Saxon - The Inner Sanctum Kaum zu glauben, dass schon wieder drei Jahre ins Land gegangen sind, seit uns SAXON 2004 mit ihrem letzten Output „Lionheart” erfreuten. Die Herren um „Frontsau“ Biff Byford sind einfach zwischen den Alben weiter präsent – so beispielsweise im vergangenen Jahr mit dem Doppel-Live-Album „The Eagle Has Landed Pt. III“.
Da fällt es einem gar nicht so richtig auf, dass mit zunehmendem Alter der Herren die Abstände zwischen den Alben auch so langsam länger werden.

Dass Biff & Co. aber mitnichten zum alten Eisen gehören, beweisen sie permanent auf ihren Konzerten – und dass sie sich ebenso permanent stilistisch behutsam weiterentwickelt haben, ist auch nicht von der Hand zu weisen. So darf man sich bei „The Inner Sanctum“ wieder auf ein ganz besonderes Machwerk aus dem Hause SAXON freuen. Das mit Mönchsgesang beginnende und für SAXON-Verhältnisse ungewohnt episch, ja fast symphonisch arrangierte „State Of Grace“ muss sich entwickeln – aber schlussendlich kann man sich der doch SAXON-typischen Gitarrenfraktion nicht entziehen. Ein wenig wie die Weiterentwicklung von „Metalhead“ tönt die Nummer.
Deutlich mehr krachen lassen es die Jungs mit der Granate „Need For Speed“ – hier ist der Name Programm, denn Drummer Nigel Glockler treibt den Rest der Instrumentalfraktion förmlich zu Höchstleistungen an, eines der besten urwüchsigen SAXON-Riffs nebst Biff in Bestform tun ihr übriges zu einem Song, der eine glatte 10 verdient hat.
Ohne auch nur eine Nuance nachzulassen drischt „Let Me Feel Your Power“ weiter mit Hochgeschwindigkeit durch die Boxen, dafür tritt man dann mit „Red Star Falling“ abrupt auf die Bremse und liefert dennoch eine Powerballade vor dem Herrn ab. Biff beweist hier, dass er sein druckvolles Metal-Shouting zweitweise auch gegen klaren und äußerst eindringlichen Gesang tauschen kann.

„I´ve Got To Rock (To Stay Alive)“ rockt in guter „Solid Ball Of Rock”-Manier vor sich hin und wartet bereits mit dem zweiten Killerriff dieser Scheibe auf, bevor „If I Was You“ wieder nach neueren SAXON und sehr modern tönt.
Dafür ist „Going Nowhere Fast“ wieder einer der Titel, die sich von der ersten bis zur letzten Note so durch die Gehörgänge bis ins Gehirn fräsen, um dort erst so richtig zu explodieren. Unglaublich, welche Energie die Herren bei dieser Nummer freisetzen.
Vom Härtegrad kann „Ashes To Ashes“ zwar noch etwas zulegen, der Track ist in sich aber etwas sperriger arrangiert und kann daher nicht ganz so effizient zünden – rockt aber weiterhin auf hohem Niveau.

Track Nummer 9 ist eigentlich gar kein vollwertiger Track, sondern mit 40 Sekunden Dauer lediglich das bedrohlich tönende Instrumentalintro für den letzten und mit über acht Minuten Spielzeit dann auch längsten Titel der Scheibe. Dieser erzählt dann in epischer Breite die Geschichte von „Atila The Hun“ – unterlegt von abwechslungsreichem Riffing und Gesang. Zwischenzeitlich drehen SAXON hier nochmal so richtig auf und ziehen alle Register.

SAXON überraschen jedes Mal aufs Neue – Mit „The Inner Sanctum“ steigern sie sich wahrlich wieder einmal. Einziger Kritikpunkt bleibt die „Mogelpackung“ mit eigentlich nur 9 Songs – und die etwas magere Spielzeit von 44 Minuten – so wenig gab es bei SAXON seit 15 Jahren nicht mehr. Lässt man dieses Manko außen vor, bescheren uns Biff & Co. die besten Riffs und durchdachtesten Arrangements – und damit ein Gros der besten Songs seit langem.
Und wem die CD alleine nicht reicht, der darf sich gerne die Limited Edition zu Gemüte führen, der eine Bonus DVD über die Tour „A Night Out With The Boys“ beiliegt.
Apropos Tour – das aktuelle Hammer-Material MUSS man sich auf der Deutschland ab dem 13.03. erreichenden Tour unbedingt geben!

Hier die Tracks als kleiner Vorgeschmack:

01. State Of Grace
02. Need For Speed
03. Let Me Feel Your Power
04. Red Star Falling
05. I´ve Got To Rock (To Stay Alive)
06. If I Was You
07. Going Nowhere Fast
08. Ashes To Ashes
09. Empire Rising
10. Atila The Hun

Note: 9,5 / 10

Anspieltipps: „Need For Speed”, „Red Star Falling”, „Going Nowhere Fast”

VÖ: 02.03.2007

Spielzeit: 44:37 min
Titel: 10
Label: SPV / Steamhammer

(Naglagor)
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