live 20140730 02 00 BlackStarRidersEs mag ehrenhaft und vorbildlich sein, dass sich Scott Gorham samt seinen Bandkollegen nach der ersten gemeinsamen Tour und vor Veröffentlichung des starken „All Hell Breaks Lose" Comeback Albums dazu entschlossen haben, den Namen THIN LIZZY nicht weiter zu verwenden, um dem viel zu früh verstorbenen Phil Lynott den verdienten Respekt zu erweisen, aber ob es clever war, darüber kann man nach inzwischen zwei Jahren BLACK STAR RIDERS streiten. Es war auf jeden Fall ernüchternd zu sehen, dass eine, zugebenermaßen schwer gebeutelte, Rocklegende an diesem Mittwochabend lediglich geschätzte 300 Zuschauer anzog und ganz egal ob es jetzt ein paar mehr oder weniger Zuschauer waren, wenn man während des Konzertes einen Blick zurück warf und aus der zweiten Reihe heraus die vorletzte erkennen konnte, dann ist das erschreckend.

AC ANGRY
Als Support waren AC ANGRY aus Saarbrücken dabei, die kurzerhand für die eigentlich angekündigten RED'S COOL eingesprungen waren, die aus nicht näher bekannten Gründen nicht spielen konnten. Das ist insofern paradox, denn wenn man an einen lokalen Support bei einer Band wie BLACK STAR RIDERS denkt, dann kommt man um die Truppe um Alan Costa eigentlich gar nicht vorbei. Am Ende hat es dann doch geklappt, aber das Motto „Ende gut, alles gut" wollte nicht so ganz Realität werden, denn als die Truppe um kurz nach sieben in ihr 40-minütiges Set einstieg, herrschte in der Garage noch gähnende Leere. Wenn man bedenkt, dass AC ANGRY zwei Wochen zuvor als Support von AIRBOURNE noch gefeiert wurden, dann muss es für die vier Saarländer echt frustrierend gewesen sein, dass außer drei bis vier Leutchen kaum jemand für Stimmung sorgte. Wie war das noch mit dem Prophet im eigenen Lande?

Angetrieben vom eigenwillig agierenden Schwergewicht am Schlagzeug, Sascha Waack, der mit mächtig Punch in den Armen sein Schlagzeug so bearbeitet als sei er Rechts- und Linkshänder gleichzeitig, machten AC ANGRY das beste aus der Situation und spielten routiniert bei extrem hoher Lautstärke ihr kurzweiliges Set; es war so laut, dass man froh war, wenn man etwas hatte, um sich in die Ohren zu stecken, die Soundqualität litt darunter natürlich.
Dass man den Schwerpunkt des Sets auf das immer noch aktuelle 2013er Debüt „Black Denim" legte, dürfte niemanden überrascht haben, doch mit Songs wie „Radicalizer" und „Kings Of Death" machte die Band auch einen Schritt zurück zu den TALETELLERS.
Keine Frage, gerade live gehören AC ANGRY inzwischen zu den besseren heimischen Bands, verglichen mit den musikalisch ähnlich gelagerten AIRBOURNE oder MOTORJESUS wirkt das Geschehen „on stage" noch etwas zu brav, etwas mehr „Rockstargetue" und Selbstbewusstsein würden der Band gut zu Gesicht stehen.

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Setlist AC ANGRY:
Radicalizer
Rock n' Roller Roller Rolla
Motor
You Got The Thirst I Got The Booze
It's Good To Be Bad
Hellrock Anthem
Kings Of Death
Booze Horse
Black Denim
Get It On (TURBONEGRO Cover)
Ac Angry

BLACK STAR RIDERS
Waren die BLACK STAR RIDERS bereits im Mai 2012 in Saarbrücken zu Gast, damals noch unter dem Namen THIN LIZZY und mit einer THIN LIZZY Best-Of Setlist, so hat sich seitdem einiges geändert. Die Band hat letztes Jahr mit „All Hell Breaks Lose" ein überzeugendes Album vorgelegt, das knapp die Hälfte der Setlist einnahm, auch personell sind einige Musiker neu oder nicht mehr dabei. Marco Mendoza, das Tier am Bass und ein Poser vor dem Herrn, wurde durch den ehemaligen RATT Basser Robbie Crane ausgetauscht, der ursprüngliche Schlagzeuger Brian Downey ist auch nicht mehr dabei, für ihn verdrischt Jimmy DeGrasso die Felle und auf den langjährigen THIN LIZZY Keyboarder Darren Wharton wird live komplett verzichtet. Die BLACK STAR RIDERS werden dadurch noch mehr zu einer eigenständigen Band, wer nur den alten THIN LIZZY Kram hören wollte, der war dieses Mal definitiv am falschen Ort und wird vermutlich zukünftig besser mit einer normalen THIN LIZZY Coverband bedient sein.

live 20140730 02 01 BlackStarRiders live 20140730 02 03 BlackStarRiders

Das zeugt von Selbtsvertrauen in das neue Material und dieses ist durchaus gerechtfertigt, die wenigen Zuschauer feierten sowohl die Klassiker als auch beispielsweise die THIN LIZZY Hommage „Bound For Glory" oder das vom irischen Folk beeinflusste „Kingdom Of The Lost" ab, als hätten auch diese Songs bereits 30 Jahre auf dem Buckel. Dem einzig verbliebenen Gründungsmitglied, Scott Gorham, dessen optische Ähnlichkeit zu Helge Schneider nicht von der Hand zu weisen ist, sieht man sein Alter inzwischen natürlich deutlich an, bei den BLACK STAR RIDERS müssen es die beiden Jungspunde Damon Johnson und Ricky Warwick richten, der als geborene Frontsau noch eine Portion Rauheit und Rotzigkeit mit ins Spiel brachte.

Gesanglich machte Ricky Warwick seine Sache wie beim letztjährigen Hi Rock Festival, bei dem ich die Band auch live gesehen habe, gut, er hat sicherlich ein ganz anderes Charisma wie Phil Lynott oder dessen Livenachfolger John Sykes. Auch dadurch wirkte der ganze Gig nicht mehr so nostalgisch, man hat schon das Gefühl, die BLACK STAR RIDERS sind eine eigenständige Band, wie es weitergeht, werden dann die nächsten Jahre und die vielleicht noch kommenden Studioalben zeigen. Mag geschehen, was geschehen mag, „Cowboy Song" und „The Boys Are Back In Town" (gingen beide nahtlos ineinander über) werden wohl oder übel immer am Ende des Livesets platziert sein, so wie auch an diesem Abend in Saarbrücken, das Cover von „Rosalie" setzte als letzte Zugabe nach gut 90 Minuten den Schlusspunkt unter ein gutes, sicherlich aber kein weltbewegendes, Konzert. (Maik)

 live 20140730 02 04 BlackStarRiderslive 20140730 02 02 BlackStarRiders

Setlist BLACK STAR RIDERS:
All Hell Breaks Loose
Are You Ready
Bloodshot
Bad Reputation
Before The War
Jailbreak
Hoodoo Voodoo
Suicide
Kingdom Of The Lost
Hey Judas
Southbound
Kissin' The Ground
Valley Of The Stones
Emerald
Bound For Glory
Cowboy Song
The Boys Are Back In Town
Whiskey In The Jar
Rosalie

live 20140730 02 05 BlackStarRiders

AC Angry

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Black Star Riders

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