swedenrock2018 plakatNun ist es also komplett, das Billing für die diesjährige Ausgabe des größten schwedischen Rockfestivals. Bei den letzten Bestätigungen haben die Macher erneut ein gutes Händchen für Qualität und eine enorme stilistische Bandbreite bewiesen. Leider kommt keiner mehr derjenigen, die sich erst mit den jüngsten Bestätigungen entscheiden wollten in den Genuss des Events vom 06.-09. Juni im südschwedischen Sölvesborg, denn mittlerweile sind sämtliche Tickets, auch die für die jeweiligen Tage ausverkauft. Das war bei der Klasse des Programms auch nicht anders zu erwarten, deswegen hieß es in dem Jahr schnell handeln und bestätigt die Leute dahinter erneut. Auf was sich die Glücklichen freuen können und was die Anderen noch für Bands verpasst haben und was das Festival ausmacht, lest ihr hier.

Ganz vorne stehen natürlich die BACKYARD BABIES, eine der Speerspitzen des skandinavischen Action Rock der Neunziger. Die schwedische Legende um Nicke Borg und Dregen, die 1998 mit „Total 13“ einen Klassiker veröffentlichte, feierte schon vor drei Jahren ein umjubeltes Comeback in der Norje Bucht. Grund genug, auch in dem Jahr wieder dort aufzuschlagen und den Zuschauern einen schönen Rock´n´Roll-Arschtritt zu verpassen.
Schon richtig Tradition haben die ROACKKLASSIKER ALLSTARS, die sich jedes Jahr aus bekannten schwedischen Musikern rekrutieren. Gemeinsam werden sie wie immer altbekannte Hits jammen, und dabei den Spaßfaktor unheimlich hoch halten.
Der Spaßfaktor ist auch bei CRASHDIET immer sehr hoch, mit ihnen ist die heilige Dreifaltigkeit des zeitgenössischen schwedischen Hair Metal komplett, da bereits H.E.A.T. und HARDCORE SUPERSTAR zugesagt haben. Die Band hat bereits mehrere tragische Verluste an der Sängerposition hinnehmen müssen, doch die letztjährige Single „We Are Legion“ beweist, dass mit ihnen immer noch zu rechnen ist.

Natürlich kommt da auch ein gewisser Kitschfaktor mit rein, aber der darf bei solchen Veranstaltungen gerne mal sein. Den bringen auch BATTLE BEAST, obwohl die Power Metaller härtemäßig eine ganze Schippe drauflegen. Die Finnen waren in den letzten Jahren die Aufsteiger in ihrem Genre und haben mit Frontfrau Noura Luhimo ein starkes Aushängeschild.
Zu den Vorreitern der Szene ihres Heimatlandes gehören sicherlich STRATOVARIUS, die zu Hochzeiten ihrer Spielart zu den Großen im Metalzirkus zählten. Auch den Karriereknick nach dem Ausscheiden ihres Masterminds Timo Tolkki haben sie gut weg gesteckt, allerdings haben sie sich in den letzten Jahren ziemlich rar gemacht, weswegen sicherlich einige in Sölvesborg sehnsüchtig auf sie warten.

Aus einem sehr traditionell geprägten familiären Umfeld entstammen THE RAVEN AGE. Allerdings gehen die Briten mit ihrem Groove Metal ganz andere Wege als der Vater von Gitarrist George Harris, kein Geringerer als IRON MAIDEN-Bassist Steve Harris. Deswegen wird die Truppe auch die Eisernen Jungfrauen auf ihrer kommenden Tour begleiten.
Stilistisch hin zur Moderne haben sich LACUNA COIL gewandelt, die einst im Gothic Metal anfingen. In den letzten Jahren orientierten sich die Italiener eher am amerikanischen Alternativemarkt, mit Christina Scabbia haben sie zudem eine charismatische Frontdame in ihren Reihen. Ebenfalls in den Neunzigern gestartet sind MISERY LOVES CO., die mit ihrem Industrial Metal Erfolge feiern konnten. Nach langer Auszeit sind sie seit zwei Jahren wieder zurück und feien beim SwedenRock ihre Premiere.

Für Freunde der noch härteren Gangart gibt es auch noch einen ordentlichen Nachschlag auf dem Festival, auch wenn DARK TRANQUILLITY eher melodisch zu Werke gehen. Bei ihrem Heimspiel werden sie die erfolgreiche Tour mit ihrem letzten Album „Atoma“ fortsetzen. Dabei zählt die Formation um den großartigen Frontmann Mikael Stanne zu den besten Livebands im extremen Sektor.
Eher Akzente im technischen Bereich haben PESTILENCE, die noch von den Gitarrenhelden der Achtzigern geprägt waren. Die niederländischen Vordenker des Tech Death sind seit 2008 wieder aktiv, haben im Januar mit „Hadeon“ ihr neues Album veröffentlicht und werden zum ersten Mal seit 1990 überhaupt wieder in Schweden spielen.
Die absolute Spitze der Härteschraube stellen DARK FUNERAL dar, die im Land der Elche ganz vorne in der Black Metalbewegung stehen. Nachdem Heljamadr auf dem letzten Album seinen Einstand als Sänger gab, wird er jetzt mit der Combo um Lord Ahriman seine Hassbrocken auch auf dem schwedischen Vorzeigefestival in die Menge schleudern.

Und zu guter Letzt ist es ATRAL DOORS vorbehalten am Nationalfeiertag, dem 6. Juni die Nationalhymne zu interpretieren.

Das Schöne an dem Festival ist, dass man all diese Gigs auch als komplette Shows erleben kann, denn die Spielzeiten gehen ab einer Stunde los. Die typischen Festivalauftritte findet man hier nicht, bei denen nur die bekanntesten Hits gezockt werden. Da dann auch die Pausen auf den einzelnen Bühnen länger als sonst sind, hat man genug Zeit, um auch die komplette Bühnenproduktion der jeweiligen Band aufzubauen. Damit steigert man das Erlebnis noch zusätzlich.
Ebenfalls immer großartig sind die schwedischen Fans, die das Ganze zu einer sehr entspannten Angelegenheit machen, nirgends geht es so lässig und familiär zu. Wer total chillen will, der darf auch seinen Campingstuhl mit ins Gelände nehmen. Dabei ist das Publikum alles andere als ruhig und zeigt sich sehr lebendig und vor allem textsicher. Um den Genuss perfekt zu machen wird auf dem SwedenRock bei aller Euphorie auf allzu standardisierte Interaktionsspielchen wie Circle Pits verzichtet.

Dabei kann sich der Zuschauer neben dem musikalischen Rundumschlag auch noch auf weitere Annehmlichkeiten freuen. Das Gelände ist sehr übersichtlich, für die Größe sind die Wege, auch zu den Campingplätzen sehr kurz gehalten. Alle Toiletten sind Spültoiletten, es gibt Duschhäuser auf den verschiedenen Campingplätzen. Und die Essensversorgung kennt Spezialitäten aus der ganzen Welt bis hin zu landestypischen Schlemmereien wie Kroppkakor. Durch die Vielzahl der Essensstände kommt es auch kaum zu Wartezeiten, ebenso an den Getränkeständen, an denen sogar Wein ausgeschenkt wird. (Pfälzer)

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