live_20100216_05.jpgDer 16.02. sollte nicht nur „ein guter Tag“ für die deutschen Olympioniken werden, die gerade in Kanada auf Medaillenjagd gehen, sondern auch für die saarländischen NEW MODEL ARMY Fans, denn die Briten gastierten anlässlich des neuen Studioalbums „Today Is A Good Day“ nach 2008 erneut in der saarländischen Landeshauptstadt. Oder war es das 30-Jährige Bandjubiläum, das man in diesem Jahr feiert? Sagen wir halt einfach beides! 
Ob tatsächlich so viele eingefleischte Fans den Weg in die Garage gefunden haben, darf an dieser Stelle bezweifelt werden, das Publikum war jedenfalls im Vergleich zur Show vor knapp zwei Jahren noch bunter gemischt und bestand zu einem überwiegenden Teil aus „Normalos“, die in einigen Tagen auch bei TOCOTRONIC oder JENNIFER ROSTOCK anwesend sein könnten.

Wie dem auch sei, dieser Umstand führte dazu, dass die Garage bereits um kurz vor 8 gut besucht war, als eine unangekündigte Supportband die Bühne betrat, die einige Shows der aktuellen NEW MODEL ARMY Tour eröffnen durfte. Nach dem ersten oder zweiten Song stellte man sich brav als ESHA NESS vor. Noch nie was von gehört! So ging es vermutlich nicht nur mir, sondern geschätzt 95% der Anwesenden, kein Wunder, wenn man sich mal anschaut, dass der Fünfer bislang fast nur im süddeutschen Raum unterwegs war. Dass die Band aus Deutschland kommt, überrascht mich übrigens nach wie vor, denn die Musik klang so, als stammten ESHA NESS direkt von der britischen Insel. Zumindest Sänger und Frontmann Kevin Paterson hat isländische Vorfahren, das erklärt so einiges, wobei Irland wegen der folkloristischen Einflüsse noch passender wäre. Rockmusik und Folk, das kann Spaß machen und das funktioniert bei einer Band wie FIDDLER'S GREEN ausgezeichnet, bei ESHA NESS hingegen wirkt alles, von den Songs bis zur Bühnenperformance, wie ein laues Lüftchen. Ich hatte selten bei einem Konzert mit einer solchen Müdigkeit zu kämpfen, wie bei diesem Auftritt von ESHA NESS und die ca. zehn Songs zogen sich wie Kaugummi. Vielleicht haben ESHA NESS einfach nur Pech, dass wir hier ein Metalmag sind und sie trotz meiner musikalischen Aufgeschlossenheit zu unrelevant sind. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass sich auch das anwesende Publikum lange Zeit zurück hielt und maximal mit einem Ohr hinhörte, was den enormen Geräuschpegel während und zwischen den Songs erklärte. Wenigstens den abschließenden Höflichkeitsapplaus verwehrte man der Band nicht!

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Nach diesem etwas zwiespältig aufgenommenen Aufwärmprogramm war man froh, als dann endlich so gegen halb zehn NEW MODEL ARMY die Bretter betraten, auf denen sie 2008 schon eine grandiose Show hinlegten. Legte man damals mit „Here Comes The War“ wie ein Wirbelwind los, ließ man es dieses Mal zu Beginn in Form von „States Radio“ eine ganze Ecke ruhiger angehen und dieses Motto sollte sich über den kompletten Abend ziehen, das direkt darauf folgende „Get Me Out“ mal ausgenommen. Justin Sullivan mag in seinen Texten immer noch der wütende und anprangernde Revolutionsführer sein, auf der Bühne wirkt er schon seit einiger Zeit (dem fortschreitenden Alter geschuldet?) deutlich gelassener und auch längere Ansprachen gehören der Vergangenheit an. Neben „States Radio“ kamen mit „Today Is A Good Day“, „Autumn“, „Peace Is Only“, „Disappeared“ und „Mambo Queen Of The Sandstone City“ im Laufe des etwa 100/110-minütigen Gigs auch noch fünf weitere Songs des aktuellen Geniestreichs zum Zuge. Gerne hätte ich auch noch "God Save Me" vom neuen Album gehört, aber das hätte den Rahmen für ruhigere Songs dann zu sehr gesprengt. Doch auch für die Klassiker wie „White Coats“, „Purity“ und „Vagabonds“ (natürlich) sowie die ein oder andere Überraschung („Stranger“, „White Light“, „Into The Wind“) blieb Zeit – insgesamt wirklich eine ausgewogene Setlist!
Trotzdem sollte dieser Abend nicht ganz perfekt verlaufen. Mal abgesehen von den Klassikern war die Stimmung bei vielen Songs nämlich ziemlich zurückhaltend, bei einem Publikum, das eher auf Mainstream eingestellt ist, auch kein Wunder. Man beschränkte sich auf den verdienten Applaus am Ende jedes Songs, dazwischen ließ man es auch vor der Bühne ruhiger angehen. Dazu kommt, dass der Abend für einige Besucher (der Verfasser dieser Zeilen inbegriffen) und ich würde mal sagen es waren nicht wenige, ein etwas unglückliches Ende nahm. Nachdem NEW MODEL ARMY nach dem einfach immer wieder wunderschönen „Green And Grey“ die Bühne verließen und das Licht anging, dachte wohl so ziemlich jeder, das war's, zumal es schließlich auch schon 23 Uhr war, der typische „Schluss, Aus, Ende“ Zeitpunkt in der Garage. Wie man inzwischen aus dem weltweiten Netz erfahren kann, kamen NEW MODEL ARMY anscheinend noch mal für zwei Songs zurück, „51st State“ und „225“ (die auch nicht auf der offiziellen Setlist auftauchen, die ihr der Galerie entnehmen könnt)...da haben einige Pech gehabt, und man lernt, ein NEW MODEL ARMY Konzert ist erst dann zu Ende, wenn es zu Ende ist! Ich trete mir an dieser Stelle selber in den Hintern und kann nur sagen: NEW MODEL ARMY 2012 in der Garage und ich bin wieder dabei! (Maik)

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Setlist:
States Radio
Get Me Out
Stranger
White Light
Mambo Queen
Peace Is Only
Today Is A Good Day
Disappeared
High
Chosen
Autumn
White Coats
Purity
Vagabonds
Wired
Wonderful Way To Go
-------------------------
Into The Wind
No Rest
Green And Grey
--------------------------
51st State
225

Weitere Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.

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