MINISTRY FBTE Tour poster MINISTRY werden immerzu als die Pioniere des Industrial-Metals gefeiert. Spätestens seit ihrem Besuch in der Garage in Saarbrücken am 12.08.2016 kann ich diese Aussage nun unterschreiben. Der erste Livekontakt mit der Band um den außergewöhnlichen Frontmann Al Jourgensen verlief genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Dabei hätte ich nicht unbedingt damit gerechnet, schließlich waren die letzten Live-Kritiken mitunter sehr durchwachsen.

MEMBRAN
Als Vorband konnten kurzfristig die Saarländer MEMBRAN gewonnen werden. Sehr schade, dass diese bereits um 19:30 Uhr auf die Bretter mussten. Der eigentliche Konzertbeginn war laut Webseite mit 20:00 Uhr angegeben. Der Saal war daher nur spärlich gefüllt und so verpassten viele MINISTRY-Fans einen wirklich gute Vorband, die wie die Faust aufs Auge passte. Insgesamt bot die Band eine Mischung aus hartem Nu-Metal mit außergewöhnlichen Songstrukturen und geilen Gitarrenriffs. Mit insgesamt drei Gitarren (Sänger Jørn spielt bei vielen Songs ebenfalls mit) drückt die Band ordentlich und gibt von der ersten Minute an Vollgas.

Ein sehr gelungenes Konzert, das durch besondere Gadgets wie einem Megaphon noch deutlich aufgewertet wird. Die besondere Stimme von Sänger Jørn, die treibenden Riffs und ein sehr cooler Groove erschütterten die Garage Saarbrücken in ihren Grundfesten, leider hielten sich die Reaktionen vom Publikum stark zurück. Die Band existiert bereits seit 2010 und ist an mir leider völlig vorbei gegangen. Gegen Ende des Konzertes wurden in den ersten Reihen noch fleißig CDs des Debüt-Albums „Newsick“ verteilt. Wirklich schade, dass die Band früher loslegen musste, sie hätten mit diesem Konzert sicherlich nicht nur mich von ihren Qualitäten überzeugt.

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Setlist MEMBRAN:
Dick-Tator
Shock-Shock
Kinski
Labyrinth
Honeymoon Syndrom
Schizophonic Lifestyle
Dogface
Dr. Caligari
Incrowd

MINISTRY
Nach einer Umbaupause war es um 20:40 Uhr soweit. Die Leinwand zeigte den Videoclip zu „Hail To His Majesty (Peasents)“, durch welchen das Publikum digital durch Al Jourgensen begrüßt wurde. Ein gelungener, wenn auch unerwartet langsamer Einstieg. Deutlich härter gerät das anschließende „Punch In The Face“, bei dem Al auch einen Fan in der ersten Reihe mitsingen lässt. Die Band strahlt von der ersten Minute an eine schier unglaubliche Aura aus, die sich auch im Publikum bemerkbar macht. Ab dem dritten Song gibt es kein Halten mehr und die Menge rastet regelrecht aus, hier kann kaum noch einer still stehen. Die Energie und Härte, die MINISTRY transportieren, ist gefühlt grenzenlos und verdeutlicht mir auf einen Schlag, weshalb ich dieses Konzert einfach sehen musste. Zwar ist MINISTRY nicht ganz meine Richtung, aber das tut live oftmals wenig zur Sache. Obwohl sich Al Jourgensen bis auf die Songtitel mit Ansagen sehr zurückhält, hat er das Publikum von der ersten Minute an fest im Griff, und mit jedem Song legt der Härtegrad ein wenig zu.

Von der letzten Platte „From Beer To Eternity“ werden zu meinem Glück lediglich drei Songs präsentiert, vom Vorgänger „Relapse“ hätte ich mir zumindest noch „Ghouldiggers“ gewünscht. Ebenso fehlte mir „Jesus Built My Hotrod“. Doch das ist nun wirklich eine rein persönliche Einschätzung von mir, wirklich meckern lässt sich nämlich nicht. Die großen Hits wie „Just One Fix“, „So What“ und „Psalm 69“ stechen natürlich heraus und ziehen auch das Tempo im Pit deutlich an. Gerade bei „Just One Fix“ geht es drunter und drüber. Nicht nur mir huscht dabei ein leichtes Grinsen übers Gesicht, zwar stehe ich nicht mittendrin, aber diese Atmosphäre genießt jeder Besucher sichtlich.

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Blicke ich zurück auf das diesjährige Wacken-Konzert, welches ich mir via Arte ansehen konnte, ist Al Jourgensen an diesem Abend deutlich besser bei Stimme und gibt ordentlich Gas auf der Bühne. Die Stroboskop-Lichter und die harten Riffs tragen zu einem wahnwitzigen Konzerterlebnis bei. Auch wenn manch einer diesen Abend schlicht als „infernalischer Lärm“ bezeichnen würde, war es für mich persönlich ein unglaubliches Erlebnis. Zu meiner Überraschung hat die Band insgesamt eine sehr gute Ausstrahlung und wirkt wie eine richtige Band. Nach den zuletzt recht turbulenten Zeiten (Auflösung, Neu-Aufstellung, etc.) hätte ich das nicht wirklich erwartet. Zudem scheint die Band ordentlich Spaß zu haben, auch wenn nur selten gelächelt wird, das Image muss eben stimmen. Wobei ich hier auch sagen muss, dass ich nicht ganz sicher bin, ob es wirklich nur des Images wegen ist; dass Al Jourgensen überhaupt noch lebt grenzt an ein Wunder.

Der größte Kritikpunkt an diesem Abend bleibt aber die recht kurze Spielzeit, um 22:00 Uhr ist der Zauber nach einem zwei Song starken Zugaben-Block vorbei. Es mag zwar cool rüberkommen, wenn Jourgensen zum Abschied einfach das Mirko auf den Boden donnert. Wenn er dann aber die Fans trotz weiteren Zugabe-Rufen stehen lässt, ist das etwas schade. Allerdings hatte ich mit einer recht kurzen Show bereits gerechnet, schließlich ist das bei amerikanischen Bands mittlerweile leider der Standard.

Insgesamt wurde an diesem Abend einiges geboten, und so lässt sich trotz der Kritik an der Spielzeit und Setlist nichts weiter bemängeln. So gesehen ein Abend, der genau meinen Erwartungen entsprochen hat, eigentlich mehr als das. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich MINISTRY derart umhauen, und auch MEMBRAN haben als Vorband sehr gute Arbeit geleistet. Wer sich mit der kurzen Spielzeit von MINISTRY anfreunden kann, sollte sich das nächste Konzert in der Nähe ansehen. Alle anderen sollen weiterhin den Kopf schütteln und über den „infernalischen Lärm“ schimpfen, dann aber bitte laut mitsingend zu „Jesus Built My Hotrod“. (Pascal)

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Setlist MINISTRY:
Hail to His Majesty (Peasants)
Punch in the Face
PermaWar
Rio Grande Blood
Señor Peligro
LiesLiesLies
Waiting
N.W.O.
Just One Fix
The Missing
Deity
Stigmata
Thieves
________________
Psalm 69
So What


Alle Bilder: Klaus

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