avatarium hurricanesandhalosAls AVATARIUM 2013 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum auf der Bildfläche erschienen, musste man noch davon ausgehen, dass es sich bei AVATARIUM nur um ein weiteres Projekt des hyperaktiven CANDLEMASS Schöpfers Leif Edling handeln könnte. In der Tat hatte das Debüt so etwas von CANDLEMASS-artigem Doom Rock/Metal mit Frauengesang, doch bereits mit dem Zweitwerk „The Girl With The Raven Mask“ konnte sich die Band emanzipieren und beim dritten Studioalbum, das bereits im Mai erschienen ist, sieht es nun so aus, dass Leif Edling gar nicht mehr offiziell zum Line-Up der Band gehört. Gleichwohl hat er einen Großteil des Songmaterials von „Hurricanes And Halos“ komponiert.

Ich wage zu behaupten, dass das auch eine gute Sache ist, denn Herr Edling ist einfach ein begnadet guter Songschreiber und das ist genreübergreifend zu verstehen. Nichtdestotrotz gewinnt man den Eindruck als würden AVATARIUM mit diesem Album nochmals einen großen Schritt nach vorne machen, nicht dass „Hurricanes And Halos“ besser wäre als „The Girl With The Raven Mask“, meinem Gehör zu Folge liegen beide Alben in etwa auf einem Niveau. Nein, es ist vielmehr so, dass die Band insgesamt mutiger zu Werke geht, man steckt die Grenzen des Machbaren größer und weiter ab.

Bei einem Song wie dem Opener „Into The Fire/Into The Storm“ geht man tempomäßig so flott zu Werke wie zuvor noch nie, „Road To Jerusalem“ hingegen klingt ganz schön psychedelisch, manche würden auch sagen orientalisch, aber das geht mir dann etwas zu weit als Vergleich. Das Kernstück des Albums, das sich „Medusa Child“ nennt und etwa neun Minuten lang ist, klingt wiederum erstaunlich düster und fies, was umso überraschender ist, weil man hier stellenweise mit einem Kinderchor zusammenarbeitet. So klingt es zumindest, wenngleich ein solcher nicht bei den Credits des Albums zu finden ist.

„A Sky At The Bottom Of The Sea“ ist dann wieder etwas einfacher gestrickt, liefert dem Hörer aufgrund des treibenden Drummings ähnlich wie beim Opener eine enorme Portion Energie. Passenderweise bietet „When Breath Turns To Air“ im Anschluss ganz genau das Gegenteil, vielleicht oder doch eher sicherlich die beste AVATARIUM Ballade bis her. Besonders gefällt hier, dass die Orgel das prägende Instrument ist.
Lediglich das abschließende Titelstück, das in reiner Instrumentalform dargeboten wird, mag nicht so recht zu gefallen, es klingt mehr nach einem zu lange geratenen Outro als nach einem vollwertigen, ausgearbeiteten Song. „A Kiss (From The End Of The World)“ wäre in der Tat als Albumabschluss besser gewesen.

Ferner macht sich bei diesem dritten AVATARIUM Album bemerkbar, dass Marcus Jidell an der Gitarre und Rickard Nilsson an der Orgel super miteinander harmonieren, die Soloparts, die meistens auch nicht zu ausschweifend ausfallen, machen richtig Laune, die Band schafft es insgesamt gut, den Spagat hinzubekommen, dass man die Sängerin Jeannie-Ann Smith zwar in den Mittelpunkt des Geschehens rückt, man hat aber nie den Eindruck, man hätte es mit einem Soloalbum einer einzelnen Person zu tun.

Meine liebe Redaktionskollegin Anne hat dem „Hurricanes And Halos“ Vorgänger „The Girl With The Raven Mask“ damals ordentliche 7,5 Punkte verteilt, ich hätte damals vermutlich einen Zähler mehr gezückt und da ich beide Alben wie bereits erwähnt auf einer Stufe sehe, mache ich das nun hier und freue mich, dass AVATARIUM ihren Weg konsequent und überzeugend weiter gehen. (Maik)

Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 44:40 min
Label: Nuclear Blast Records
Veröffentlichungstermin: 26.05.2017

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