Billy Idol - Dancing With Myself Die AutobiografieZiemlich parallel zu seinem neuen Album veröffentlicht BILLY IDOL in diesem Jahr auch seine offizielle Autobiografie „Dancing With Myself". Darin berichtet er ausgiebig von seinen Drogeneskapaden, dem unglaublichen Ritt auf der Welle des Erfolges im Zeitalter der Dekadenz, seinen unzähligen Frauengeschichten und auch über seine Musik. Dabei stellt sich heraus, dass der ehemalige Punk auch auf Papier sehr gut im Geschichtenerzählen ist.

Viele Hardrock-Fans werden von dem durch MTV bekannt gewordenen Punkrocker von GENERATION X nicht sonderlich viel halten. Immerhin schien es nach dem Hören seiner Musik immer so, als hätte er irgendwann in den Achtzigern damit begonnen, einfach seine Musik dem Trend anzupassen, um noch erfolgreicher zu werden. Nach dem Lesen von „Dancing With Myself" wird man darüber etwas anders denken, zumindest wenn man seinen Worten Glauben schenkt. Denn laut seiner Aussage wollte er mit allen Veränderungen in seiner Musik immer seiner Punkattitüde treu bleiben. Zum Teil lässt sich dies durchaus nachvollziehen, immerhin war er einer der ersten, der Synthesizer und Keyboards mit Rock- und Punkmusik mischte. Das Buch bietet einige sehr lesenswerte Stories, die zum Lachen und Mitfiebern anregen. Dabei schreckt er keineswegs davor zurück, seine ganzen begangenen Fehler offenzulegen. Besonders was seine ausgiebige Drogenkarriere anbelangt nimmt er kein Blatt vor den Mund. Auch die berüchtigten Sexorgien und unzähligen Frauengeschichten sind ein großes Thema im Buch. Klingt alles irgendwie sehr stark nach einer typischen Rockstarbiografie!? Nun ja, nicht ganz, an vielen Stellen geht er sehr detailreich auf die Entstehungsgeschichte einzelner Songs ein. Damit meine ich nicht, wie er die Ideen dazu bekam, sondern wie sich ein Song ausgehend von einem Akkord entwickelt hat. Dies gelingt sehr anschaulich und zumindest ich habe bisher noch keine Biografie gelesen, bei der das Songwriting so detailreich besprochen wird. Natürlich sind die Songs von BILLY IDOL nicht sonderlich komplex, dennoch ist es interessant, wie aus ganz einfachen Akkordfolgen solch bekannte Nummern wie z.B. „Dancing With Myself" entstanden. Und mit „nicht sonderlich komplex" meine ich keinesfalls das unglaubliche Gitarrenspiel von Songwritingpartner Steve Stevens, über den auch BILLY IDOL nur gute Worte verliert.

An vielen Stellen lässt er zudem tiefe Blicke in seine Seele zu, geht sehr offen mit Fehlentscheidungen und seinem Suchtcharakter um. Die zwölfjährige Auszeit wird kaum kommentiert, hier spricht er lediglich über eine Filmrolle und über den Frust nach der Veröffentlichung von „Cyberpunk". Aufgrund des großen Gegenwinds seitens der Kritiker und Fans wollte er nicht mal mehr auf die Bühne. Umso interessanter aber die Geschichte darüber, wie es dazu kam, dass er auf die Bühnen dieser Welt zurückkehrte. Ein großes Thema ist auch sein Motorradunfall kurz vor der Veröffentlichung des Erfolgsalbums „Charmed Life", durch welchen er wohl ein wenig wachgerüttelt wurde.
„Dancing With Myself" erzählt eine spannende Geschichte eines Ausnahmekünstlers, den man nach dem Lesen des Buches in einem anderen Licht sieht. Das Buch fesselt einen von Anfang bis Ende und es fällt zum Teil wirklich schwer das Lesen zu unterbrechen. Eine gelungene Biografie mit gutem Schreibstil und einer gelungenen Optik. Bebilderte Seiten gibt es zwar keine, aber dafür zwei Einschübe mit Fotos aus dem Privatarchiv der Familie. (Pascal)


Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Seiten: 464
ISBN: 978-3453267763
Verlag: Heyne Hardcore
Erscheinungstermin: 20.10.2014

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