Prong live 2014Saarbrücken ist eine Hure. So. Wenn man soviel als „Hauptstadt" anbietet und dafür so wenig – zumutbare - Parkplätze anbietet, und wenn, dann nur für teuer Geld, dann muss man sich nicht wundern, wenn man die Lust verliert. Ich bin da bestimmt nicht der Einzige, der so denkt. Eigentlich hatte ich ja schon so meine Bedenken, dass PRONG in der großen Garage ziemlich untergehen, zumal meines Erachtens die Erwartungshaltung zur Band schon lange nicht mehr an ihre glorreichen Zeiten reichen kann. Aber ich habe mich gerne eines Besseren belehren lassen.

 KLOGR
Die Vorband mit dem speziellen Namen (gesprochen Kay-Log-Are) waren mir bis dato völlig unbekannt, ein erstes Anhören im Netz machte mich jetzt auch nicht wirklich heiß auf die Italiener. Ausgestattet mit den heutzutage so angesehenen GoPros an den Kopfplatten der Klampfen und auch mal an den Köpfen der Musiker begann das Quartett sein knapp 45minütiges Set vor ziemlich lichten Reihen. Die Fans vor der Bühne waren fast an einer Hand abzuzählen, machten aber auch als einzige den Eindruck, dass sie die Band nicht gerade zum ersten Mal sahen oder hörten. KLOGR machten auch eigentlich nix falsch, aber ihr Mix aus Alternative Rock und Metal wollte zumindest bei mir nicht so sehr zünden. Sänger und Gitarrist Gabriele "Rusty" Rustichelli feuerte mehrmals die lahme Meute an, aber wie er selbst feststellte, war das an diesem Abend echt schwierig. Auch wenn der Stimmumfang von Rusty durchaus bemerkenswert war, so muss man ihn ja nicht in jedem Lied unter Beweis stellen. Die Selbstfilmung von allen Seiten hatte auch einen mitunter abgehobenen Charakter, auch wenn ab und an mal das Publikum aufgenommen wurde, dennoch sieht man nun mal einfach lächerlich mit Helmlampe bzw. -kamera ohne Helm aus! Da passte der Kommentar „Eich hann uff da Gruub geschafft!" vorzüglich.

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PRONG
Wieso wollten PRONG nicht in den Kleinen Klub umziehen? Sie wollen in die große Halle?? Mit drei Leuten, von denen mindestens einer nicht jeden Tag gewachsen ist? Damit die gemeinsam (!) verwendete Backline besser unterkommt?? Ok, manche Dinge muss man nicht verstehen, jedenfalls hätte das riesige Backdrop im Kleinen Klub keine Verwendung finden können. Aber alleine schon Tommys Bühnenankunft ließ keinen Zweifel aufkommen, dass das durchweg betagte Publikum hungrig auf PRONG war. Und wenn man dann noch mit „For Dear Life" vom Überalbum „Beg To Differ" beginnt, gibt es gar kein Halten mehr und auch keine Frage mehr zur Klasse der Band.
Tommy tänzelt nach wie vor über die für verhältnismäßig riesige Bühne, schleudert seine ebenso betagten Extremitäten umher und springt ganze Zentimeter herum, und genau das ist PRONG. Es ist erstaunlich, dass nach all den Jahren die Songs immer noch so schnell wiederzuerkennen sind, schließlich sind die Riffs allesamt eine „Erfindung" von Tommy Victor und damit eigentlich einzigartig. Da wurde nichts gefeilt oder geändert, trotz ständiger Wechsel der Mitmusiker klingen die mehr als 20 Jahre alten Songs heute noch wie damals. Nun gut, Mister Victor hatte auch noch nie schlechte Leute um sich, vor allem die Drummer erwiesen sich immer als äußerst talentiert. So auch Art Cruz, der sein umfangreiches Drumset nach aller Kunst verdrosch, dass es eine wahre Freude war. Bassist Jason Christopher, der auch mal die Backing Vocals beisteuerte, gehörte augenscheinlich in Richtung RAMMSTEIN, leider konnte man sein Bass-Spiel kaum beurteilen, da man ihn so gut wie nicht hörte über das gesamte Set hinweg. Eigentlich schade, zumal nur eine Gitarre am Start ist. Aber die war sehr präsent und trug unter anderem zu einem überraschend guten Sound bei. Zusammen mit der Songauswahl, einem beispielhaften Best-Of-Programm, und einer engagierten und spielfreudigen Band wurde dieser Abend doch noch zu einem Highlight, mit dem man nicht unbedingt gerechnet hatte. Auch wenn es gerade mal stramme für 200-250 Nasen reichte, so hatte dennoch jeder seinen Spaß und beste Unterhaltung an diesem Abend. Und wenn man wie PRONG so lange schon besteht, dann müssen auch alle Hits herhalten, was zu einer Spielzeit von über 90 Minuten führte. Auch das muss ich respektvoll anerkennen, dass man als altgediente Combo noch das ganze Set so souverän ohne Durchhänger runterreißt.
PRONG sind in meiner Gunst wieder ein gutes Stück gestiegen, zumal das letzte Album „Carved Into Stone" wirklich wieder sehr gelungen war, außerdem fand ich die Idee sehr sympathisch, den ersten 100 Fans auf der Europa-Tour eine 2-Song-CD der neuen Platte „Ruining Lives" zu schenken. Das macht Lust auf mehr und erhöht die Freude auf das weitere Treiben des Dreizacks. (Jochen)

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Setlist PRONG:

For Dear Life
Beg To Differ
Irrelevant Thoughts
Unconditional
Eternal Heat
Lost & Found
Ruining Lives
Third From The Sun
Cutrate
Rude Awakening
Turnover
Carved Into Stone
Broken Piece
Another Worldly Device
Whose Fist
Snap Your Fingers
Power Of The Damager
–--
Close The Door
Dark Signs
Revenge Best Served Cold
Prove You Wrong

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Alle Fotos: Jochen

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