live20131126 Airbourne TitleDie letzte Tour, damals zu "No Guts No Glory", liegt mittlerweile schon stolze drei Jahre zurück. Seither haben die Australier einiges erlebt und sind stetig gewachsen. Einen positiven Aspekt hatte das mitunter auf ihre aktuelle Platte „Black Dog Barking". Am Dienstag, dem 26.11.2013 war es endlich wieder soweit, AIRBOURNE rockten erneut in der Rockhal. Bereits vor dem Konzert hatte ich so meine Zweifel, ob die Band noch mit der gleichen Energie ans Werk geht wie vor drei Jahren. Oder ob die vielen schlechten Meldungen, unter anderem über Joels Stimme, zutreffen und die Band nicht mehr so gut ist wie früher.

CORRODED
Eine Sache, die sich im Laufe des Abends mehr und mehr herauskristallisierte, war die anscheinend sehr gute Stimmung zwischen den einzelnen Bands dieser Tour. Davon profitierte auch die erste Vorband des Abends, die nicht nur in Sachen Sound und Licht fast aus dem vollen Schöpfen konnte, sondern auch ihr großes Backdrop aufhängen durfte, so dass jeder sofort sehen konnte, hier stehen gerade CORRODED auf der Bühne. Für die Schweden war der Gig in der Rockhal der letzte der gemeinsamen Tour mit AIRBOURNE und den BLACK SPIDERS, die Band schien deshalb ganz besonders motiviert gewesen zu sein, einen krönenden Abschluss zu feiern und auch wenn in der geräumigen Haupthalle zu diesem frühen Zeitpunkt noch die freien Flächen die Oberhand gehabt haben, war die Stimmung bereits ganz gut und auf jeden Fall besser als vor zwei, drei Jahren, als TAKING DAWN als Opener etwas deplatziert gewirkt haben. Der Heavy Rock der Schweden, der mich direkt an Bands wie HELLFUELED und VOLBEAT denken ließ, passte auch ganz gut zu den Headlinern aus Down Under, zudem hat die Band mit Jens Westin einen passablen Frontmann, dem natürlich das gewisse Charisma eines Michael Poulsen oder eines Joel O'Keeffe fehlt. Leider haben wir nur noch drei oder vier Songs der bärtigen Truppe mitbekommen, aber die Band hat es geschafft, dass „I Am The God" und „6 Ft Of Anger" vorübergehend in Erinnerung geblieben sind. Mir persönlich haben CORRODED sogar noch etwas besser gefallen als die darauf folgende zweite Support Band BLACK SPIDERS....und damit wieder ab zu meinem Kollegen Pascal. (Maik)

BLACK SPIDERS
Auf den Gig der BLACK SPIDERS war ich wirklich gespannt, hatte ich zuvor bereits einiges über die Jungs aus England gelesen. Unter Anderem Scott Ian (ANTHRAX) lobt die junge Band ständig in Interviews. Richtig überzeugen konnte mich die Band an diesem Abend aber nicht. Stimmungsmäßig gab es keinerlei Abbrüche und auch die Musik der fünf Engländer kann sich sehen lassen. Die Band hat einen ganz eigenen Stil, und sie lässt sich nicht so einfach einem Genre zuweisen. Einige Songs wie zum Beispiel „Trouble" kommen sehr abwechslungsreich daher und animieren das Publikum zum Bewegen. Allerdings gefällt mir das überschwängliche Gehabe der Band einfach nicht. Man kann das Publikum animieren, man kann es aber auch zutexten, was MANOWAR bereits des Öfteren bewiesen haben. Sollte sich jemand an den ständigen „Fuck You" von CHILDREN OF BODOM-Shows stören, so sollte derjenige einer BLACK SPIDERS-Show besser den Rücken kehren. Denn was Alexi Laiho einfach nur als Ausdruck verwendet, ist für die BLACK SPIDERS eher ein Motto. Angefangen damit, dass die Band das Publikum zu „Fuck You! Black Spiders!"-Chören anspornt, bis hin zu freudigem Beschimpfen des Publikums. An und für sich nichts Schlimmes, auch durchaus amüsant, aber irgendwann ist es einfach zu viel des Guten. Obwohl Sänger Pete ‚Spider' Spilby „Fuck You" sehr leicht und deutlich über die Lippen kommt, hat er mit den Songtiteln der Band offensichtlich seine Probleme. Diese sind nämlich nicht immer zu verstehen, da er die Songs ansagt, sich dann aber vom Mikro weg bewegt – was zum Teil aber sehr lustig klingt.

Ansonsten hat die Band das Publikum trotzdem gut im Griff, und die Luxemburger feiern mit den Engländern ordentlich. Einige der Songs kommen dabei besonders gut an, „Just Like A Woman" gibt zum Beispiel mächtig Gas. Wohingegen „Teenage Knife Gang" glatt als MOTÖHREAD-Song durchgehen könnte. Die Band scheint auf der Bühne mächtig Spaß zu haben, für den letzten Song steht Gitarrist Andrew ‚Ozzy' Lister sogar auf seinem Verstärker. Der Sound ist etwas matschiger als bei CORRODED, und auch die Stimme des Sängers ist mal gut und mal weniger gut zu verstehen. Trotz der „Fuck You"-Attitüde eine wirklich gute und interessante Band, das aktuelle Album werde ich mir auf jeden Fall mal anhören, eventuell können sie mich damit ja überzeugen.

AIRBOURNE
Die eingangs erwähnten Zweifel sind bereits zu Beginn der AIRBOURNE-Show um 21:30 Uhr umgehend verflogen. Bereits mit dem extrem starken Opener „Ready To Rock" machen AIRBOURNE sehr schnell deutlich, wie energiegeladen sie nach wie vor sind. Ihr Erfolg hat sich also auch live positiv ausgewirkt, die Band strahlt nur so vor Energie und feuert während des gesamten Konzertes das Publikum ausgiebig an. Ob es sich dabei nun um einfache Spielchen handelt, wie das Anfeuern der Menge mit „Luxemburg"-Rufen, nachdem die Band lautstark mit „Airbourne"-Rufen angefeuert wurde, oder ob es sich um die ausschweifenden Wanderungen von Joel O'Keeffe im Publikum handelt, spielt dabei keine Rolle. Diese Band spielt nach wie vor richtigen Rock 'n' Roll, und es macht einfach tierisch Spaß dabei zu sein. Man hat außerdem durchgehend das Gefühl, die Band befinde sich auf einem Level mit ihren Fans. Dies wird durch diverse Ansagen oder eben auch durch die Tuchfühlung mit dem Publikum sehr deutlich. Der Bühnenaufbau hat sich nicht maßgeblich verändert, die Strahler über der Marshall-Verstärkerwand waren für mich neu, ansonsten blieb alles beim Alten. Auch das Intro aus dem Blockbuster „Terminator" fand wieder Verwendung. Neben den neuen Songs bieten AIRBOURNE noch ein paar neue Showelemente, welche sehr gut ankommen, doch dazu nun mehr.

AIRBOURNE haben bereits beim Opener „Ready To Rock" das Publikum fest im Griff, das sonst eher starre Luxemburger Publikum singt sogar lautstark die Chöre mit. Die Neuaufnahme des Songs von der ersten EP „Ready To Rock" hat also doch seine Vorteile. Weiter geht es mit dem Gassenhauer „Too Much Too Young Too Fast" vom Debütalbum „Runnin' Wild", womit das Publikum weiter in Fahrt kommt. Im Anschluss daran erkundigt sich Joel erst einmal, wer heute Abend alles nach Luxemburg gekommen ist, neben den Luxemburgern selbst und den Deutschen sind die französischen Fans deutlich in der Überzahl. Bereits zum anschließenden „Girls In Black" begibt sich Joel zum ersten Mal ins Publikum. Dabei wandert er einmal quer durch die Menge zum Mischpult, um dort ein kurzes Solo zu spielen. Ich wusste zwar, dass dieser Teil der Show sicher kommen würde, so früh hätte ich damit aber nicht gerechnet. Der Stimmung gibt das Ganze weiter Auftrieb, und die Band lässt dem Publikum keine Verschnaufpause. Eine solche wird es auch für den Rest der Show nicht geben, mit dem groovigen „Back In The Game" folgt der erste Song für heute vom aktuellen Album „Black Dog Barking". War der Song für mich auf Platte eigentlich eher unscheinbar, entwickelt er sich live zu einem richtigen Kracher. Anschließend greift Joel zu seiner schwarzen Gibson SG, und jeder, der AIRBOURNE bereits ein paar Mal gesehen hat, weiß, dass nun „Diamonds In The Rough" folgt. Zu einer wirklichen Abrissbirne entwickelt sich der darauf folgende Titelsong des aktuellen Longplayers „Black Dog Barking", zu welchem passend das neue Banner mit dem Albumcover enthüllt wird.

Die typischen Mitsingspielchen, welche jede Band immer wieder verwendet, um das Publikum anzuheizen, sind jedem Konzertgänger bekannt. Joel O'Keeffe ist dies zu langweilig, und somit bringt er das Publikum lieber mit einem coolen Gitarrenriff zum Mitsingen, bevor das gewohnt etwas langsamer gespielte „Cheap Wine And Cheaper Women" das Publikum zum Mitsingen animiert. Auch für den australischen Dialekt und ihre sehr humorvolle Ader sind AIBOURNE bekannt. Zu ihrem Dialekt haben sich die Herren ebenfalls eine kleine Showeinlage einfallen lassen, für jeden Fan der ersten Reihen, der ohne Probleme Joel nachsprechen kann, gibt es ein Gratisbier! Dieses bekommen die Fans wirklich, allerdings geöffnet, damit ähnelt das Ganze eher einer Bierdusche, dennoch eine sehr schöne Showeinlage. Mit „Blond Bad And Beautiful" gibt es daraufhin endlich einen Song von „No Guts, No Glory". „Stand Up For Rock'N'Roll" kündigt, bereits nach einer Stunde, den Zugabenblock an, mit dem ich so früh nicht gerechnet hätte. Trotzdem spielt die Band insgesamt noch gut 30 Minuten. Zu Beginn des Zugabenblocks ist auf der Bühne nur eine Kurbel zu sehen, und im Hintergrund läuft das Intro zur aktuellen Single „Live It Up". David Roads läuft währenddessen zur Kurbel und beginnt fleißig daran zu drehen, wodurch lautstark eine Sirene ertönt. Schöner Effekt, der auch den Fans gefällt, während des Songs gibt es anschließend sogar eine Wall of Death. Bevor mit „Raise The Flag", ein weiterer Song von „No Guts No Glory" gespielt wird, heizt Joel dem Publikum erneut ein. Dieses Mal mit dem auf der Gitarre gespielten „Ole Ole"-Chor, welcher besonders Fußballfans bekannt sein dürfte. Bei „Raise The Flag" unternimmt er dann den zweiten Ausflug ins Publikum, dieses Mal geht es einmal quer durch die Menge. Im Übrigen sind Dave Roads und Justin Street während dieser Zeit auf der Bühne kräftig am Synchronbangen - nur falls sich mal jemand fragt, was die eigentlich in der Zeit so treiben.

Zum großen Finale mit „Runnin' Wild" werden erst einmal alle Verstärker auf der Bühne einen Tick lauter gedreht. Es folgt die altbekannte Bierdoseneinlage mit dem Unterschied, dass diese heute Abend sehr ausgiebig zelebriert wird. Einmal sogar zusammen mit Andrew 'Ozzy' Lister von den BLACK SPIDERS. Zum Abschluss rufen AIRBOURNE noch einmal alle Mitglieder der Vorbands auf die Bühne und lässt das Publikum für diese applaudieren. Schön zu sehen, dass die Band ihre Supportbands so unterstützt. Nach einer Stunde und dreißig Minuten sind AIRBOURNE bereits am Ende ihrer Show angelangt. Der Sound war, bis auf der der BLACK SPIDERS, durchgehend super. Bei AIRBOURNE war deutlich zu hören, dass die Anlage noch etwas lauter gedreht wurde. Auch die Lightshow ist wirklich gut geraten und tauchte die Bühne immer in das passende Licht für den wilden Rock 'n' Roll Zirkus, den AIRBOURNE veranstalteten.

Allen negativen Stimmen zu AIRBOURNEs Livequalitäten kann ich nach diesem Konzert definitiv widersprechen. AIRBOURNE sind live nach wie vor unschlagbar. Nur wenige Bands können ein solch hohes Energielevel über ein ganzes Konzert halten. Hier hatte weder die Band noch das Publikum eine richtige Verschnaufpause. Kein Wunder, dass bereits nach einer Stunde und dreißig Minuten das Licht in der Halle wieder angeht. Selbst wenn die Spielzeit etwas zu kurz sein mag, bei einem solchen Energielevel kann man das verzeihen. (Pascal)

Setlist AIRBOURNE:
Ready To Rock
Too Much Too Young Too Fast
Girls In Black
Back In The Game
Diamonds In The Rough
Black Dog Barking
Cheap Wine And Cheaper Women
Blond, Bad And Beautiful
Stand Up For Rock'n'Roll
Live It Up
Raise The Flag
Runnin' Wild

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(Fotos: Rockhal, Warner)

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