grained tunesfromthevoidGRAINED, einer glatten Oberfläche Struktur geben oder sogar Narben verpassen um dem Auge halt zu geben, oder nicht von jener glatten Oberfläche abzurutschen. Dem glatten Mainstream etwas entgegensetzten, oder sich unbeugsam gegen den Wind stellen. Wer das tut, weiß dass das Narben hinterlässt und die Sandkörner im Wind die Oberfläche bis zur Schmerzgrenze und darüber hinaus aufrauen (Anm.d. Redaktion: seltsames unverständliches Geschnulze). So und nur so stelle ich mir das Erschaffen dieser Songs vor, von jungen Männern komponiert, die vor Wut schäumen und ihre Lebenslust aufs Spiel setzen, dem Mainstream etwas Tiefgang entgegenzusetzen.

„Sag mal hast du Zeit und Lust evtl. das neue Album von GRAINED für Neckbreaker zu rezensieren? Ich könnte dir nen Downloadcode zukommen lassen (physisch warten wir noch auf die Lieferung ausm Presswerk... kannst du dann aber auch kriegen). 
Würde mich jedenfalls freuen!“ schreibt mir Anfang Juli Sebastian, den ich auch als Drummer von THE GIANT’S VAULT kennengelernt habe.


Mißmutig schrieb ich zurück: „Hey Sebastian. Von denen hab ich noch nie gehört. Kann ich da irgendwo reinhören, denn ich schreibe ungern über Musik, die mir nicht liegt!“ - weil ich wirklich noch nie davon gehört hatte und mir die Veröffentlichungsflut in diesem Jahr so langsam auf den Zeiger ging. Irgendwann hatte ich dann aber gerafft, dass Sebastian bei GRAINED trommelt und nachdem ich schon THE GIANT’S VAULT gefeiert hab, sollte GRAINED wohl stilistisch ähnlich gelagert sein.

„Vielleicht ist's ja was für dich! Wenn nicht, dann auch nicht schlimm! Les deine Sachen trotzdem noch gerne!“ ruft er mir im Chat noch hinterher. 
Das freut mich jetzt doch sehr und da ich einen Fan nicht enttäuschen will, halte ich meine Lauscher gleich auf den Stream.


„Haha, du Sack! Die Musik ist schon beim ersten Hören sehr geil!“ entfuhr es mir einen Tag später als Reaktion! Ich kam nicht aus dem Staunen und meiner Gänsehaut raus. Mir fehlten da jedoch die Worte, die nötigen Vergleiche, um die Musik für Leser schmackhaft zu machen. Ausserdem ist gerade im Sommer die Ablenkung abartig und die Sonne lädt ein zum Prokrastinieren. 
Seitdem habe ich das Album „Tunes From The Void“ noch acht Mal gehört und konnte das Gefühl, welches ich von Beginn an hatte, immer wieder abrufen.


Diese Explosion zu Beginn des Albums Namens „Gasoline“ hält im Grunde schon alles bereit um „Tunes From The Void“ zu beschrieben. Eine Berg- und Talfahrt der Emotionen. Raue rausgebellte Lyrics, von Verschnaufpausen abgewechselt, die sich hemmungslos ins Ohr bohren. Die brachialen Drums von Sebastian, der wuchtige Bass von Florian und die bratende fuzzverzerrte Gitarre von Manou. Gefühlt immer den Fuß in Richtung „clean“-Schalter, um den Verstärker auch mal kurz abkühlen zu lassen und den Druck wegzunehmen.
Da ich ja total auf so einen Gesang abfahre, dieses raue und crispe, verzweifelte, energische, geknurrte und gegurrte, nimmt er mich sofort gefangen. Da könnte Manou auch die Bedienungsanleitung vom Toaster vorsingen.


Die Koordinaten 35°28'N 138°39’E beim nächsten Song geben Halt, jedoch schicken sie den Neugierigen mitten ins Nirgendwo, genau 9454km vom Ort des Autors entfernt. Schaut gerne nach, eventuell ist meine Karte ja falsch und eure enthüllt dieses geheime Ziel auf wundersame Weise.


Wie immer gebe ich dem Leser nur einen kurzen Einblick in ein Werk und will hier nicht jedes Lied gegen das Licht halten.
Was mich fesselt sind die Zutaten, die „Tunes From The Void“ für mich spannend machen. 
Von meiner Historie als Musikhörer her, begeistert mich die Experimentierfreude, wie die meloemorockpsych-Mischung beim „Feel Sorry For The Fanatic“ -Album von MORGOTH, groovt teils wie SATYRICON’s „Mother North“, hat was von frühen ALICE IN CHAINS, klingt nach modernem Fuzzrock wie BONE MAN, ist explosiv und emotional wie frühe LINKIN PARK und auch SOUNDGARDEN-Fans werden nicht enttäuscht. Wer Chris Cornell was abgewinnen kann, wird auch von GRAINED nicht enttäuscht. GRAINED rockt los wie ich mir die FOO FIGHTERS wünschen würde. 
Der Sound des Albums braucht sich hinter Branchengrößen jedenfalls nicht zu verstecken. Das hat Seattle-Niveau.

Kompositorisch fällt mir keine Band der letzten Jahre ein, die so kompakt und auf den Punkt diesen Stilmix eingetütet hätte, ohne cheesy zu wirken. So klingt es, wenn man sich einfach gehen lässt und niemand etwas beweisen muss. Für mich ist „Tunes From The Void“ von GRAINED aus Fulda ein weiterer Soundtrack zu meinem Leben. (Andreas)


Bewertung:

Andreas9,0 9 / 10


Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 43:39 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 02.06.2017

https://grained.bandcamp.com

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