CROWBAR Europe 14Es ist mir immer wieder eine Freude und Ehre zugleich, meinen Allzeitfavoriten von CROWBAR einen Besuch abzustatten, wenn sie sich in unseren Breitengraden aufhalten. Das wird wohl auch in Zukunft so beibehalten oder sogar öfter passieren, denn nach dem Ausstieg von Mastermind Kirk Windstein bei DOWN gibt es für ihn neben seiner Familie nur noch seine Band. CROWBAR feiern ein Vierteljahrhundert harte und zähe Musik, die ich ebenso seit der ersten Platte feiere, und im Mai wird das neue Album wieder jedem Doomjünger den Schädel zerschmettern. Nach einem gemütlichen Plausch mit Herrn Windstein war die Vorfreude aufs Konzert nochmal um einiges gewachsen. Aber wer zum Teufel sind denn bitte INERTIA?

 

INERTIA
Diese Frage kam nicht selten auf im sehr gut besuchten Café Central, einem geilen Club in der Mannheimer Nachbarstadt, der schon zu Beginn der Vorband aus allen Nähten zu platzen drohte. Zum Glück habe ich mich zeitig vor die Bühne gestellt, wo es auch noch mit am geräumigsten war. Als die Burschen ihr Set begannen, war mir klar, dass INERTIA bestimmt nicht vom Tourmanager oder von CROWBAR selbst bestimmt war, denn ihre Mucke war alles andere als zäh und düster. Blastbeats, Tempowechsel, Groove-Elemente und Gitarrengefrickel ist nicht unbedingt die Baustelle von Freunden träger Musik, aber dennoch spielte das Quartett der eigenbetitelten Trägheit sehr agil auf und legte eine ungebremste Spielfreude auf die Bretter, so dass auch Scheuklappenverächter die Qualität dieser Band erkannten und ihnen gerechtermaßen mit Applaus Tribut zollten. Die Lokalmatadoren gaben ihr Bestes und rissen ihr Set professionell ab. Ganze 45 Minuten rappelte es im Karton, so dass doch mancher CROWBAR-Fan etwas ungeduldig wurde, zumal sich in den bereits überfüllten Club scheinbar immer noch mehr Leute gesellten. So geschah es, dass nach dem Set von INERTIA die schlauen und doomhungrigen Leute die erste Reihe gar nicht erst freigaben, da man ahnen konnte, dass das Gedränge noch um einiges zunehmen würde.

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CROWBAR
So war es dann auch, ich konnte mich durch meine knappe Körpergröße noch in die erste Reihe mogeln, aber auch ohne Band war der Bewegungsradius an den Monitorboxen schon stark eingeschränkt. Der Umbau ging schnell vonstatten und wurde ausschließlich von den Musikern selbst vorgenommen, da man aus Kostengründen auf Personal verzichtet und diesem Aufwand auch mit einem Lächeln entgegensieht.
Als Kirk die Bühne enterte, gab es kein Halten mehr, ein frenetischer Jubel begrüßte den Riff Lord gebührend. Dieser gab sich wie gewohnt fannah und begrüßte den prallvollen Saal im gewohnten MOTÖRHEAD-Stil. „Conquering" zum Einstieg geht immer, die dampfwalzenartigen Gitarren, der knurrende Bass und das tighte Drumming ergänzte sich perfekt mit Kirks gewaltigem Organ. Ein Klassiker folgte dem nächsten, und schon recht früh kam es zum Highlight des bis dahin recht bekannten Sets: Man besann sich auf die Anfangstage der Band in Form von „Vacuum", wobei der Song live und mit dem aktuellen Sound einen noch tieferen Krater im Kopf hinterlässt als das Original. Bis auf ein paar Ausnahmen wurde die komplette Diskografie berücksichtigt, was bei einem Umfang von demnächst 10 Studioalben schon eine gewisse Spielzeit verlangt. Und das wird für eine betagte Band wie CROWBAR nicht immer leicht wegzustecken. Die Temperaturen im Club kletterten Richtung Siedepunkt, und der fast 49jährige Windstein vergoss mehrere Liter Schweiß, aber auch Spucke, die den Bühnenboden zunehmend tränkten. Kirk kommentierte die Bullenhitze nur kurz, indem er seine Freude darüber ausdrückte, durch harte Arbeit und starkes Schwitzen sein Geld zu verdienen, eben wie ein Mann! Hugh.
Nach dem Set gab es gar keine Frage, ob noch eine Zugabe erwünscht ist, diese gab es dann in Form von „Self Inflicted" vom zweiten selbstbetitelten Überalbum. Danach verließen die Brecheisen triefnass und glücklich die Bühne, auch wenn so manch einer vor der Bühne noch nicht wahrhaben wollte, dass das Konzert vorbei war und weiterhin lauthals mehr verlangte.
Nicht nur ich war überrascht, wie viel Zuspruch diese Ausnahmeband immer noch hat und auch bestimmt weiterhin haben wird. Ein gebührender Abend für Band und Fans gleichermaßen, der Lust darauf macht, im Juni erneut CROWBAR live erleben zu wollen, und zwar diesmal mit neuem Album im Gepäck und auf der Setlist! (Jochen)

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Setlist CROWBAR
Conquering
High Rate Extinction
Lasting Dose
Burn Your World
Vacuum
Sever The Wicked Hand
Liquid Sky And Cold Black Earth
New Dawn
I Am Forever
All I Had (I Gave)
Planets Collide
Cemetery Angels
Let Me Mourn
–--
Self Inflicted

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