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katatonia-tourplakat-2012_Es ist fast schon unglaublich: KATATONIA waren auch nach über 20 Jahren Bandgeschichte noch nicht einmal, also kein Mal, im Saarland zu Gast! Um die Düster-Schweden live geniessen zu können, mussten wir in den vergangenen Jahren stets den Weg nach Luxemburg auf uns nehmen oder die Open Air-Saison abwarten - aber diese Wege hatten sich natürlich immer gelohnt.
Jetzt also endlich, endlich die Live-Premiere KATATONIAs in unserer heimischen Garage in Saarbrücken mit den vielversprechenden Vorbands ALCEST und JUNIUS - leider lockte dieses Package ähnlich wie eine Woche zuvor die INTO DARKNESS-Tour (hier) recht wenige Anhänger nach Saarbrücken...ernüchternd! Hierzu später mehr.


JUNIUS
Absolut gar nicht ernüchternd, sondern eher das Gegenteil, nämlich verzückend, waren die Opener JUNIUS aus Boston. Denn bei diesen stellte sich bei mir bereits beim Opener "Betray The Grave" der "GHOST BRIGADE-Effekt" ein: So dermaßen hat mich eine Vorband nämlich seit dem Eröffnen letztgenannter vor PARADISE LOST vor zwei Jahren nicht mehr geflasht!
Das Quartett bot zwar kaum Bühnenaktivität, alle Musiker waren völlig in sich gekehrt, aber das war bei dieser Mucke ohnehin ziemlich egal! Die Intensivität und Groove der DEFTONES gepaart mit skandinavischer Melancholie und tollen Gesangsmelodien haben mein Herz sofort im Sturm erobert.

So führten auch die weiteren Tracks der aktuellen "Reports From The Threshold Of Death"-CD wie "All Shall Float", "A Universe Without Stars" und "Transcend The Ghost" zum direkten Kauf der Scheibe meinerseits im Anschluß an den Gig - und diese enormen Eindrücke der Bühne verfestigten sich im Übrigen einen Tag später beim Konsum der CD. Auch das ältere und abschließende "The Antediluvian Fire" stand dem Genuß in nichts nach - JUNIUS sind einfach eine großartige Band!
Zwar waren die Reaktionen in der Garage noch verhalten, aber dennoch gehe ich davon aus, dass JUNIUS Eindruck hinterlassen haben - bitte bald wieder in unseren Breitengraden! (Brix)

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ALCEST
Einen besseren Start als mit JUNIUS hätte man sich für diesen Abend glaube ich nicht vorstellen können. Noch eine gute Zeit hallte der exzellente Gig der Bostoner nach und setzte die Messlatte für die nachfolgenden ALCEST verdammt hoch an. Dennoch freute ich mich wie ein kleines Kind nach dem atemberaubenden Auftritt auf dem diesjährigen SUMMER BREEZE, die Franzosen wieder auf den Brettern sehen zu können.; die ersten Reihen vor der Bühne der Saarbrücker Garage füllten sich jedoch nur spärlich.
Die Mannen aus Avignon starteten ihr Set mit dem Opener des aktuellen Longplayers „Les Voyages De L’Âme “. Ein absolut fabelhafter Song, welcher auch einen guten Einstieg in ein Set liefert - doch zünden wollte das Ganze nach der Überraschung, die uns JUNIUS beschert hatten, noch nicht so wirklich. Nur zögerlich entfalteten sich bei mir diese wunderbaren, langsamen Melodien. und auch der Rest des Publikums schien mir noch nicht so wirklich gefesselt zu sein. Doch spätestens mit dem Folgetrack „Là Où Naissent Les Couleurs Nouvelles“ hatten mich die Franzosen endlich erwischt und die Stimmung stieg insgesamt kontinuierlich an. Immer größer wurde der Drang sich zu der Musik zu bewegen, sich von den Klängen und dem zarten Gesang treiben und in eine andere Welt entführen zu lassen. Auch die leichten Black Metal-Ausläufer des Songs schlugen in dem Moment in genau die richtige Kerbe.

ALCEST schienen ihren Fokus ganz klar auf ihren neuen Output zu legen. Mit „Les Voyages De L’Âme“ gab es im Anschluss gleich den dritten Streich des aktuellen Silberlings. Doch auch Fans der ersten Stunde durften sich zumindest über den Titeltrack ihres Debüts „Souvenirs D’Un Autre Monde“ erfreuen und so wurde im Laufe der Zeit auch das Publikum langsam wärmer. Doch hier hätten ALCEST deutlich mehr dazu beitragen können: Ein wenig Animation in Richtung Publikum hätte hier sicherlich nicht geschadet und der Band eine deutlich größere Resonanz beschert. Hier und da klatschten nicht einmal eine Handvoll Leute mit, doch mit dem richtigen Anstoß der Band wären sie sicherlich mit deutlich mehr belohnt worden. Stattdessen wirkten die Franzosen auf der Bühne eher kühl und in sich gekehrt.
Aus rein musikalischer Sicht jedoch war dieser Auftritt ein wahrer Ohrenschmaus und wurde mit „Summer’s Glory“ gebührend beendet und ALCEST bekamen ihren verdienten tobenden Applaus.

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KATATONIA
Und auch wenn das Vorprogramm an diesem Mittwoch umwerfend war, wurde es endlich Zeit für den heiß begehrten Hauptact. Über die Schweden KATATONIA muss man ja kaum noch ein Wort verlieren. So einige Male konnten mich die Mannen bereits von ihrem Können überzeugen, doch endlich durfte ich mir sie in meiner Heimat zu Gemüte führen. Den bisherigen Live-Erfahrungen zufolge stellte ich an die ersten beiden Songs jedoch keine großartigen Erwartungen. Bei den bisher erlebten Auftritten musste Sänger Renske leider immer erst seine Stimme finden. Umso überraschter war ich, dass gleich zu Beginn einfach alles zu stimmen schien. Bereits der Opener in das Set und des neuen Albums („The Parting“) konnte mit gutem Sound und qualitativer Finesse der Musiker überzeugen.
Doch zunächst wirkte das Publikum auf mich eher verhalten. Hier hätte ich von Anfang an eigentlich mit größerer Resonanz gerechnet. Aber dieser Umstand sollte sich im Verlauf des Gigs stetig bessern.
KATATONIA boten ihren Fans in Saarbrücken innerhalb ihrer Spielzeit einen angenehmen Querschnitt ihrer Schaffensphase. Der Fokus lag allerdings ganz klar auf dem letzten Schmankerl und dem Hammeralbum „The Great Cold Distance“. Gerade das neueste Meisterwerk „Dead End Kings“ wurde mit Songs wie „Lethean“, „The Racing Heart“ oder „Dead Letters“ sehr gut aufgenommen. Fans erster Stunde dürften aber vielleicht ein wenig enttäuscht gewesen sein. Die ersten beiden Longplayer wurden gänzlich vernachlässigt. Auch die „Discouraged Ones“ und „Tonight’s Decision“ wurden lediglich mit einem Song zelebriert.
Grund zur Traurigkeit gab es aber keineswegs, denn KATATONIA haben bisher, zumindest in meinen Augen, kein schlechtes Album abgeliefert. So schafften es die Schweden auch, mit ihren aktuellen Werken komplett in ihren Bann zu ziehen. Sei es nun „The Longest Year“, „My Twin“ oder „Day And Then The Shade“: Immer wieder wurde aufs Neue ein Glücksgefühl ausgelöst. Mit den entsprechenden Klassikern wie „Burn The Remembrence“, „Ghost Of The Sun“ oder „Teargas“ wurde das Publikum zwischendurch weiter aufgeheizt.
KATATONIA präsentierten sich wieder einmal von ihrer Besten Seite. Auch wenn für meinen Geschmack der ultimative Song „Evidence“ gefehlt hat und die Anfangsphase der Band eher vernachlässigt wurde, so zeigten sie sich mit einem Set von sage und schreibe zwanzig Songs im Gepäck mehr als fanfreundlich. Nie wurde lange gequasselt oder sonst Zeit vergeudet und die Schweden spielten sich einfach weiter in Ekstase. An diesem Abend hat sich wohl wirklich niemand beschweren können! (Sebastian)

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Abschließend möchte ich nach diesem (vom Package her) gelungenen Abend doch noch meinen Missmut über das wieder einmal zähe Publikum in unserer Ecke äussern. Da kommen zwei super besetzte Touren endlich mal wieder nach Saarbrücken und kaum eine Sau juckt es - ohne die französischen Freaks hätte man wohl beide Veranstaltungen fast schon in den Kleinen Klub verlegen können, das ist echt eine Schande!
Jede Wette: EINE PaganFlötenDudelsack-Combo im Package und es wären doppelt so viele Fans pro Abend erschienen. Scheinbar sind aber wohl die Freunde der rein düsteren Mucke hier nahezu ausgestorben... (Brix)


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