Metallica Birth School Metallica DeathEin Buch über die größte Metalband der Welt zu schreiben erscheint nach unzähligen ähnlichen Veröffentlichungen und einem fehlenden neuen Studioalbum von METALLICA im Jahre 2014 ein wenig kurios und zuweilen auch uninteressant. Dennoch haben die beiden Rockjournalisten Ian Winwood und Paul Brannigan den Mut gefasst ein umfassendes Werk über METALLICA zu veröffentlichen. Diese schwierige Aufgabe versuchen die beiden Autoren auf insgesamt 696 Seiten zu erfüllen, ob Ihnen dies gelungen ist?

Diese Frage lässt sich gar nicht so einfach beantworten, zum Teil gibt es dazu ein klares Ja, zum Teil aber auch ein klares Nein. Ich muss aber dazu sagen, dass ich schon einige Bücher über METALLICA gelesen habe, mitunter auch das mächtige „SO WHAT!", welches so gesehen auch die einzig offizielle Biographie der Band darstellt, sofern man es als solche betiteln möchte. „Birth – School – Metallica – Death" verspricht auf dem Buchrücken, dass man die Geschichte wie noch nie zuvor erfahren würde, mit viel Sex, Drugs und Rock'n'Roll. Der erste Aspekt wird ganz gut erfüllt, letzterer allerdings überhaupt nicht. Lediglich in der ersten Hälfte des Buches, bei denen es um die berüchtigte wilde Zeit der Band geht, gibt es ein wenig „Sex, Drugs & Rock'n'Roll", und mit wenig meine ich wenig. Im direkten Vergleich zu MÖTLEY CRÜEs „The Dirt", das in diesem Bereich zweifellos Maßstäbe gesetzt hat, ist „Birth – School – Metallica – Death" extrem harmlos.

Doch eben diese Tatsache lässt diese Biographie auch ehrlicher und authentischer wirken als alles, was ich bisher über diese Band gelesen habe. Man merkt dem Buch richtig an, mit welchem Herzblut die beiden Autoren bei der Sache sind, und durch den sehr gelungenen und angenehmen Schreibstil lesen sich die über 600 Seiten sehr fließend. Auch an der Übersetzung lässt sich nichts bemängeln. Doch der Schreibstil und das Herzblut sind eben nicht alles bei einem Buch wie diesem, denn besonders der Inhalt dürfte für viele Fans interessant sein. Dies ist leider der Knackpunkt, der „Birth – School – Metallica – Death" nicht so gut aussehen lässt. Für jemanden, der die Band nicht kennt, wird das Buch eine regelrechte Offenbarung sein, und vermutlich werden manche das Teil später einmal als ihre „Black Bible" bezeichnen. Das Buch selbst ist jedenfalls sehr schick aufgemacht und lehnt sich an das Cover des „Black Albums" an. Die-Hard-Fans hingegen werden sich eher darüber ärgern, dass einige Dinge fehlen oder manches nicht genügend vertieft wird.

Man muss dabei aber berücksichtigen, dass ein Buch, das in jedes Detail gehen würde, vermutlich nicht einmal auf 2000 Seiten möglich wäre. Mir persönlich zum Beispiel fehlen interessante Details zu den Aufnahmeprozessen, wobei ein Autor unmöglich ohne das Zutun der Band an solche Informationen kommen kann. Aber auch interessante Anekdoten, wie rückseitig versprochen, zum Beispiel von dem 30. Geburtstag im Fillmore gibt es nicht zu lesen. All das und noch einiges mehr fehlten mir einfach, dennoch bietet „Birth – School – Metallica – Death" einen sehr guten Überblick über die grandiose Kariere einer Band. Immer wieder lassen die Autoren auch ihrer persönlichen Meinung Luft und stempeln einige Entscheidungen der Band als nicht besonders klug ab. Für manche mag dies positiv für das Buch sprechen, andere werden es wiederum anklagen.

„Birth – School – Metallica – Death" bietet Neueinsteigern oder denjenigen, die nur die Musik von METALLICA kennen, einen wirklich guten Überblick. Für „Die-Hard"-Fans ist das Buch nur bedingt interessant. Die umfangreichen 698 Seiten werden noch von zwei Fotoabschnitten unterbrochen, die zum Teil interessante, zum Teil bekannte Fotografien der Band zeigen. Für ein schönes Lesevergnügen und das Durchhören des gesamten Backkataloges der Band sorgt das Buch allemal, und da dies bei METALLICA ein regelrechtes Vergnügen ist, kann ich das Buch nur weiterempfehlen. (Pascal)


Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Seiten: 698
ISBN: 978-3426276471
Verlag: Droemer
Erscheinungstermin: 03.11.2014

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