20150424 Aerosmith Rocks Donington Plakat newDa mir das Erlebnis AEROSMITH live zu sehen bisher verwehrt blieb, war die Freude umso größer als ich erfuhr, dass UCI-Events den neuen AEROSMITH Konzertfilm „Aerosmith Rocks Donington" in den UCI-Kinowelt Kinos zeigen würde. Also packte ich am 18.05. meine Siebensachen und machte mich auf den Weg nach Donington, bis mir auf halber Strecke einfiel, dass es doch nur nach Kaiserslautern geht.

Generell haben Aufnahmen von Festivalshows für mich einen größeren Reiz als die von Hallenshows. Dies liegt zum einen an dem „Festivalfeeling", das bei manchen Konzertmitschnitten deutlich mitschwappt, und auch die allgemeine Atmosphäre wirkt immer irgendwie cooler. Natürlich sind Festivalshows für Bands immer mit größeren Risiken verbunden, und auch der Sound ist meistens nicht so gut abgemischt wie es bei einer Hallenshow der Fall ist. Mit „Aerosmith Rocks Donington", aufgenommen 2014 auf dem Download-Festival, wird eben jenes Festival gut eingefangen, und innerhalb weniger Sekunden habe ich das Gefühl live dabei zu sein. Steven Tyler singt absolut famos und sogar die hohen Screams bei „Walk This Way" bekommt der mittlerweile 67-jährige noch sehr gut hin. Sein Sidekick Joe Perry spielt nach wie vor einzigartig und wirkt mittlerweile wie eine etwas andere Version von Keith Richards. Dabei wirkt Perry jederzeit extrem cool und scheint sehr viel Spaß an seinem Schaffen zu haben. Gitarrenpartner Brad Whitford steht wie jeher ganz ruhig und gelassen in der anderen Ecke der Bühne und zeigt kaum Regung. Dabei spielt der oft unterschätze und wenig beachtete Gitarrist verdammt gute Solos und kann rein durch sein Spiel überzeugen.

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Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass die beiden Toxic-Twins Tyler und Perry jedem anderen Bandmitglied, wenn auch unabsichtlich, die Show stehlen. Da kann Basser Tom Hamilton auch noch so oft auf den Laufsteg gehen, seinen großen Auftritt hat er letzten Endes doch nur bei „Sweet Emotion". Joey Kramer hingegen geht gerade aufgrund des Sounds von „Aerosmith Rocks Donington" ein wenig unter. Zwar gesellt sich Perry des Öfteren zu dem talentierten Drummer, leider ist das Schlagzeug insgesamt aber zu leise. Gegen Ende des Konzertes wurde zwar etwas nachgeregelt, doch bis gut zur Hälfte klingen die Drums einfach nur dünn. Besonders auffällig ist dies beim Gassenhauer „Livin' On the Edge", der prägnante Schlagzeugbreak kommt nur halb so gut rüber wie auf Platte.

Doch das ist so gesehen wirklich schon der einzige Punkt, den man kritisieren könnte, die Band spielt in Höchstform und stachelt auch das Publikum zu Höchstformen an. Dabei ist immer wieder amüsant zu sehen, dass gerade die verschmähten Balladen der Band am lautesten von den Fans mitgesungen werden. Aber auch das ist wenig überraschend, wer kann schließlich widerstehen, wenn Steven Tyler auf einem weißen Flügel „Dream On" einstimmt und Joe Perry auf eben diesem Flügel stehend sein Gitarrensolo spielt. Die Setlist bietet ein gutes Best-of-Programm mit sämtlichen Hits, wie immer vermisst der treue Fan hier aber Titel. So wird zum Beispiel „Back In The Saddle" im Abspann zwar als Credit gelistet, ist aber nicht Inhalt des Konzertes. Auch rockige Nummern wie „Rats In The Cellar" oder „Rag Doll" wären extrem cool gewesen. Doch an der Setlist werden sich wie immer die Geister scheiden und daher sollte das kein großer Kritikpunkt sein. Das Bild des Mitschnitts ist durchweg sehr scharf und Effekte werden nur sparsam eingesetzt, lediglich ein kleiner Zeitlupeeffekt wird hin und wieder verwendet. Die Schnitte sind in einem angenehmen Tempo, wodurch man dem Konzert gut folgen kann. Durch viele Schwenks auf das Publikum wird zudem die Livestimmung sehr gut eingefangen.

AEROSMITH überzeugen auf ganzer Linie und präsentieren sich auf „Aerosmith Rocks Donington" als starke Band, die so gar nicht wirkt, wie sie in der Presse von Zeit zu Zeit dargestellt wird. Zwar weiß man nie sicher, was an den Auflösungsgerüchten und dem angeblichen Ärger zwischen den Toxic Twins dran ist, doch all das rückt in den Hintergrund, wenn die Band die Bühne betritt und mit „Train Kept A Rollin'" loslegt. Was für eine Show, was für ein Konzert, was für eine Band! (Pascal)

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(Quelle Fotos: UCI-Kinowelt)

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