exquirla paraquienesaunvivenEXQUIRLA sind eher zufällig entstanden, als die Rockband TOUNDRA und Flamenco-Künstler Niño de Elche sich auf einem Festival, auf dem beide auftragen, kennenlernten. Man beschloss, eine Zusammenarbeit zu versuchen und nach einigen gemeinsamen Liveauftritten stand fest, dass man gemeinsam ein Album veröffentlichen sollte. Und so erblickte dann das gemeinsame Kind „Para Quienes Aún Viven“ das Licht der Welt.

Das beginnt schon mit einem eindrucks- und stimmungsvollen Spoken Word-Intro namens „Canción de E“, das gleich die richtige Stimmung aufbaut und den Hörer auf eine Reise mitnimmt, die sich mit „Destruidnos Juntos“ fortsetzt. Dabei kann die Instrumentalfraktion TOUNDRA immer wieder Spannung aufbauen, allerdings verzettelt man sich auch öfter mal in immer wieder gleichen Wiederholungen, die auf die Dauer dann doch immer wieder geradezu einschläfernd wirken. Die Stimme von Niño de Elche passt sehr gut hierzu, allerdings übertreibt es der Mann für meinen Geschmack ab und an mit dem Vibrato.

Grundsätzlich hält man sich mehr in Gefilden des Folk Rock auf, aber man kann auch richtig rocken und erinnert dann fast an die Landsmänner TIERRA SANTA. So ganz weiß ich noch nicht, was ich von diesem Album halten soll. Die meisten Songs sind sehr lang, wirken aber auch teilweise künstlich aufgebläht und langweilen nach einiger Zeit, weil sich einfach alles wiederholt und nichts Spannendes passiert (bestes Beispiel hierfür: „Un Hombre“: Ein Song, der auf über 10 Minuten ausgedehnt wird und dessen Refrain man irgendwann einfach nicht mehr hören kann). Andererseits habe ich aber auch eine Schwäche für spanischen Gesang und die Band kommt auch immer wieder mal mit interessanten Ideen um die Ecke.

Der Sound des Albums ist hervorragend, außer bei „Contigo“, das klingt als hätte man es in irgendeinem Keller aufgenommen. Davon abgesehen ist der Song eher einschläfernd als aufregend und man fragt sich schon, wieso der in dieser Form überhaupt auf dem Album steht.

Insgesamt ist „Para Quienes Aún Viven“ im Grunde ein nettes Album mit vielen spannenden Ideen, die leider nur manchmal etwas totgeritten werden. Da wäre weniger dann mehr gewesen. Manchmal hat man auch wirklich gute Ansätze, wie eben in „Un Hombre“, das mit einem leichten Shoegazeeinschlag beginnt und bei dem man es mal mit einem richtig fiesen Schrei versucht, der meiner Meinung nach aber ziemlich in die Hose geht, da sich die Stimme irgendwann einfach nur noch überschlägt und flattert. Da sollte man sich vielleicht mal bei den Kollegen, z.B. bei Audrey Sylvain, Tipps holen. Die bekommen das doch besser hin. Man hat auf öfter mal den Eindruck, dass die Band noch nicht so recht weiß, in welche Richtung sie gehen will und einfach mal verschiedenes ausprobiert. Nichtsdestotrotz ein interessantes Album mit interessanten Ansätzen, in das man mal reinhören sollte, wenn man nicht immer das gleiche hören will. Allerdings ist hier auch noch viel Luft nach oben. (Anne)

Bewertung:

Anne6,0 6 / 10

Anzahl der Songs: 8
Spielzeit: 55:13 min
Label: Superball Music
Veröffentlichungstermin: 17.02.2017

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