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20110308_00PAGANFEST, THRASHFEST, HEIDENFEST, NECKBREAKER’S BALL und jetzt auch noch die POWER OF METAL Tour, so langsam aber sicher haben die Veranstalter von Rock The Nation für jedes Subgenre ihre eigene Tour parat. Das Motto fünf oder zuweil auch noch mehr Bands ähnlicher Couleur auf Rundreise durch Europa zu schicken, stößt zwar nicht bei jedem Fan auf Gegenliebe, weil selbst die Headliner nur mit mageren 60 Minütchen abgespeist werden, aber erfolgreich sind die Festivaltourneen immer, auch die POWER OF METAL Tour mit SYMPHONY X, NEVERMORE, PSYCHOTIC WALTZ, MERCENARY und THAUROROD macht da keine Ausnahme, wie die beiden Neckbreaker Schreiberlinge an einem winterlich kalten Faschingsdienstag in Luxemburg miterleben durften.

Fünf Bands, da heißt es früh aufstehen und so machten wir uns pünktlich um 17:30 auf den Weg über die Grenze in die Kulturfabrik nach Esch-zur-Alzette, denn der pflichtbewusste Journalist möchte natürlich keine Band verpassen. Und im Falle des Openers mit dem unaussprechlichen Namen THAUROROD, die man vor gar nicht langer Zeit schon als Support von SABATON bewundern konnte, war das kein Fehler. Die Band aus Finnland und vor allem ihr italienischer Neu-Sänger Michele Luppi, der wegen VISION DIVINE kein unbeschriebenes Blatt ist, legten einen guten Start hin, und damit meine ich nicht nur den Opener „Warrior's Heart“ der aktuellen Debüt-Scheibe „Upon Haunted Battlefields“. Einen leichten Stand hatten die fünf Finnen und der Südländer an der Front des Geschehens definitiv nicht, denn ihren latent überladenen Songs fehlt nun mal das gewisse Etwas und rein optisch war das 80ties Poser Metal Outfit einiger Mitglieder auch nicht das Gelbe vom Ei, aber sie machten bei sehr ordentlichem Sound (!) das Beste draus und legten sich mächtig ins Zeug und zumindest dafür zolle ich der Truppe meinen Respekt. Fazit: Besser als erwartet!

MERCENARY aus Dänemark hätten es danach von der Papierform her eigentlich etwas einfacher haben sollen, schließlich kann man bereits auf die stattliche Anzahl von 6 Studioalben zurückblicken und das aktuelle Werk „Metamorphosis“ ist brandheiß zur Tour draußen. Soweit das Positive, denn die 45 Minuten, die die Dänen zur Verfügung hatten, waren an Langweile kaum zu überbieten, und das sagt einer, der die Band vor ein paar Jährchen sowohl auf Platte als auch live richtig klasse fand. Es ist einfach nicht zu verleugnen, dass die zahlreichen Besetzungswechsel der letzten Jahre der Band mehr geschadet als genutzt haben, da ändert auch der symphatische Hüne René Pedersen, der nach dem Ausstieg der Sandanger Brüder die gesamte Band in Personalunion verkörpert, nichts daran. Vor allem die zahlreichen neuen Songs wie „Through The Eyes Of The Devil“, „The Follower“, „In A River Of Madness“ und „In Bloodred Shades“ wirken irgendwie seelenlos und das Gebrüll des etwas weinerlichen Fronters („Aua, mir läuft der Schweiß in die Augen“) würde viel besser zu einer Metal-Core Kapelle als zu dieser ehemals guten Melodic Death/Melodic Power Metal Band passen. Auch das abschließende „Firesoul“ vom „11 Dreams“ Album konnte die Kohlen nicht mehr aus dem Feuer holen. Fazit: Schlechter als erwartet.

Schwamm drüber, denn was nach MERCENARY kommen sollte, war ein Ereignis von historischer Bedeutung, die PSYCHOTIC WALTZ Reunion stand an. Zwar nur als Support auf dieser Tour, nur 45 Minuten lang und nicht auf irgendeiner großen Festivalbühne (wo die Band zweifellos hingehört), aber immerhin. Trotz SYMPHONY X und NEVERMORE, die noch folgen sollten, waren nicht wenige an diesem Abend vor allem wegen den unverwechselbaren amerikanischen Prog Metallern aus San Diego nach Esch gekommen, und es wird niemand bereut haben – behaupte ich. Man braucht sich nur einmal die bunt gemischte Setlist anzuschauen und man wird erkennen können, wie großartig diese 45 Minuten waren, und wie noch viel grandioser sie hätten sein können, wenn PSYCHOTIC WALTZ noch mehr Zeit gehabt hätten. „Ashes“, „Spiral Tower“, „Haze Of One“, „Into The Everflow“, „Morbid“, „Halo Of Thorns“, „Nothing“, „I Of The Storm“, jedes der vier Alben wurde mit mindestens einem Song bedacht, der Schwerpunkt lag natürlich auf „A Social Grace“, dessen Cover auch den Bühnenhintergrund schmückte. Einziger Wermutstropfen war, dass Devon Graves' Querflöte den ganzen Abend über still blieb, so dass unter anderem die PSYCHOTIC WALTZ Überballade „I Remember“ nicht gespielt wurde, und das kommt fast schon einem Skandal gleich, nicht?

Die wird’s dann bestimmt bei der in Aussicht gestellten Headliner Tour zu hören geben, denn dass die fünf Meister an ihren Instrumenten weiter machen werden, scheint beschlossene Sache zu sein und die alten Feindschaften scheinen auch der Vergangenheit anzugehören, man hatte zumindest das Gefühl, dass die Mannen Spaß an der Sache hatten. Eigentlich gibt es noch so viel mehr zu erzählen, angefangen vom seit längerer Zeit im Rollstuhl sitzenden Brian McAlpin bis hin zu den üblichen Latschen, mit denen Devon Graves die Bühne betrat, aber das hebe ich mir für die nächsten WALTZ' Gigs auf. Fazit: Besser als erhofft.

Damit war der Warm-Up Teil der POWER OF METAL Tour beendet, wenn man bei diesen drei Bands überhaupt von einem Warm-Up sprechen darf, und es wurde Zeit für die beiden Headliner, die sich je nach Auftrittsland abwechselten. In Deutschland und Österreich spielten entsprechend ihrem Status NEVERMORE ganz zum Schluss, ansonsten durften die amerikanischen Power-Prog Kings SYMPHONY X headlinen, so wie auch an diesem Abend. Keine Ahnung, ob es damit zusammenhing, dass NEVERMORE nicht die „last position“ hatten, aber man hat NEVERMORE und insbesondere Fronter Warrel Dane schon spielfreudiger und besser gelaunt gesehen als an diesem Tag zwischen 21:30 und 22:30. Somit lag es vor allem an der mit Hits gespickten Setlist, dass man unter den Zuschauern viele glückliche Gesichter in der Kulturfabrik erblicken konnte. Mit „Inside Four Walls“ gleich zu Beginn kann sowieso nichts schief gehen, bevor man mit dem Dreierpack „Moonrise“, „Your Poison Throne“ (live wie erwartet besser als auf Platte) und „The Termination Proclamation“ dem aktuellen Album „The Obsidian Conspiracy“ Zeit zur Entfaltung gab. Und ich muss sagen, die neuen Songs machen sich wirklich gut, wobei mich nach wie vor die Frage quält, warum man den besten Songs des Albums „Emptiness Unobstructed“ weggelassen hat? Dadurch müssen sich NEVERMORE wenigstens nicht vorwerfen lassen, der Gig sei zu balladenlastig gewesen, denn zwischen dem einen Brecher „Born“ und dem anderen „This Godless Endeavor“ gab's noch das ruhige „The Heart Collector“ und „The River Dragon Has Come“, das am Anfang auch alles andere als Power Metal verkörpert.

Im Gegensatz zu sonst war Warrel Dane an diesem Tourabend sehr schweigsam, es gab kaum Ansagen, noch nicht einmal ein Wort zum fehlenden Bassisten Jim Sheppard, der sich noch von den Folgen seiner OP erholt und formidabel von Dagna Barrera aus Danes's Soloband vertreten wurde, die in Sachen Aktivität ihren männlichen Bandkollegen zeigte, was sich gehört. Insgesamt ein guter Auftritt der Bande aus Seattle, die man hoffentlich demnächst noch etwas spielfreudiger und motivierter auf ihrer eigenen Headlinertour sehen wird. Im Duell mit SYMPHONY X gingen NEVERMORE heuer aber nur als zweiter Sieger vom Platz und damit schnurstracks rüber zu meinem Kollegen Mika. Fazit: Wie erwartet. (Maik)

Was SYMPHONY X danach zeigten, kam zumindest für mich einer musikalischen Offenbarung gleich - und das lag nicht nur an der umwerfenden Präsenz eines bestens gelaunten Russell Allen, der ab der ersten Minute die Bühne beherrschte. Auch seine Kollegen standen ihm in Sachen Spielfreude kaum nach, so das mit einer überwiegend druckvollen Setlist mit Schwerpunkt auf dem letzten Album "Paradise Lost" kaum was falsch zu machen war. Der Mix der Band aus kraftvollem Arschtritt und immer noch nachvollziehbarem Prog-Anspruch funktioniert eben nicht nur für Musiker sondern auch für die breitere Masse. Kein Wunder also, dass das Publikum die Band und Hammer-Songs wie "Serpent's Kiss", "Inferno (Unleash The Fire)" oder "Smoke And Mirrors" lautstark abfeierte und es auch für die Solo-Einlagen von Gitarrenhengst Michael Romeo sowie Keyboarder Michael Pinella (für mich übrigens Kenny Hickey Look-alike Nummer 1) immer wieder Szenenapplaus gab. A propos Gitarrenhengst: Dass Mr. Romeo, während er mit gefühlten 20 Fingern übers Griffbrett huscht, nicht mal den Anstand hat, wie andere aufs Griffbrett zu glotzen, sondern statt dessen lieber mit der ersten Reihe herumwitzelt, ist schon fast eine Frechheit und sorgte bei Teilen im Publikum für offene Münder und Tränen in den Augen. Überragend, dieser Mann. Aber auch Russell Allen sorgte für zahlreiche Highlights, wie zum Beispiel seine Gänsehaut-Performance beim balladesken Titelsong des letzten Albums "Paradise Lost" zur Mitte des Auftritts - schon wieder Zeit für Pipi in den Augen, dieses Mal aber aus anderen Gründen.

Einen Ausblick auf das kommende Album der Amis gab es auch noch mit den beiden Songs "End Of Innocence" und "Dehumanized" - der eine ein recht straighter Rocker, der andere deutlich vertrackter aber auch heavier. Keine Ahnung, ob das jetzt repräsentativ für das nächste Album ist und auf eine leichte Kursänderung schließen lässt, neugierig gemacht haben die Songs aber auf jeden Fall und live funktionierten sie auch schon gut. Insgesamt ein Hammergig und ich würde mir zum kommenden Album eine ausgedehnte Headlinertour dieser Überband wünschen. Um Maik's Schema nicht zu durchbrechen also auch von mir ein Fazit: Was für ein Auftritt! (Mika)

Setlist:

  1. Of Sins and Shadows
  2. Domination
  3. Serpent's Kiss
  4.  End of Innocence
  5. Paradise Lost
  6.  Inferno (Unleash the Fire)
  7.  Smoke and Mirrors
  8.  Dehumanized
  9. Set the World on Fire (The Lie of Lies)
  10. Eve of Seduction

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