moonsorrow tourflyerEs scheint, als hätte der Pagan Metal das Rennen gegen den Metalcore verloren. Von den beiden bedeutendsten Strömungen im Metalbereich des letzten Jahrzehnts konnte sich diese Spielart am wenigsten durchsetzen. Mittlerweile findet das früher halbjährlich durch die Lande rollende Paganfest nur noch sporadisch statt. Doch es scheint wirklich gallische Dörfer zu geben zumindest sind KORPIKLAANI bei unseren westlichen Nachbarn immer noch richtig angesagt. Ohne neues Album auf Tour zu gehen ist zwar ein wenig ein Risiko, doch wenn man noch solche Verstärkung dabei hat wie die ihrer Freunde und Landsleute MOONSORROW, dann kann man schon mal auf Beutezug gehen. Die wiederum haben jüngst mit "Jumalten Aika" endlich mal wieder ein taufrisches Album an den Start gebracht. So formierte man sich als Doppelheadlinerpackage, um über die Lande her zu fallen.

leprous tourplakatBislang sind mir die Norweger vor allem als großartige Liveband in Erinnerung geblieben, auch wenn mich ihre Platten durchaus ansprachen. Neben einer hohen Showfrequenz entwickeln sich LEPROUS zu einem völlig eigenständigen Act, der im progressiven Bereich neue Impulse setzt. Der Erfolg des letzten Albums zieht natürlich ein paar Headlinergigs nach sich, das nicht nur direkt nach Release. So machte die Truppe erneut die Clubs unsicher und schnürte dabei mit den Australiern von VOYAGER ein richtig tolles Paket. Die waren bislang nur sehr selten auf dem Kontinent zu sehen, so dass die Gigs von dem Insidertipp ebenso wie von ihren Fans heiß erwartet wurden. NECKBREAKER war vor Ort als das Progpackage im Nebenraum der Laiterie im französischen Strasbourg gastierte.

live 20160402 0001 avantasiaEigentlich habe ich AVANTASIA ja auf dieser Tour schon gesehen. Aber eigentlich gucke ich mir AVANTASIA auch immer in Fulda an. Was also tun? Natürlich einfach zweimal AVANTASIA gucken. Einmal in meiner Heimat und einmal in Tobias Sammets Heimat. So einfach kann das sein. Ich komme mehr als rechtzeitig in Fulda an und hoffe auf einen guten Platz im Parkhaus. Doch vor Ort findet sich schon eine unglaubliche Schlange vor der Esperantohalle und im Parkhaus bekomme ich auch noch gerade so einen Parkplatz. Naja. Immerhin habe ich schnell raus, wo der Presseeingang ist (im Gegensatz zu vielen Konzertbesuchern, die sich immer wieder am Presseeingang sammeln und dann zum Ende der langen Schlange geschickt werden müssen).

live 20160331 00 avantasiaWenn Mastermind Tobias Sammet mit seiner Über-Metaloper AVANTASIA auf Tour geht, ist immer wahrhaft Großes zu erwarten. Seit der Teilnahme an der ESC-Endausscheidung ist die Popularität dieses Projekts, das in der internationalen Metalszene immer noch seinesgleichen sucht, noch weiter angestiegen, als das ohnehin schon der Fall war. Dementsprechend habe ich mich unfassbar auf das Gastspiel der „Ghostlights“-Tour in der Saarlandhalle gefreut. Mir war vorher bereits klar, dass es großartig werden würde. Meine Erwartungen wurden jedoch noch weit übertroffen.

mydyingbride tourplakatLange Zeit waren Liveauftritte des düstersten Mitglieds der Peaceville Three eine Rarität, ein paar Festivalgigs das war es auch schon. Familiäre Verpflichtungen ließen die Karriere von MY DYING BRIDE ins Stocken kommen, neues Material gab es im Schnitt auch nur alle drei Jahre. Doch die Veränderungen in der Musiklandschaft kann auch der stoischste Doom Metaller nicht verdrängen, heute muss man viel Touren, um finanziell zu überleben. So waren die Briten in den letzten Jahren wieder verstärkt unterwegs, was umso interessanter wurde, als Gründungsmitglied Calvin Robertshaw wieder an die zweite Axt zurückkehrte. Mit ihm schufen sie mit "Feel The Misery" endlich wieder ein Werk, das sich mit den Klassikern messen kann. Nun sind sie wieder unterwegs durch die Hallen des Kontinents mit ihrem neuen Opus im Gepäck, obendrauf gibt es noch die texanische Prog Metalformation OCEANS OF SLUMBER als Support. Nach 19 Jahren war auch mal wieder Saarbrücken an der Reihe, wo sie zuletzt im Rahmen der "Out Of The Dark III"-Festivals in ebenjener Garage spielten.

live 20160218 00Die genaue Recherche dürfte sehr aufwendig sein, aber ich vermute, dass es seit 1959 nicht allzu häufig vorgekommen ist, dass frisch gekürte Grammy Gewinner in der Folgewoche ihrer Auszeichnung das Saarland bespielten. Dabei darf über Sinn oder Unsinn dieser Preisverleihungsentscheidung genau so trefflich gestritten werden, wie über die Band selber, für die einen sind GHOST ein Riesenspektakel samt dazugehöriger Selbstinszenierung, für andere eine der überbewerteten Bands des Planeten.

live 20160217 00Gesucht und gefunden, diese Phrase passt perfekt auf das Duo BRAINSTORM und PRIMAL FEAR, die anno 2016 nicht zum ersten Mal gemeinsam auf Rundreise durch Europa gingen und damit das beste aus der Situation machen, dass man zwar schon seit einer halben Ewigkeit aktiv ist, aber vom Status her nicht in Regionen von BLIND GUARDIAN, HELLOWEEN, SABATON, POWERWOLF oder EDGUY angekommen ist, die mühelos alleine die Hallen voll bekommen. Halle voll kann man demnach auch nicht über die Garage an diesem Mittwoch Abend sagen, die mit ihrem Fassungsvermögen von 1500 Personen viel zu groß ist für das nicht gerade Power Metal begeisterte Saarland, selbst im abgetrennten vorderen Bereich des Venues war es noch gemütlich und kaum ein Problem selbst bei PRIMAL FEAR noch in die erste Reihe zu kommen.

2016 03 crossroads rockpalast200pxOh man, beinahe hätte ich mich auf der Autobahn für WUCAN geopfert, denn ich wollte unbedingt Zeit sparen und mich im Auto während der Fahrt umziehen. Mit Büroklamotten am Leib wollte ich nicht unbedingt in der Harmonie in Bonn den Abend verbringen. Also Schuhe aus und Hose runter und dann tja wie bremst man mit einem Schuh unter dem Bremspedal?

2016 03 amorphis eschalzetteWas kann entspannender sein, als am Ostersonntag mit lieben Menschen, die die gleiche mentale Störung wie man selbst haben, nach Esch-sur-Alzette im benachbarten Luxemburg in die Kulturfabrik zu düsen. AMORPHIS laden ein, den Abend zusammen mit TEXTURES und POEM zu einem lohnenswerten Event werden zu lassen. Kaum angekommen, Verkehr herrschte so gut wie keiner, ist auch eine Parkmöglichkeit beim benachbarten Supermarkt stressfrei gefunden. Die letzten Meter zum Ort des Geschehens werden von entspannt grinsenden Konzertgängern wie uns begleitet.

scorpions tourplakatSie haben es wieder getan, sie sind wieder auf Tournee, dabei war der Abschied eigentlich schon eingeläutet. Doch nachdem das Unplugged-Unternehmen mit MTV wieder die Tür geöffnet hatte, gab es im letzten Jahr ein großes Comeback: Album, Dokumentation und Tour. Auch wenn diese nicht mehr so umfangreich ausfällt wie die letzte, war den Shirts zu entnehmen, dass sie in die entlegensten Winkel der Erde führte. Einige dort notierten Länder muss sich das kontemporär Naviopfer erst einmal ausgoogeln. Im März stand dann die deutsche Heimat wieder auf dem Programm, die Dates waren selbstredend ausverkauft, so dass der Boden für einen erneuten Triumphzug bereitet war. NECKBREAKER war in der Mannheimer SAP-Arena vor Ort, um sich davon zu überzeugen, und zu sehen wie sich BEYOND THE BLACK im Vorprogramm schlugen.

anapopovic tourposterDer gute, alte Blues erlebt derzeit ein riesiges Revival, sucht man nach den Gründen wird man schnell fündig. Viele Leute sind einfach den ganzen glattkomprimierten Produktionen und schnelllebigen Trendbands überdrüssig und sehnen sich nach echter Musik. Nicht von ungefähr hat analog die Retrowelle ebenfalls enormen Zulauf. Mit Namen wie Samantha Fish oder Dana Fuchs gibt es auch eine starke weibliche Fraktion. Am bekanntesten und umtriebigsten kann man hier die aus Serbien stammende ANA POPOVIC hervorheben. Wie jeder gute Blueser will auch sie ständig spielen, Ende letzten Jahres war sie hierzulande unterwegs, gerade war sie in den Staaten, nun beackert sie Frankreichs Westen. NECKBREAKER hat ihre Fährte aufgenommen und ein Konzert der Dame in Strasbourg besucht, wo das Au Camionneur das ideale Ambiente bot.

joebonamassa tourplakatWenn sich so mancher Künstler auf der Höhe der Zeit befindet, kommt er schon mal auf gewagte Ideen. Als sich PORCUPINE TREE in dem Status befanden wie jetzt JOE BONAMASSA, spielten sie ein komplettes Album zu Konzertbeginn, das zu dem Zeitpunkt noch gar nicht erschienen war. Auch der Mann aus dem Bundesstaat New York fordert seine Anhänger gerne mal heraus, so bringt er live viele Cover bei seinen Shows, die nur die eingefleischten Bluesfans kennen. Einige davon findet man auf seinen Liveveröffentlichungen wieder, andere wiederum hat er noch nie aufgenommen. Bei der Flut an Veröffentlichungen fällt es seiner Gefolgschaft schon schwer ihm zu folgen, was sie nicht davon abhält, immer zahlreicher zu werden. So gibt er in manchen deutschen Städten Zusatzkonzerte und auch die Show in der Karlsruher Schwarzwaldhalle, welche NECKBREAKER besuchte, war ausverkauft. Auch auf dieser Tour stellte er sein Publikum auf die Probe, das neue Album „Blues Of Desperation" erscheint erst nach dem letzten Deutschland-Date, was alleine schon spannend war, wie viele Stücke er davon zum Besten geben würde.

live redravenWenn gleich zwei saarländische Topbands dazu einladen, einen geilen Abend mit erstklassiger Live-Musik abzufeiern, sollte man sich nicht lange bitten lassen. So geschehen am 27. Februar 2016, als RED RAVEN und SURRENDER THE CROWN im Kleinen Klub der Garage Saarbrücken aufspielten. Da es für RED RAVEN der Termin war, drei neue Songs vom kommenden Album zu präsentieren und für SURRENDER THE CROWN die Release-Party ihres zweiten Albums „Life Decides“, war dieser Samstag damit ein Pflichttermin. So fand ich mich dann auch gegen 19:40 Uhr im Kleinen Klub ein und musste mich erstmal zur Theke durchkämpfen, um an ein Bier zu kommen, dermaßen voll war die Location bereits zu diesem Zeitpunkt.

live 20160130 01everydaycircusNachdem die saarländische Band EVERYDAY CIRCUS Mitte Januar mit „Mirrors" ein sehr ordentliches Debütalbum vorgelegt hatte, wollte ich es mir am zweitletzten Tag des ersten Monats 2016 nicht entgehen lassen, mir das Material auch live zu Gemüte zu führen, um meine Meinung über die Musik bestätigt zu bekommen oder eben auch nicht. Nach zwei Wochen ausgiebigem Touren quer durch die Republik bot sich die Gelegenheit beim heimischen Tourabschlusskonzert im kleinen Club der Garage, den ich bereits einige Jahre nicht mehr besucht hatte, der sich aber in der Zwischenzeit ganz schön gemausert hat, im positiven Sinne.

vika-goes-wildWas macht man, wenn man auf den Namen Viktoriya Yermolyeva getauft worden ist, und sich international einen Ruf in der Unterhaltungsmusik erarbeiten möchte? Man legt sich einen Künstlernamen zu, denn diesen bürgerlichen Namen kann sich kein Mensch merken, und so wurde aus Viktoriya VIKA GOES WILD oder kurz VK GOES WILD. Damit konnte Vika sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sich gleichzeitig zwei Identitäten verschaffen, einmal als international angesehene Pianistin, die an renommierten Musikschulen und Universitäten ausgebildet worden ist und zum anderen als Künstlerin, die seit 2006 unter dem Namen VIKA GOES WILD bekannte und weniger bekannte Songs aus dem Rock, Pop und Heavy Metal Genre eigeninterpretiert, um das lapidare Wörtchen covern zu umgehen.

wishboneash tourflyer"January is germany" skandierte Andy Powell dereinst im Interview mit mir, und in der Tat zu Beginn jedes Jahres taucht er mit seiner Band in den Clubs der Republik auf. Auch nach fast fünfzig Karrierejahren hat man den Spaß am Musik machen keinesfalls verloren, sondern nutzt nach wie vor jede Gelegenheit, um auf der Bühne zu stehen. Da WISHBONE ASH mittlerweile kein großes Zugpferd mehr sind, beschränken sie sich auf die kleinen, intimen Venues und beackern lieber das Land flächendeckend. So muss man nicht weit fahren, um wieder zu erleben, dass "The Ash" in der Stadt sind. Bei Freudenburg von Stadt zu reden, ist ziemlich übertrieben, das beschauliche Örtchen liegt am Rande der Landesgrenze, steht aber alle zwei Jahre im Tourkalender der Briten. Dass ist nicht zuletzt dem dortigen Chef, Manfred Weber zu verdanken, der den Ducsaal nun schon seit Jahrzehnten erfolgreich führt.

vorbericht knockout festivalAm 19.12.2015 fand in der Schwarzwaldhalle Karlsruhe erneut das Knockout-Festival statt, das sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe in der Region gemausert hat und für viele Metalheads den idealen Jahresabschluss darstellen dürfte. Ich hatte in diesem Jahr das erste Mal die Gelegenheit, selbst an diesem Großereignis teil zu haben. So ließ ich mich auch durch Verkehrsprobleme nicht davon abhalten und fand mich gerade noch rechtzeitig gegen 16:45 Uhr in der Halle ein – gerade noch rechtzeitig, um mir schnell noch ein Freibier zu sichern, das es an diesem Abend als Entschädigung für die organisatorischen Probleme im Vorjahr gab. So sieht Fanservice aus!

live 20151124 01Auf die Band TONBANDGERÄT bin ich zum ersten Mal im April 2013 aufmerksam geworden, als die Band aus dem hohen Norden der Republik den Opener für BOSSE gemacht hat, und schon damals dachte ist, seltsamer Name, seltsame Band. Zwei junge Damen (Gitarre, Bass), zwei junge Herren (Gesang, Schlagzeug), gut ins Ohr gehender deutschsprachiger Indierock, irgendwie nett, irgendwie unscheinbar und irgendwie ganz merkwürdige Lyrik. So etwas wie WIR SIND HELDEN in der Light-Variante. Standen TONBANDGERÄT 2013 noch am Anfang ihrer Karriere, so hat man sich inzwischen stetig weiterentwickelt, gewann einige Musikpreise, erreichte beim BuViSoCo 2014 ein Millionenpublikum und kratzte mit dem zweiten Album „Wenn Das Feuerwerk Landet" an den Top 10 der Albumcharts. Also alles in Butter für die Band, auch die dazugehörige Tour lief gut und das Konzert in Saarbrücken wurde aus dem kleinen Club der Garage in die Haupthalle verlegt. Eine gute Entscheidung, denn erstens ist diese weitaus komfortabler und zweitens hatte man so die Möglichkeit bekommen, sich zusätzlich am ursprünglichen Termin zwei Tage vorher beim totalen Kontrastprogramm mit CARCASS und NAPALM DEATH die Rübe abzumontieren.

live 20151216 0001Nachdem mir schon das aktuelle Album von NIGHTWISH überaus gut gefallen hat, kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch die Tour zu besuchen. Dabei war ich zum einen in Oberhausen und nun auch noch im Dienste des Neckbreaker im (fast) heimischen Esch-sur-Alzette. Und als wenn NIGHTWISH alleine nicht schon gut genug wären, haben die Finnen dieses Mal mit ARCH ENEMY und ihren Landsmännern AMORPHIS auch noch wirklich hochkarätige Vorbands im Gepäck. Da bin ich ja fast (nein, wirklich) traurig, dass ich nur zwei Konzerte der Tour besuchen konnte. Interessanterweise beginnt das Konzert in Luxemburg, obwohl es unter der Woche stattfindet, aber eine ganze Stunde später als das Konzert in Oberhausen am Wochenende. Mal sehen, ob da auch die Spielzeiten gekürzt werden.

freedomcall tourplakatEin Jubiläum nach 666 Wochen zu feiern, auf die Idee muss man erst mal kommen. Es war allerdings keine ultraböse Extremmetalcombo, denen das einfiel, sondern ausgerechnet den fröhlichsten aller Happy Metaller. Und so veröffentlichten sie eine Re-Issue-Box ihres erfolgreichsten Albums "Eternity" unter dem Titel "666 Weeks Beyond Eternity". Da so ein Ereignis gefeiert werden muss, ging es zum Ende des Jahres mit ebenjenen Songs der Scheibe auf Tour, spielen wollen die Jungs ja ohnehin immer. Eine der Stationen führte sie ins grenznahe Colmar in Frankreich, in jenem Land indem es jüngst einen Terroranschlag auf ein Rockkonzert gegeben hatte. Weder an der Grenze noch am Eingang gab es großartige Kontrollen, Angst hatte dennoch keiner, die sollte an dem Abend weg gelacht werden. Begleitet wurden sie von den Italienern DRAGONHAMMER, an dem Abend gesellte sich mit SYR DARIA noch ein lokaler Support dazu.


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