Stuttgart sold out, München sold out, Wien...ausverkauft und Saarbrücken? Als ich um kurz vor 6 in der Garage eintreffe, bietet der 1400 Personen fassende Club mindestens zur Hälfte eine freie Fläche zum verweilen, den hinteren Bereich der Garage hat man vorsorglich bereits abgehängt, damit die Kulisse nicht noch trauriger ausschaut. Groß ändern sollte sich das im Laufe des Abends dann auch nicht mehr, in der Provinz nichts mehr los? Oder war einfach das Billing zu schwach? Schaut man sich die derzeitige Popularität der beiden Headliner PRIMORDIAL und ELUVEITIE an, kann es letzteres eigentlich nicht gewesen sein, zudem versprachen die Auftritte von NEGURA BUNGET, HEIDEVOLK und SOLSTAFIR ein interessantes „Vorprogramm“ zu werden.

Und damit sind wir schon mitten drin im Geschehen des diesjährigen Paganfestes. Da es nicht für jeden berufstätigen Menschen möglich ist, bereits um 17:30 beim Venue seines Vertrauens zu sein, übergebe ich für die erste Band an meinen Kollegen Brix, seines Zeichens großer Verehrer und Kenner von SOLSTAFIR (Maik).

SÓLSTAFIR
So sieht´s mal aus, lieber Maik! Bisher hatte ich leider lediglich einmal das Vergnügen, die verstrahlten Isländer auf der Bühne erleben zu können und zwar beim SUMMER BREEZE 2010. Dort wurden lediglich zwei Tracks in 40 Minuten Spielzeit  zum Besten gegeben und auch die frühabendliche Performance war angesichts der Uhrzeit nicht allzu befriedigend - leider sollte dies auch an diesem Abend beim PAGANFEST so sein und SÓLSTAFIR mussten als erste Band auf die Bretter.

Aber Freunde: Wenn eine Band mich vom ersten Ton an so sehr in ihren Bann reissen kann, wie SÓLSTAFIR dies nach dem Intro mit "Ljós í Stormi" können, dann werden sie ihren Vorschusslorbeeren mehr als gerecht! "Þin Orð" und "Fjara" vom Doppel-CD-Meisterwerk "Svartir Sandr" standen dem in nichts nach. Das Attribut "intensiv" ist hier weitaus untertrieben: Sänger Aðalbjörn sang und schrie sich in den Wahn, der wie gewohnt Hut-tragende Gitarrist Sæþór versank ganz und gar in seinen Riffs, Bassist Svavar schüttelte die roten Kelly-Family-Zöpfe an einem Stück und Drummer Guðmundur lichtete seine Augen nur kurz vor Ende des Gigs - ansonsten war die Puck-Sonnenbrille sein bester Freund. Erhoffte ich mir sehnlichst noch "Pale Rider" vom Vorgänger "Köld", wurde ich mit dem epischen und mit furios gespieltem Ende gespielten "The Goddess Of The Ages" dennoch mehr als zufriedengestellt. Kai von Rockstar e.V., der mit für die Gigs im kleinen Club der Garage verantwortlich ist, betitelte diesen viel zu kurzen Auftritt treffenderweise mit den Worten: "Das hier war Perlen vor die Säue!" Und mir war jetzt schon klar: Besser würde es heute Abend garantiert nicht mehr werden können! (Brix)

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HEIDEVOLK
Die letzten 10 Minuten, die ich von SOLSTAFIR noch mitbekommen habe, waren durchaus anstrengend gewesen, etwas, das für die Musik der „Käsköppe“ von HEIDEVOLK nicht gilt. Auf Platte ist das gut zu ertragender, wenn auch recht unspektakulärer Folk/Pagan Metal, aber live sind die Holländer eine ganze Spur besser. Das liegt zum einen daran, dass zwei Sänger auf der Bühne, einer für Klargesang und Chöre, der andere für die heftigen Parts, schon was hermachen und der growlende Basser, der auch die meisten Ansagen beisteuerte, war ebenfalls ein Aushängeschild dieser Truppe. Da fehlt in der Aufzählung eigentlich nur noch ein jaulendes Mädchen, aber das gibt es bei HEIDEVOLK ebensowenig wie einen Keyboarder, was zur Folge hatte, dass sämtliche „Folkparts“ von der Festplatte kamen. An den eher mäßigen Songs, unter anderem drei vom aktuellen Album „Batavi“, ändert das alles natürlich nichts, aber beim jungen Publikum kamen HEIDEVOLK überraschend gut an und wie ich finde waren die 40 Minuten auch wirklich auszuhalten.

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NEGURA BUNGET
Wenn ich mein Fazit über den Auftritt der rumänischen Band NEGURA BUNGET gleich an den Anfang stellen darf: Mann war das öde. Es fällt wirklich nicht leicht so etwas über eine so einflussreiche und individuelle Band zu schreiben, aber man kann es – gerade live – mit Experimenten auch übertreiben. Dass man sein Intro mit Didgeridoo live spielt ist ja schon einmal eine wolhtuende Abwechslung zu 99% aller anderen Bands, aber muss es denn wirklich ein mehrminütiges Panflötensolo sein, das man nach dem ersten richtigen Song, einfügte? Oder diese langatmigen Percussionduellen zwischen dem regulären Schlagzeug und einer etwas seltsam anmutenden Holzkonstruktion, die mit Hämmern bearbeitet wurde. Die komplette Show war wirklich sehenswert, aber rein aus musikalischer Sicht doch allzu sehr einschläfernd, wenn man mit dem Songmaterial nicht vertraut ist. Im Vergleich zu den anderen vier Bands des Abends hielt sich der Applaus in Grenzen, etwas, worüber die ähnlich avantgardistisch zu Werke gehenden DORNENREICH, die auf dem dritten Paganfest 2008 ähnlich verheizt wurden, ein Lied drüber singen können.

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PRIMORDIAL
Wurde der Headliner ELUVEITIE eher für die junge Hörerschaft gebucht, so waren PRIMORDIAL für die wenigen Ü30-Metaller sicherlich der Hauptgrund des Erscheinens oder umgekehrt natürlich der Hauptgrund des Fernbleibens, denn 55 Minuten PRIMORDIAL sind einfach VIEL zu wenig. Nach dem standesgemäßen Intro legten die Iren ein wenig überraschend mit „Lain With The Wolf“ los und nicht mit „No Grave Deep Enough“, das erst als zweites gespielt wurde. Zum Glück war der Sound von Beginn an ok, wenn auch nicht so wie es im Optimalfall sein sollte, denn bei einer Band wie PRIMORDIAL kann ein zu diffuses Klangbild schnell zum Verlust der Großartigkeit führen. Dem war heute zum Glück nicht so, und die Songs sowie die gestenreiche Performance von Alan A. N. (ein Mann weniger Worte und großer Gesten) taten ihr übriges. Dass man sich bei gerade einmal sieben gespielten Songs auf die aktuellen Platten konzentriert, ist natürlich verständlich und so war es erneut das unfassbar intensive „The Coffin Ships“, das als älteste Nummer zum Zuge kam.Kein Triumphzug, aber ein guter Gig, der gerne von ein paar hundert Nasen mehr abgefeiert werden hätte können.  

Setlist:
Lain With The Wolf
No Grave Deep Enough
Rome Is Burning
The Mouth Of Judas
Bloodied Yet Unbowed
The Coffin Ships
Empire Falls

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ELUVEITIE:
Obwohl ich jetzt nicht gerade der größte Fan der Schweizer Melodic Folk Death Metal Band bin, habe ich mich im Vorfeld aus zwei Gründen besonders auf den Auftritt von ELUVEITIE gefreut. Erstens hatte die Band beim letztjährigen Neckbreaker's Ball eine überzeugende Vorstellung geboten und zweitens ist das aktuelle Album „Helvetios“ verdammt stark ausgefallen. Gut so, dass der gemischte Schweizer Achter gleich mit einem Top-Sound im Rücken mit der vollen Ladung „Helvetios“ loslegte und die Stimmung bei den Fans war wirklich prächtig, was ausufernde Circle Pits bei „Kingdom Come Undone“ und „Meet The Enemy“ zur Folge hatte. Platz für solche alternativen Unterhaltungsmöglichkeiten war ja in der Garage mehr als genug, wenn man es denn wollte. Wie schon im letzten Jahr brachten ELUVEITIE ihre Bandhymne „Inis Mona“ recht früh, bevor Drehleierspielerin und Teilzeitsängerin Anna Murphy bei „A Rose For Epona“ und „Alesia“ ihren großen Auftritt bekam und was soll ich sagen, der Gesangsunterricht scheint sich auszuzahlen, denn im Gegensatz zu ihren Backing Vocals früher, was der Lead Gesang bei diesen beiden „Helvetios“-Highlights sehr sauber. In diesem Wechselgesang zwischen Frontmann Chrigel Glanzmann und Anna Murphy könnte die Zukunft von ELUVEITIE liegen! Auch wenn von „Helvetios“ eigentlich bereits genügend Songs gespielt wurden, hätte ich gerne noch „Neverland“ gehört, aber wie so oft gehen nicht alle Wünsche in Erfüllung und eine gute Stunde ELUVEITIE reichen ehrlich gesagt auch vollkommen aus, so dass bereits um viertel vor elf die Lichter in der Garage wieder angingen. (Maik)  

Setlist:
Prologue
Helvetios
Luxtos
Uxellodunon
Nil
Kingdom Come Undone
Inis Mona
A Rose For Epona
Meet The Enemy
Dominion
Alesia
Thousandfold
Scorched Earth
Calling The Rain
Havoc

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Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Sólstafir

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Heidevolk

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Negura Bunget

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Primordial

Eluveitie

Eluveitie

Eluveitie

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