Lemmy Life Beyond MotoerheadWeltweite Bestürzung kam über uns, als letztes Jahr kurz nach Weihnachten der Tod von Lemmy Kilmister bekannt wurde. Nicht nur das Ende von MOTÖRHEAD begann damit, sondern auch das Ende einer Rock-Ikone, die wegweisender nicht sein konnte. Wie viel Einfluss Lemmy in seinen stolzen 70 Jahren auf die damalige Musik hatte, ist kaum zu überblicken. Dennoch versuchen viele, diese ganzen Stories, Verknüpfungen, Zusammenhänge und Mitwirkungen – gerade Lemmy zu Ehren – zu dokumentieren. So auch Bandbiograph Alan Burridge, der mit dem Buch „Life Beyond Motörhead“ die Spannweite der musikalischen Karriere von Ian Kilmister zu erfassen versucht, wenngleich auch MOTÖRHEAD da eine sehr große Rolle spielen.

Der Autor selbst wird wohl ebenso sentimental wie der geneigte Leser bei diesem Werk sein, das noch zu Lemmys Lebzeiten begonnen und mit ihm zusammen erarbeitet wurde. Nach dem Lemmy-typischen, handgeschriebenen Vorwort der Hauptfigur wird erstmal kurz geschluckt, bevor es ans Eingemachte geht.
Zahlreiche Bands neben MOTÖRHEAD kamen im Laufe der Jahre zusammen, die mit Lemmy irgendein Projekt am Start hatten. Wie es dazu kam, kann im Buch nachgelesen werden. Die Biographie von Mister Kilmister ist zwar weitgehend bekannt, aber der Lebenslauf reiht sich schön in die ersten musikalischen Erfahrungen ein.

Schon in den Sechziger Jahren hatte Lemmy bestimmt mehr Kontakte geknüpft und Musiker kennengelernt als manch anderer in seiner gesamten Laufbahn. Auch andere Erfahrungen wurden gemacht, nebenbei auch mit dem anderen Geschlecht, das wohl für Lemmy neben der lauten Musik und den entsprechenden Eskapaden allgegenwärtig sein Leben bestimmte.
Nur wenige Aufnahmen existieren von dieser Zeit und wurden auch nur unvollständig später irgendwann neu aufgelegt. Während die Siebziger mit HAWKWIND anfangen und mit MOTÖRHEAD aufhören, kommt deren Karriere in den Achtzigern gewaltig ins Rollen, und diverse Kooperationen mit Bands wie TWISTED SISTER oder auch den RAMONES machen die Bands unvergesslich. Auch wenn es dabei oft Zoff und Besetzungswechsel gibt, so ist bei MOTÖRHEAD der Kurs immer ganz klar definiert.
In den Neunzigern wagt man sich auch mal auf die Leinwand oder trägt zu Filmmusik sowie Texten für andere Künstler bei, wie beispielsweise OZZY OSBOURNE oder auch SKEW SISKIN, zu denen gerade Lemmy ein sehr enges Verhältnis hatte. Aber auch DORO lässt sich gerne vom Vadda mal ans Mikro holen und baut dabei ein sehr inniges Verhältnis zu diesem Unikat auf.

Alan Burridge arbeitet mit einer Detailliertheit wirklich jede Veröffentlichung heraus, auf der Lemmy jemals an der Saite zupfte oder ins Mikro hauchte. Das Werk bietet ein kompaktes und sehr informatives Nachschlagewerk, das auf 192 Seiten bebildert inklusive Hochglanzfototeil mit allen notwendigen Angaben sämtliche Machenschaften des Meisters belegt und protokolliert.
Wer mit Lemmy allerdings nur MOTÖRHEAD verbindet, der wird sich den Kauf zweimal überlegen. Wer sich noch links und rechts davon bewegt und wen es interessiert, der wird, mit der passenden Story dazu, bestens aufgeklärt werden, denn alle fehlenden oder fehlerhaften Details wurden von Lemmy noch persönlich korrigiert und nachgereicht. Frieden seiner Asche. (Jochen)

 


Bewertung:

Jochen8,0 8 / 10


Anzahl der Seiten: 192
ISBN: 978-3-940822-07-9
Verlag: Iron Pages Books
Erscheinungstermin: 15.04.2016

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