.2017

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