sataninchen pandametalpartyLaut Wikipedia ist Satire „eine Kunstgattung, die durch Spott, Ironie und Übertreibung bestimmte Personen, Anschauungen, Ereignisse oder Zustände kritisieren oder verächtlich machen will.“ Diese Definition trifft wohl ganz gut, was der Berliner Künstler, der sich hinter dem recht schrägen Pseudonym SATANINCHEN verbirgt, mit seinem Debüt „Panda Metal Party“ bezweckt.

Die Scheibe ist in physischer Form bereits seit Juli erhältlich, nachdem sie bereits seit dem 25.05. in digitaler Form erworben werden kann, und hat nun nach fast 2 Monaten den Weg in meinen Briefkasten und von dort in die heimische Anlage gefunden. Und bereits nach den ersten Tönen des Intros „Morgen Mit Sorgen“ stellt man sich eigentlich nur eine Frage und diese lautet „Meine Güte, meint der Kerl das tatsächlich ernst?“ Laut SATANINCHEN selbst kommt auf „Panda Metal Party“ zusammen, was nicht zusammengehört. Man könnte sich jetzt weitere Worte sparen und das Review mit den Worten „und auch besser nie zusammengekommen wäre“ beenden, aber damit würde man es sich dann doch ein wenig zu einfach machen. Nein, hier bedarf es schon einer genaueren Analyse.

Auf die Idee Schlager im Metal-Gewand zu covern kamen schon diverse andere Musiker. Meistens handelte es sich hierbei jedoch um Vertreter aus dem Bereich des Schlagers, die ihre eigenen Songs einfach in einem anderen Sound neu veröffentlichten. Die Ergebnisse waren letztendlich entweder unfreiwillig komisch oder schlichtweg peinlich. In welche Kategorie hierbei zum Beispiel HEINO fällt, möge bitte jeder für sich entscheiden.

SATANINCHEN geht mit seinem Einmannsatire-Projekt noch einen großen Schritt weiter und covert hier bekannte Schlager- und Popsongs im Black Metal Sound. Schon alleine diese Vorstellung dürfte so manchem Black Metal Fan den Magen auf links drehen. Ein wenig beängstigend wird es dann, wenn man beim Hören der Scheibe feststellt, dass man bis auf die beiden enthaltenen Eigenkompositionen jeden Song auswendig mitsingen kann, was bei mir daran liegt, dass ich in meiner frühen Kindheit von meinem Vater, der absoluter Schlagerfan ist, zwangsweise mit einem Großteil der hier enthaltenen Stücke beschallt wurde.

Doch was soll das Ganze eigentlich? Es dürfte nicht wenige geben, die die Meinung vertreten, dass der Künstler mit seinem Werk schlicht und ergreifend nur provozieren will und die Sache auch alles andere als lustig finden. Geht man jedoch mit einer gewissen Toleranz an die Sache heran, so wird man feststellen, dass zwischen dem hier Gebotenen und einem Album von echten Größen des Black Metal zwar Welten liegen, aber die krude Mischung bei Songs wie „Wahnsinn“ (WOLFGANG PETRY), „Einmal Möchte Ich Ein Böser Sein“ (E.A.V) oder unglaublich aber wahr „Atemlos“ (HELENE FISCHER) und „Der Teufel Und Der Junge Mann“ (PAOLA) erstaunlich gut funktioniert. Über die musikalischen Qualitäten der beiden Eigenkompositionen „Katzelied“ und „Besonders Schön“ hüllt man wohl besser den Mantel des Schweigens. Diese sind jedoch zumindest textlich dermaßen bescheuert, dass sie schon wieder gut sind. Außerdem betont der Künstler selbst, dass er keinerlei intellektuellen Anspruch erhebt. Na ja, „Panda Metal Party“ ist ja auch kein Werk aus der Feder von PINK FLOYD oder RUSH.

Sieht man sich die Liste der Gastmusiker an, unter anderem finden sich hier Luci van Org (LUCILECTRIC, UEBERMUTTER), Jan Moritz (VAN CANTO) und Nina Jiers (NEOPERA), dann kommt man zu dem Schluss, dass SATANINCHEN wohl kaum einen solchen Aufwand betrieben hätte, wenn es ihm nur darum ginge, Leute zu provozieren. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Sascha Blach (EDEN WEINT IM GRAB) das Album produziert hat.

Letztendlich bleibt zu sagen, dass sich konservative Black Metal Hörer hier wohl eher vor Schmerzen winden werden, als dass sie in Jubel ausbrechen werden. Wer ohne Erwartungen an das Album rangeht, wird jedoch teilweise vor Lachen nicht mehr an sich halten können. Auch wegen des schon echt sehr übertriebenen „Gesangs“. Ich spare mir hier bewusst eine Bewertung, weil man „Panda Metal Party“ nicht als „normales“ Album betrachten kann, sondern es als das, was es ist, sehen muss. Und das ist nun einmal Satire pur. (Matthias)


Bewertung:

Matthias0,0 - / -

Anzahl der Songs: 17
Spielzeit: 62:12 min
Label: theARTer
Veröffentlichungstermin: 2017

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