doro live 01Die Queen ist zurück. Nein, nicht die von England, sondern "unsere" Metal-Queen DORO PESCH. Am Sonntag, den 19.04.2015, fand sich die First Lady des Heavy Metal und Hardrocks in der Garage in Saarbrücken ein, nach über drei Jahrzehnten auf der Bühne immer noch hungrig und spielfreudig. Und die Fans pilgerten zahlreich dort hin, um dabei zu sein. Unter ihnen natürlich auch ich, schließlich begleitet mich die Musik der obersympathischen Düsseldorferin und ihrer ebenfalls total sympathischen Bandkollegen nun schon seit Jahren. Also fand ich mich gegen 19:30 Uhr in der zu diesem Zeitpunkt schon fast komplett vollen Garage ein, um der Dame mal wieder meine Ehrerbietung zu erweisen. Nachdem ich mich noch kurz mit den Kollegen ausgetauscht hatte und zu der Feststellung kam, dass es keinen abgesperrten Fotograben gab, war gerade noch Zeit für ein Bier und dann gingen die Lichter auch schon aus.

SPITFIRE
Eröffnet wurde der Gig pünktlich um 20 Uhr von den norwegischen Hardrockern SPITFIRE, die mit ihrem erdigen und bodenständigen, ja schon fast ein wenig altmodischen Hardrock den momentanen Retro-Trend im Heavy Metal gut zu nutzen wissen. Die vier Jungs eröffneten ihre Show mit einem krachenden Intro aus der Konserve und einem wummernden, stampfenden Schlagzeug-Einsatz, in den dann schnelle, krachende Gitarren einfielen. Allerdings folgte schon beim ersten Gesangseinsatz die Ernüchterung: der Sound klang zwar insgesamt wirklich gut, leider war der Gesang aber zu leise abgemischt, weswegen man die ersten Strophen des Openers "Out Of Tune" kaum verstehen konnte. Das besserte sich auch im Verlauf des Gigs leider kaum und zu allem Überfluss war der Hintergrundgesang dann auch noch lauter als der Leadsänger - und das war schon verdammt schade, denn der Sänger konnte sich absolut hören lassen.

Die Norweger lieferten insgesamt eine gute, wenn auch nicht überragende Show. Allerdings ließ sich das Publikum davon überhaupt nicht beeindrucken und kam überhaupt nicht aus dem Quark. Da war nicht ein einziger im Publikum, der mal die Faust erhoben oder die Rübe geschüttelt hätte. Mir taten SPITFIRE daher schon fast ein bisschen leid. Da hatten sie schon mal das Glück, als Vorband eine fast volle Halle vorzufinden und dann kam vom Publikum überhaupt nichts zurück, auch wenn die einzelnen Songs brav mit Applaus honoriert wurden. Leute, wenn Ihr schon klatscht, dann bedeutet das doch, dass Ihr es gut findet - dann zeigt das doch bitte auch während der Songs und macht mit. Nach relativ kurzen 35 Minuten war der Auftritt der Norweger dann auch vorbei, und trotz der verhaltenen Publikumsreaktionen sprach der Sänger doch tatsächlich von "the best audience" - so viel Professionalität muss bewundert werden.

Setlist SPITFIRE:
Intro
Out Of Tune
Murder Angels
Far Away
Gimme Some
Nightmare
Poor And Dead
Fuel To Burn
Demon Train
Dogfight

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DORO
Nach der folgenden, gut vierzigminütigen Umbaupause ging das Licht in der Halle um 21:20 Uhr zum zweiten Mal aus. Nachdem bereits 15 Minuten vorher die ersten "Doro, Doro"-Chöre durch die Halle schallten, betrat die Band endlich unter frenetischem Jubel der Fans die Bühne. Nachdem Bassist Nick Douglas es sich erst mal nicht nehmen ließ, die vordersten Reihen komplett abzuklatschen, bretterten die Jungs gleich mal die vertrauten Klänge von "A Touch Of Evil" runter und zu diesen stürmte dann, wie man es von ihr gewohnt ist, DORO auf die Bühne. Auch sie ließ es sich nicht nehmen, in den Gesangspausen reichlich High Fives in den ersten Reihen zu verteilen, und auch das kennt man von dem blonden Energiebündel: ihre Fans sind einfach die Nummer Eins für sie und das zeigt sie gerne.

Der fehlende Fotograben, der für die anwesenden Fotografen natürlich ein Ärgernis ohne Ende darstellte, war für die Fans an dieser Stelle und während der folgenden 100 Minuten natürlich von Vorteil. Ungebremst schmetterte DORO erst mal satte vier WARLOCK-Songs unter's Volk, lediglich von einer neueren Nummer unterbrochen. Überhaupt war das gesamte Set an diesem Abend sehr oldschoolig, mal abgesehen von sieben Songs wurden tatsächlich nur WARLOCK-Sachen gespielt - da ging den älteren Fans natürlich das Herz auf und mir ging es da nicht anders. Ob nun "I Rule The Ruins", "Burning The Witches" oder die obligatorischen "Für Immer" und "All We Are", ein solch im besten Sinne altmodisches Set habe ich schon länger nicht mehr von der Band gehört. Auch der Sound war hier um einiges besser als bei der Vorgruppe: Lautstärke und Mischung waren fast perfekt. Umso unverständlicher war es dann auch für mich, dass trotz energiegeladener, vor Spielfreude sprühender Show das Publikum immer noch nicht so richtig aus dem Quark kommen wollte. Abgesehen von den vorderen, geschätzten zehn ersten Reihen bewegte sich während der Songs immer noch nicht viel, auch wenn natürlich Hits wie "Fight For Rock" oder "True As Steel" mitgesungen und mit begeistertem Applaus quittiert wurden. DORO und ihre Jungs haben sich an dem Abend, wie ich es nicht anders von ihnen gewohnt bin, wirklich den Arsch abgespielt für ihre Fans - und da ist Applaus einfach nicht genug, da müssen die Hände erhoben, da muss mitgesungen werden, da müssen die Haare fliegen.

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Sei's drum, die Queen hatte jedenfalls trotzdem mächtig Spaß und mir tat es den ganzen Abend leid, dass ich mich zurückhalten musste, da ich wusste, dass am folgenden Morgen um 6 Uhr der Wecker klingeln würde. Vielleicht war das bei den hinteren Reihen der Konzertbesucher ja das gleiche Problem - trotzdem tut es dann keinem weh, wenn man bei den wirklich geilen Songs, die geboten wurde, mal die Hände zum Klatschen hebt, mal die Faust gen Himmel reckt, mitsingt und den Kopf schüttelt. Es verlangt ja keiner, dass man sich bei einem Konzert, auf das ein Werktag folgt, komplett zerlegt. Aber ein wenig mehr Enthusiasmus bei der geilen Show hätte es doch sein dürfen. Aber die ersten Reihen verdienen ein Lob für ihren Einsatz - die haben die Scharte wieder einigermaßen ausgewetzt.

DORO freilich weiß ganz genau, wie man den Fans zeigt, was sie einem bedeuten. Sie verabschiedete sich von ihrem Publikum mit den folgenden Worten: "Ich brauch keine Geschenke, das schönste Geschenk für mich ist es, wenn Ihr zu den Konzerten kommt!" DORO hätte gerne noch länger gespielt, wegen der Sperrstunde musste sie ihren Gig jedoch pünktlich um 23 Uhr beenden. Sie ließ es sich aber nicht nehmen, noch länger auf der Bühne zu verweilen und Autogramme zu verteilen, während um sie herum bereits abgebaut wurde und wir die Garage nach einem wirklich geilen Konzert verließen. Das ist wahre Hingabe an die Fans und das zeigt erneut, was für eine bodenständige, sympathische und liebenswerte Person sie ist. (Dennis)

Setlist DORO:
A Touch Of Evil
Live To Win
I Rule The Ruins
Burning The Witches
Fight For Rock
Night Of The Warlock
Without You
Metal Racer
Raise Your Fist
Catch The Rainbow
Für Immer
True As Steel
Out Of Control
Drum Solo
We Are The Metalheads
Revenge
All We Are
Metal Tango
Love Me In Black
Hellbound

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Fotos: Jenny - Jay Jay's Art

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