20170324 rammstlive ein paris 01Wie mittlerweile bekannt ist, erscheint der neue RAMMSTEIN-Konzertfilm im Mai auch für das Heimkino. Dennoch macht eine Kinoaufführung eines solchen Streifens einiges daher, und deswegen lohnt sich der Weg zur großen Leinwand.

Die Vorboten und ersten Kritiken zum Film ließen es bereits vermuten, es handelt sich hierbei keineswegs um einen einfachen Konzertmitschnitt. Darüber hinaus gelingt es RAMMSTEIN erneut die Gemüter zu erhitzen. Und dazu muss die Band nicht einmal viel kommentieren. Die Bildsprache reicht aus, um Kritiker auf die Barrikaden zu bringen. Damit erreicht die Band genau das, was sie möchte, man denke nur an die Veröffentlichung ihres Musikvideos zu „Pussy“. Doch Medientrubel hin oder her, mit „Rammstein: Paris“ veröffentlicht die Band einen durchaus sehenswerten Konzertfilm der besonderen Art, das ist sowohl im Positiven als auch im Negativen gemeint. Denn man sollte als Fan kein reines Konzert erwarten. Wenn Till Lindemann zu „Frühling In Paris“ in der Luft schwebt, erinnert das an die Special-Effects von großen Hollywood-Produktionen. Ähnlich sieht es mit einer Reptilien-Zunge und Reptilien-Augen bei Lindemann aus, doch so gesehen sind es interessante Effekte, die eventuell die Abgrenzung zu regulären Konzertmitschnitten darstellt. Ob dies die Zukunft ist oder ob es überhaupt eine Grenze zwischen Konzertfilm und Konzertmitschnitt zu ziehen gibt, sollte jeder für sich selbst wissen.

Der Film selbst hat durchaus seine ruhigen Momente, überfordert hin und wieder aber durch viel zu schnelle Schnitte, andererseits wird dadurch die Hektik des Konzerts gut eingefangen. Auch wenn ich die Band bereits live erleben durfte, konnte ich auf „Rammstein: Paris“ viel Neues an der Show entdecken. Sachen, die man aus dem Publikum heraus nicht sieht oder nur andeutungsweise wahrnimmt. Einige Dinge davon sind durchaus interessant, andere Einblicke wie z. B. beim Song „Bück Dich!“ hätte man hingegen lieber nicht gesehen. Aber das macht RAMMSTEIN aus, und daher ist es kein Wunder, dass die Band vom Pariser Publikum frenetisch gefeiert wird. Mehr als einmal hört man das Publikum sehr deutlich anstelle von Till Lindemann die Textstellen mitsingen. Lindemann geht darauf ein und hält das Mikro mehrfach ins Publikum, eine Geste, die mir von RAMMSTEIN bisher nicht bekannt war.
Die Band versteht ihr Handwerk und das macht dieser Konzertfilm noch einmal mehr als deutlich. Dabei gelingt es dem schwedischen Regisseur Jonas Åkerlund sehr gut die Atmosphäre des Konzerts einzufangen; obwohl mir einige Schnitte zu schnell sind und einige Effekte in meinen Augen überflüssig sind, gibt es dem Ganzen auch irgendwie das gewisse Etwas. In jedem Fall zeigt der Konzertfilm wo die Band 2017 steht, auch wenn die Aufnahmen von zwei März-Konzerten aus dem Jahr 2012 stammen. (Pascal)

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Hauptberuflich wollen RAMMSTEIN ja mal generell eines: provozieren. Und das gelingt ihnen auch wieder formvollendet mit diesem Film. Die Band legt bekanntermaßen ihren Schwerpunkt auf ihre Live-Präsenz, und dabei geht es neben der brachialen Musik hauptsächlich um die visuelle Darstellung. Auch für die sechs Musiker ist klar, dass sie rein von der musikalischen Darbietung nicht unbedingt den Innovationspreis verdient haben, denn diese besteht im Kern nur aus harten Gitarrenriffs, maschinenartigen Drums und natürlich Lindemanns außergewöhnlicher stimmlicher (und auch textlicher) Darbietung. Dafür sind die Shows auch entsprechend ereignisreich. Ob da noch eine Schippe mehr aufgelegt werden muss und allzu offensichtlich Overdubs verwendet werden müssen, kann und will man nicht allgemein diskutieren. Wie der Streifen allerdings ohne riesige Kinoleinwand und ohne Dolby 5.1 mit dicker Lichstpielhausbeschallung rüberkommt, muss jeder gemäß seiner heimischen Anlage einschätzen können.

Der Unterhaltungsfaktor von „Rammstein: Paris“ ist jedenfalls gewohnt hoch, wenn man auch vielleicht mit der ein oder anderen Off-Stage-Aktion gerechnet hat. Dafür gibt es eine nach wie vor beeindruckende Inszenierung ihrer beliebten Songs, die die Franzosen auch gerne textsicher mitskandieren. (Jochen)

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Ein besonderer Dank an das Team vom UCI-Kinowelt.

(Quelle Fotos: filmpresskit)

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