pristine ninjaDie norwegische Band um die Sängerin Heidi Solheim gehörte nicht nur für mich im letzten Jahr zu den Newcomern des Jahres, das im Januar 2016 hierzulande veröffentlichte „Reboot“ hatte jedenfalls alles, was ein gutes Album brauchte. Die Einordnung Newcomer stimmt dabei gar nicht so ganz genau, denn die Band aus Tromsö existiert bereits seit einigen Jahren und kann bereits auf drei Studioalben zurückblicken, „Detoxing“ und „No Regret“ erschienen allerdings offiziell nur in Norwegen, „Reboot“ war dann immerhin auch in Deutschland halbwegs vernünftig erhältlich.

Beim nun aktuellen „Ninja“ wird dieses Problem jedenfalls komplett ad acta gelegt sein, nach den BLUES PILLS versucht der Branchenprimus Nuclear Blast nun auch PRISTINE als ähnlich gelagerte Band nach vorne zu katapultieren. Die Chancen dazu stehen nicht so schlecht, denn in der Schnittmenge aus Blues und 70ties Rock hat die norwegische Formation durchaus ihre eigene Nische gefunden. Zudem klingt der Sound der Band frisch und unverbraucht, vielleicht mag da auch eine Rolle gespielt haben, dass die Band „Ninja“ in und an nur einem Tag aufgenommen hat.

Nein überproduziert ist „Ninja“ definitiv nicht, das Album steht damit in Gegenstellung zum letztjährigen BLUES PILLS Zweitling „Lady In Gold“, der aber wiederum die deutlich besseren Songs beinhaltet. Dabei braucht man PRISTINE noch nicht einmal mit BLUES PILLS zu vergleichen, denn es reicht bereits „Reboot“ mit „Ninja“ in den direkten Kampf zu schicken und da zieht „Ninja“ leider klar den Kürzeren.

Wenn man so will, beheimatet „Ninja“ drei Paradesongs, das sind das bluesig-gospelische „The Perfect Crime“, welches eine großartige Gesangsperformance von Heidi offenbart, dann das psychedelische, experimentellere „Jeckyl & Hyde“ sowie der entspannte Albumabschluss in Form von „Regret“. Der Rest ist zwar ganz ok, man fragt sich aber trotzdem, wo sind die Kracher wie „All Of My Love“ und „Derek“ geblieben?

PRISTINE retten sich vor allem damit in den grünen Bereich, dass man es hier mit neun Songs und 40 Minuten an Musik eben nicht übertreibt, diese Kompaktheit und natürlich die Performance von Heidi Solheim lässt so manches an Kritik in den Hintergrund treten, hierzu gehört auch der etwas seltsame Orgelsound der Platte, zum Beispiel in „Sophia“ zu hören. Normal sind Orgeln etwas ganz tolles, aber hier klingt sie zuweilen nicht ganz so super, auch andere Instrumente hinterlassen einen etwas schrägen Eindruck, worunter dann beispielsweise „Ghost Chase“ leidet.

Fassen wir kurz zusammen, dann ist „Ninja“ ein schönes, solides Album zum Überbrücken der Sommermonate, ein bisschen Enttäuschung ist aber auch dabei. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20167,5 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 40:05 min
Label: Nuclear Blast Records
Veröffentlichungstermin: 23.06.2017

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