mantar tour 2017Ein Konzert an einem Freitag Abend zieht schon einige Leute mehr an als mitten unter der Woche, zumal wenn es sich auch noch um ein solch ansprechendes Package handelt.
Das Neugäßchen war dementsprechend gut gefüllt, die Erwartungen wurden sogar übertroffen. Zum Glück hat nicht nur der Zeitplan nach der Arbeit hingehauen, auch die Parkplatzsuche erwies sich erstaunlich unproblematisch. So konnte man sich gelassen vor dem Eingang zum Kleinen Klub in die Menge mehr oder weniger bekannter Gesichter einreihen, auch wenn der Einlasstermin schon einige Minuten überzogen ist.

Dieser Zustand sollte wider Erwarten auch länger anhalten als gewohnt. Eine ganze Stunde später gehen die Türen auf, und die geduldigen, aber dennoch genervten Fans aus allen Ecken der Region freuen sich, dass es endlich losgehen kann.
Wie sehr sich das Warten gelohnt hat, wird sich erst noch zeigen, aber die Fragen nach den Ursachen der Verzögerung ebben schnell ab, denn noch während des Einlasses ertönen die ersten harten Töne des Openers.

DEATHRITE
Die Zeit drängt, daher geben die Herren aus Dresden direkt Vollgas und fackeln nicht lange mit Ansagen. Allerdings ist auch schon kein Vorankommen mehr im Club, somit fallen Fotos leider flach, und die letzten Töne werden noch in vollen Zügen genossen. Eine Anlehnung an ENTOMBED der Anfangstage ist bestimmt nicht ungewollt, und so nehmen die zahlreichen Metalfans wohlwollend jeden Ton des Vierers auf. Der Old-School-Schwedensound steckt an, und die Begeisterung lässt die anfängliche Frustration schnell ablösen. Kurz und schmerzlos, so kann man das haben.

DESERTED FEAR
Auch die Thüringer versuchen den Umbau schnellstmöglich abzuschließen und die Bühne zu entern. Trotz Stress kommt das Quartett gut gelaunt und hochsympathisch nach vorne und setzen nahtlos da an, wo DEATHRITE kurz davor aufgehört haben.

Von den frühen Neunzigern geht es nun allerdings mehr in die Endphase dieser Dekade. Schwedisch bleiben die Klänge dennoch, von langsam bis schnell, von Geschraddel bis Melodien ist hier alles vertreten. Der nahezu ausverkaufte Club hat sichtlich und hörbar einen Mörderspaß, und diese Begeisterung wirkt sich auch auf die Spielfreude der Band aus, die mit jedem Song noch eine Schippe auflegen. Aber auch diese Freude muss sich zeitmäßig einschränken aufgrund des engen Ablaufplans.

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MANTAR
Auch wenn MANTAR nur aus 2 Musikern besteht, muss dennoch alles für eine vollständige Band umgebaut werden. Der unübliche Face-To-Face-Aufbau inklusive Soundcheck braucht seine Zeit, immerhin bedient Multitalent Hanno quasi zwei Gitarren und einen Bass in Personalunion. Unterstützt von Drummer Erinc hämmern MANTAR direkt ihre Hits in die hungrige Menge, die jeden Song dankbar annehmen und sich bei jedem Ton aufs Neue erfreuen. Wie schon bei den Vorgängern kommt die Grätschenpräsentation immer wieder gut an und macht Lust auf mehr.

„Die Proleten aus dem Norden sind hier.“ kündigt Hanno nach einigen Songs an und erklärt mitunter die Ursache der Verzögerung. Ein abgefallener Auspuff und ein mehrstündiger Stau füllte den „Sack voll Hass“ artgerecht auf, und dieser aufgestaute Hass konnte standesgemäß in positive Energie umgewandelt werden, denn in Saarbrücken ginge das an einem Freitag Abend am Besten, da diese Stadt eine scheinbar manifestierte Traurigkeit bestimmt. Der Süden scheint ja für die Nordlichter ein vielversprechendes Pflaster zu sein.
Als dann bei „Era Borealis“ noch alle Kehlen den Refrain übernehmen, ist der Erfolg des Abends bestätigt. Auch wenn MANTAR ebenso ihre Setlist gekürzt haben, so bekam man doch mehr als erwartet. Die Stimmung war am Überkochen, und nach der knappen Stunde Spielzeit sah man auch ausschließlich zufriedene Gesichter.

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Trotz anfänglicher Unstimmigkeiten war dieser Feierabendevent ein voller Erfolg und ein gelungener Einstieg ins Wochenende der mehreren hundert Besucher.
MANTAR befinden sich weiter im Aufwind, und bestimmt verlangt der nächste Besuch der Bremer Stadtmusikanten schon eine größere Location. (Jochen)

 

(Fotos: Jochen)

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