LetzZep 2013Als Robert Plant einmal eine Show der Tribute-Band LETZ ZEP besuchte, wurde er mit den Worten „I came in, and I saw me" zitiert. Welche Schlüsse ziehen wir daraus? Erstens hat es Mr. Plant ähnlich wie ich nicht so mit der Pünktlichkeit, und zweitens scheint die Truppe sehr authentisch zu sein. Das ist mit Coverbands immer so ein Kreuz, denn so sehr man sich auch in die Musik hinein versetzt, komplett kann man einen Künstler nie imitieren. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass bei nicht mehr existierenden Bands wie PINK FLOYD, GENESIS mit Peter Gabriel oder eben LED ZEPPELIN Angebot und Nachfrage mittlerweile sehr hoch sind. Da das Quartett nun in der Saarbrücker Saarlandhalle Station machte, ging NECKBREAKER der Sache auf den Grund, um sich von dessen Qualität selbst zu überzeugen.

Beim Betreten der Halle waren wir erstmal überrascht, dass sämtliche Sitzplätze belegt waren und die Veranstaltung fast ausverkauft war. Natürlich fast die Arena viel mehr Zuschauer, doch für das Saarland sind mehr als Tausend Leute schon recht viel. Man darf nicht vergessen, dass hier die Musikerpolizei sehr präsent ist, und sich viele gar nicht trauen, zu Coveracts zu gehen. Dabei ist das ebenso wie die Retrowelle, die aktuell durch die Szene schwappt nur Ausdruck davon, dass die Leute wieder handgemachte Musik haben wollen.
Die Fans haben genug von Plastikprodukten und getriggerten, sterilen Produktionen und das ist gut so. Sicherlich haben LETZ ZEP keine eigenen Songs am Start, aber sie halten die Legende am Leben, spielen Songs, die nie in Vergessenheit geraten dürfen. Oder will jemand einem studierten Orchestermusiker vorwerfen, er mache keine richtige Musik, weil er 150 Jahre alte Stücke von Rachmaninov und Mussorgsky spielt.

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Und die Truppe machte es ihrem Publikum zu Beginn einfach und haute direkt einen der absoluten Klassiker heraus, doch so richtig warm wurden die Leute nicht. Das mag auch an der anfangs geringen Lautstärke gelegen haben, die aber umgehend hochgefahren wurde, doch der wirkliche Grund wurde schnell deutlich. Selbst wenn bestuhlte Konzerte zu der Zeit normal waren, so war es den Zuschauern in ihren Stühlen nach vielfachem Bekunden nicht sehr wohl. Doch erstmal mussten die Vier gegen diesen Umstand ankämpfen.
Das taten sie mit Bravour und legten eine spielerisch einwandfreie Performance hin. Umso erstaunlicher, da nicht der etatmäßige Gitarrist Andy Gray die sechs Saiten bediente. Doch die Mucker hatten sich viel von ihren Vorbildern abgeschaut, um eben die Illusion von einem LED ZEPPELIN-Konzert so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Gerade die Bewegungen des Gitarristen und die Gestik von Sänger Billy Kulke kamen denen, die schon mal die Originale live oder auf DVD gesehen haben bekannt vor.

Vom Spiel her waren da sicher ein paar Unterschiede auszumachen, so sehr auch Kulke die hohen Töne traf, ganz die Stimmfärbung von Plant besitzt er nicht. Auch der Ton des Ersatzmannes an der Axt hatte nicht ganz die Brillanz von Page, aber wer hat die schon. Aber bei den vielen bluesigen Soli konnte er glänzen und für Erstaunen sorgen. Am nächsten an die Vorgaben kam Bassist Steve Turner heran, der vor allem an den Keyboards klanglich verblüffend ähnlich war. Selbst Drummer Benjy Reid stimmte sein Kit, besonders die Snare sehr originalgetreu ab, und überzeugte mit einem Solo, dass dem guten "Bonzo" zu Ehren gereicht hätte. Doch ganz konnte der ehemalige PRAYING MANTIS und BAD COMPANY-Schlagwerker seinen Achtzigerbackground nicht völlig verbergen.

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Das vermochte keiner der Vier, dazu sind sie alle in einer anderen Zeit groß geworden, als man schon auf LED ZEPPELIN als Legende zurück schaute. Das machte aber gar nichts, denn so vermittelte man einen Eindruck, wie die Formation hätte klingen können. Der Eindruck wurde noch durch die tolle Lightshow mit viel Gegenlicht unterstützt. Diese konnte vor allem die konzentrierten Stücke sehr gut untermalen, und eine tolle Atmosphäre in den Saal zaubern. Das war alles sehr schön anzuschauen und beim toll ausgewogenen Sound auch gut anzuhören, doch irgendetwas fehlte, die Stimmung war etwas unterkühlt. Auch der Frontmann fühlte sich etwas unsicher, er besitzt eben nicht diese erhabene Ausstrahlung wie ein Robert Plant, um die Bühne alleine zu füllen, er ist eher der Kumpeltyp.

Und als solcher benötigt er auch eine gewisse Nähe zu seinem Publikum, die Distanz schien weder den Musikern, noch den Zuschauern zu gefallen. Glücklicherweise wurde nach einer Pause die Sitzordnung mehr und mehr aufgelöst. Und so löste sich auch die Anspannung der Band, die sogar beim Akustikset befreiter aufspielte. Überhaupt setzte man nicht auf das Standardprogramm und hat auch das Abspulen der London-Setlist hinter sich gelassen, so dass man auch ein paar Überraschungen einbaute. Der Fokus lag vor allem auf den ersten vier Alben der Band, lediglich zwei Titel stammten aus der Zeit nach 1971.

Das ist aber auch das großartige am Backkatalog dieser Band, dass man da eigentlich alles zocken kann, irgendeiner freut sich immer riesig darüber. Gerne hätte ich auch die kurz angespielten „Living Loving Maid" und „When The Levee Breaks" gehört, doch die insgesamt 140 Minuten waren schon voll mit phantastischen Songs. Und die wurden jetzt endlich gebührend abgefeiert, die Party schwappte nun auch durch die Saarlandhalle.
Vor allem bei den obligatorischen Schlussnummern ging vorne die Post ab, auch weil Band und Publikum zu einer Einheit verschmolzen waren. Bei den Zugaben gingen die Musiker auf die Fans ein, boten die am lautesten geforderten Titel dar und bewiesen mit „Schwarzer Hund" sogar geringe Deutschkenntnisse. Auch wenn es einige nicht müde werden, die mangelnde Originalität zu bemängeln, alle Anwesenden hatten ihren Spaß und darauf kommt es an. LED ZEPPELIN sind tot, es leben LED ZEPPELIN! (Pfälzer)

Setlist LETZ ZEP:
Rock And Roll
Heartbreaker
Good Times, Bad Times
Misty Mountain Hop
No Quarter
Since I Been Loving You
Babe, I´m Gonna Leave You
Dazed And Confused
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Gallows Pole
Bron-Y-Aur Stomp/Bron-Y-Aur
Kashmir
Thank You
Stariway To Heaven
Moby Dick
 -Drumsolo (was sonst?)-
Moby Dick (Reprise)
Whole Lotta Love
---------------------------------------
Black Dog
Immigrant Song

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