benderundschillinger dearbalance2017Hinter BENDER & SCHILLINGER stehen die beiden deutschen Musiker Linda Bender und Chris Schillinger, die bereits seit einigen Jahren gemeinsam Musik machen und dieser Tage ihr drittes Studioalbum vorlegen. Der Name der gemeinsamen Band mag dabei auf den ersten Blick etwas einfallslos erscheinen, entbehrt aber nicht einer gewissen Wahrheit, denn die beiden Künstler schaffen es im Grunde genommen auch nur zu zweit, eine komplette Band abzubilden, bei der nichts zu fehlen scheint.

Die Musik, welche sie erschaffen, kommt ihnen dabei entgegen, das Duo bewegt sich geschickt zwischen Singer/Songwriter Sachen und Popmusik, die Band selber sieht sich, verführerisch ausgedrückt, in einem „Kräftedreieck von Folk, Blues und Pop“, wobei ich sowohl unter Folk als auch unter Blues etwas anderes verstehe als da hier Gebotene.

Diese Einordnung ist letztendlich auch zweitrangig, denn man fühlt sich als Hörer direkt wohl bei und mit BENDER & SCHILLINGER. Ihr drittes Album „Dear Balance“ mag zwar mit gerade einmal 28 Minuten Länge vergleichbar kurz ausfallen, trotzdem fehlt hier wie anfangs erwähnt nichts. Die sehr stark auf Gesang setzenden Songs, den sich die beiden Künstler angenehm teilen, umschmeicheln auf wunderbare Weise die Ohren des Hörers. Versucht man diese in Worte zu packen, liegt einem ständig die Umschreibung „Melancholie“ auf der Zunge, allerdings nicht zu verstehen im Sinne von „Trauer“ oder „Depression“, sondern vielmehr geht das Ganze in Richtung einer „herbstlichen Nachdenklichkeit“ und in Richtung einer „bewussten Zurückgezogenheit“.

Man kann der Musik bedacht lauschen, sie aber auch einfach nur so hören, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen, „Dear Balance“ stellt sich dabei als ein hervorragend passender Albumtitel heraus, denn BENDER & SCHILLINGER haben es geschafft ein sehr ausgeglichenes Album zu schreiben und zu produzieren.
Die Kürze des Albums ist in diesem Zusammenhang als Vorteil zu verstehen, denn dadurch läuft man nicht Gefahr, in einer Sackgasse zu landen.
Wenn ich mich darauf beschränken darf, nur zwei der acht Songs vorzustellen, dann wähle ich als erstes das Stück „Harbour“, weil es einen schönen Spannungsbogen besitzt, bei dem auf nachdenkliche, Fragen aufwerfende Verse, ein dynamischer, fast fröhlicher Refrain folgt.
Als zweites hat es mir besonders das deutlich zerbrechlichere „Goodbye“ angetan. Insgesamt kann man festhalten, dass es dem Duo besser zu Gesicht steht, wenn man die natürlichen Elemente in den Vordergrund rückt, es gibt auf „Dear Balance“ auch einige wenige Momente, bei denen man auf elektronischere Sounds setzt, was dann den natürlichen Fluss der Musik ad absurdum führt.

Interessanterweise war mein erster Gedanke nach ein paar Sekunden des Openers „Mountains And Valleys“, ist das hier ein Stück von der hoffentlich irgendwann kommenden dritten BOY Platte? Und nun, einige Woche, später denke ich immer noch darüber nach und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen, denn ähnlich wie das Duo um Valeska Steiner und Sonja Glass verstehen es auch Linda Bender und Chris Schillinger, mit einfachen Mitteln einfache Songs zu schreiben, die trotzdem eine nachhaltige Wirkung haben können. Pop mit Tiefenwirkung sozusagen. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20168,0 8 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 28:00 min
Label: Duokat Records
Veröffentlichungstermin: 06.10.2017

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