live 20140530 00Der saarländische Konzert- und Partyveranstalter Saarevent hat in den vergangenen Jahren häufiger bereits eine feine Nase dabei bewiesen, Bands für so genannte One-Off-Shows oder zusätzliche Headlinergigs während der Festivalsaison zu buchen. Die Strategie liegt dabei auf der Hand, für die Bands ist es lukrativer und attraktiver in der Nebensaison in Gegenden zu spielen, die man sonst vernachlässigt, weil man sich bei den normalen Tourneen auf die Großstädte konzentriert und die Veranstalter haben so die Möglichkeit Bands zu buchen, die man sonst nicht bekommen würde. Eine gute Sache also für beide Seiten, im Falle von BLIND GUARDIAN gab's dieses Szenario heuer bereits zum zweiten Mal nach dem von meinem Kollegen als „solide" eingestuften Gig von Juni 2012 (Bericht gibt's hier).

Besagtes Konzert hatte ich vor zwei Jahren verpasst, umso mehr freute ich mich BLIND GUARDIAN, bei mir wie bei vielen anderen auch einer der Türöffner in Richtung Heavy Metal, endlich mal wieder ganz nahe der Heimat erleben zu können und ich muss gestehen, dass die Krefelder Fantasy-Metal-Institution die nicht gerade geringen Erwartungen sogar übertreffen konnten.
Diese Show war nicht nur deshalb etwas besonderes, weil BLIND GUARDIAN normalerweise nicht in so „kleinen" Hallen wie der Garage aufspielen, sondern es war gleichzeitig auch die erste Möglichkeit seit dem Rock Harz Festival 2012 die Band auf der Bühne zu sehen.

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Wollte man GUARDIAN dieses Jahr live sehen, gestaltete sich die Wahl recht überschaubar, entweder fuhr man zum umstrittenen Out & Loud Festival (Geiselwind) oder man kam eben wie etwa 1400 andere nach Saarbrücken; kein Wunder, dass die Garage nicht nur proppenvoll, sondern die Show bereits im Vorfeld restlos ausverkauft war.

Im Sport sagt man bei solchen Gelegenheiten so schön, „die Mannschaft konnte befreit aufspielen" und genau das traf an diesem Freitagabend auch auf die Krefelder zu, die sich momentan in der Albumproduktion befinden.
Auf eine Supportband wurde komplett verzichtet, so dass BLIND GUARDIAN gleichzeitig Vorband und Hauptact waren, wie Hansi Kürsch schmunzelnd nach dem zweiten Song anmerkte. Der sonst so ernsthafte Hansi hatte scheinbar einen Clown gefrühstückt und machte im Laufe der über zwei Stunden so einige Scherze, die man von ihm so nicht gewohnt war. Wahre Entertainerqualitäten sehen zwar immer noch anders aus, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um irgendwann einmal die Kritiker verstummen zu lassen, die behaupten BLIND GUARDIAN seien eine lahme Liveband. Auch das gesamte Stageacting der Band wirkte trotz der beengten Garagenbühne motiviert, lediglich der Mietbassist hielt sich den gesamten Abend über versteckt im Hintergrund.

Es sind bei BLIND GUARDIAN derweil andere Dinge mit denen die Band punkten kann und mit denen man schon seit vielen Jahren seine Fans beglückt, die vom Opener „Sacred Worlds" an bis zum Abschluss „Valhalla", jawohl ihr lest richtig, „Mirror Mirror" hat für den Moment als Schlusstrack eines BLIND GUARDIAN Konzertes ausgedient, für eine prächtige Stimmung sorgten, die ich SO schon lange nicht mehr in Saarbrücken erlebt habe. Und wenn man nicht wie andere Bands überall dort, wo es eine Steckdose gibt, einen Gig spielt, bleibt die Sache auch spannend.

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Nach „Welcome To Dying" kündigte Hansi an, dass man genau die identische Setlist wie 2012 spielen werde, doch spätestens beim geilen „The Script For My Requiem" war einem klar, dass das gelogen war. Das war auch perfekt so, denn an dieser Setlist, die den Schwerpunkt auf die beiden besten und wichtigsten GUARDIAN Alben legte („Imaginations From The Other Side" und „Tales From The Twilight World") dürften nur notorische Nörgler etwas zu meckern gehabt haben.
Zu den Überraschungen hinsichtlich der Setlist muss man „Bright Eyes", das lange nicht mehr live gespielte „Time What Is Time" (jahrelang nicht mehr gehört und man kennt immer noch jede Zeile auswendig), sowie die erste Zugabe „And Then There Was Silence", den Song, der in 15 Minuten alles beinhaltet, was BLIND GUARDIAN zur führenden deutschen Heavy Metal Band macht, zählen.

Alleine dafür, dieses Epos für eine einmalige Aufführung, wieder einzustudieren, verdient die Band Respekt, diesen monumentalen Longtrack über die griechische Mythologie hat man logischerweise tags drauf in Geiselwind nicht gespielt, was den Gig in Saarbrücken rückblickend betrachtet noch etwas spezieller macht.

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Zum Durchatmen bleib allerdings anschließend keine Zeit, denn „ein „The Bard's Song" geht immer" (wie Hansi völlig zu Recht anmerkte) und das Publikum übernahm wir gehabt den Großteil des Gesangs, Gänsehaut garantiert. Die beiden größten BLIND GUARDIAN Hymen „Mirror Mirror" und „Valhalla" (dessen Chöre bereits vorher angestimmt wurden) setzten nach 135 Minuten die beiden letzten Ausrufezeichen unter einen Abend, der für Saarbrücker Verhältnisse als legendär angesehen werden muss. (Maik)

Setlist BLIND GUARDIAN:
Sacred Worlds
Welcome To Dying
Nightfall
The Script For My Requiem
Mordred's Song
Lord Of The Rings
Lost In The Twilight Hall
This Will Never End
Bright Eyes
Tanelorn (Into The Void)
Time What Is Time
The Last Candle
Imaginations From The Other Side
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And Then There Was Silence
The Bard's Song – In The Forset
Mirror Mirror
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Valhalla

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Annes Avatar
Anne antwortete auf das Thema: #13358 3 Jahre 5 Monate her
Ich fand den Abend auch ganz großartig. Sehr schöne Setlist mit vielen alten Songs, erfreulich viele von der Imaginations. Aber Hansi Kürsch sonst ernsthaft??? Blind Guardian waren schon immer extrem lustig, sie lassen es nur nicht so raushängen wie die ganzen Spaßkapellen ;-)

Insgesamt ein sehr schönes Konzert, das auch mal die dunkle Seite des Hansi Kürsch gezeigt hat... verprügelt hinter der Bühne seinen Gitarristen und hat Probleme mit der Gewerkschaft...muahahaha.

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