Dee SniderMit seinem Buch „Mein Leben als Twisted Sister – I Still Wanna Rock" hat nun auch endlich einer der schrillsten Frontmänner aller Zeiten seine Memoiren veröffentlicht. Die Rede ist von niemand anderem als Dee Snider, Sänger und Aushängeschild von TWISTED SISTER! Und wider Erwarten handelt es sich nicht um eine typische Rock-Star-Biografie, sondern um ein Buch mit Tiefe. Welches unter anderem auch aufzeigt, wie tief man als sogenannter „Rockstar" fallen kann.

peter_criss_autobio

Für Fans von guten Biografien wurde es nach dem großen Erfolg von „The Dirt" in den letzten Jahren zunehmend schwieriger zu entscheiden, welcher Biografie sie sich als Nächstes widmen sollen. Fast am laufenden Band gibt es neue Veröffentlichungen, und unter denen befindet sich auch der ein oder andere Reinfall. Ganz und gar nicht zählt dies für das Buch des ersten KISS-Drummers Peter Criss, von Anfang bis Ende reißt „Ungeschminkt" den Leser mit, und Peter Criss wirkt durchgehend sehr authentisch.

frankschaefer_metalstoriesFrank Schäfer wurde 1966 geboren und hatte durch die Gnade der frühen Geburt die Gelegenheit, zahlreiche der sagenhaften Konzerte, die unsereins nur vom Hörensagen kennt, selbst mitzuerleben. Dafür mußte er aber auch die 80er Jahre mit Dauerwelle, engen Lederklamotten und anderen modischen Grausamkeiten überleben. Er hat es geschafft. Er hat es auch geschafft, in einer Zeit ohne überteuerte, sinnlose Elektrogeräte, deren Namen mit i beginnt, zu überleben. Als wichtiger Zeitzeuge berichtet er aus einer Zeit, in der es noch den Opel Kadett gab (Gott hab‘ ihn selig – und seinen durchgerosteten Unterboden auch), in der man Musik auf Kassetten kopierte, und als sowieso alles besser war. Zumindest in den Augen aller Ewiggestrigen.

utsornr160Der erste Teil dieses Buches im Jahre 2009 schien nicht unbedingt auf eine weitere Ausgabe abzuzielen, aber der Erfolg dieser Interviewsammlung veranlasste die Autoren Bertolotti / Rutten / Rohner wohl zu diesem Schritt, kürzlich Band 2 auf den Markt zu bringen.
Rock'n'Roll und Tattoos sind seit Anbeginn ihrer Zeit quasi unzertrennlich, und mit dem stetigen Wachstum der Rockmusiker steigt auch der Trend der künstlerischen Körperverzierungen von bekannten und wichtigen Vertreter dieser Zunft. Sowohl innerhalb als auch außerhalb dieser Szene gibt es zwar auch vereinzelt Modetrendbewegungen, was Tattoos angeht, aber eigentlich hat in der Welt des Rock jeder sein eigenes Statement zu vertreten, und so manche Bunthaut hat sogar zu jedem einzelnen Bildchen eine mitunter lange Geschichte zu erzählen.

Kein Wunder also, dass es eine Fortsetzung der Erzählungen von Stars und Sternchen gibt, die in diesem Band aber auch mal über den musikalischen Tellerrand blickt und auch außerhalb der Szene interessante Personen befragt.

judaspriest_hoerbuchEigentlich bin ich ja kein großer Fan von Hörbüchern. Sie werden in der Regel zu langsam vorgelesen, wenn man etwas nicht richtig mitbekommen hat, kann man nicht einfach den Satz noch einmal lesen, sondern muß umständlich spulen und – es gibt in der Regel nur einen Sprecher, was das ganze unglaublich monoton erscheinen läßt (ungefähr wie diese osteuropäischen Synchronisationen von Filmen, bei denen dann alle Personen von der gleichen Person gesprochen werden). Aber bei einem Metal-Hörbuch über Judas Priest könnte das doch alles besser sein. Ein Grund, mal in „Der Stählerne Weg von JUDAS PRIEST“ reinzuhören.

oliveruschmann_ueberlebenauffestivalsOLIVER USCHMANN, Jahrgang 1977, studierte Literaturwissenschaft, Linguistik und Anglistik, bevor er es sich zur Aufgabe machte, satirische Ratgeber zu schreiben. Dazwischen arbeitete er unter anderem auch als Musikjournalist, was ihn in Kombination eigentlich zum idealen Autor für einen – nun, sollte man es Reiseführer nennen? – Ratgeber machen sollte, der auf den verheißungsvollen Titel „Überleben auf Festivals – Expeditionen ins Rockreich“ hört. Im Gegensatz zu Heinz Sielmann ist er auf dem Titel seine Buches aber nicht mit dem Objekt seiner Forschungen und Beobachtungen abgebildet. Statt dessen strahlt dem Betrachter eine Alkoholleiche entgegen. Man fragt sich, was für das Auge wohl besser und für den Verkauf förderlicher wäre.


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